Weihnachtsdekoration selbst besorgen und dabei noch Gutes tun

Am 26.11.16, also zum ersten Adventswochenende, trafen sich Walter Rundstadler von Bliesgau Obst e.V. und Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband Bliesgau mit Freiwilligen bei Reinheim, die gekommen waren um von Misteln fast schon überwucherte Obstbäume von ihrer Last zu befreien.

Misteln
Die Freiwilligen mit den geernteten Misteln (Foto: Thomas Neu) und beim Ernten.

Die Mistel steht, entgegen der landläufigen Meinung, nicht unter Naturschutz, allerdings darf sie für gewerbliche Zwecke nur mit behördlicher Genehmigung gesammelt werden. Außerdem dürfen die Bäume bei der Entnahme der Misteln natürlich nicht geschädigt werden. Dafür war mit Walter Rundstadler von Bliesgau Obst ein Fachmann für den fachgerechten Schnitt von Obstbäumen direkt vor Ort.
Er erklärte den Freiwilligen auch das Leben der Mistel als Halbschmarotzer, die ihren Wirtsbäumen Wasser und im Wasser gelöste Nährstoffe entzieht. Besonders für die Mistel ist auch, dass sie zu den zweihäusigen Pflanzen gehört, dass es also männliche und weibliche Pflanzen gibt.
Geringe Mistelvorkommen in einem Baum, schädigen den Baum nicht dauerhaft, aber starker Befall kann zu verringerten Wuchsleistungen und einem schwächeren Fruchtansatz führen, was auf den genutzten Streuobstwiesen natürlich nicht gewünscht ist, denn das Obst soll zu Bliesgau-Apfelsaft oder Likören und Schnäpsen verarbeitet werden.
So gingen die Freiwilligen voller Tatendrang ans Werk und durften sich als Belohnung für ihre Mühen die Misteln nicht nur für sich, sondern auch noch für Freunde und Familien mit nach Hause nehmen.
Und Küsse unterm Mistelzweig zu verteilen, macht doch viel mehr Spaß, wenn man die Misteln dabei noch selbst „geerntet“ hat, oder?