Erste Kurzumtriebsfläche in der Biosphäre Bliesgau

Mit der Anlage einer Fläche mit schnell wachsenden Pappeln auf dem Hartungshof in Bliesransbach setzt die Biosphäre Bliesgau eine ihrer ersten Maßnahmen im Rahmen des Masterplans „100% Klimaschutz“ um.
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Rechts zu sehen: ein gepflanzter Pappelhybrid

Auf zwei benachbarten Ackerflächen von insgesamt 2,5 Hektar auf dem Hartungshof in Bliesransbach legt die Firma Wald 21 GmbH mit knapp 11.000 Setzlingen eine Kurzumtriebsfläche an. Die Pappelsetzlinge werden dabei maschinell in einem Reihenabstand von 2 Meter und in je einem Meter Abstand in den Boden gesteckt. In wenigen Jahren entwickelt sich daraus ein Niederwald. Erstmals nach etwa fünf Jahren und anschließend in einem Abstand von weiteren drei bis fünf Jahren wird Landwirt Wolfgang Kessler die Flächen ernten. Das Holz wird anschließend getrocknet und zu Hackschnitzel verarbeitet. Auf das Jahr betrachtet lassen sich so etwa 30 Tonnen Biomasse pro Hektar gewinnen. Der Heizwert der Hackschnitzel entspricht etwa 4.000 Liter Heizöl jährlich. Perspektivisch plant der Hartungshof seine Wärmeversorgung komplett von Heizöl auf Biomasse umzustellen.
Neben dem Effekt, dass damit das Geld für Energie in der Region bleibt, erbringt die Maßnahme auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Da das bei der Verbrennung entweichende Treibhausgas CO2 zuvor während des Wachstums der Bäume gebunden wurde, ist die Bilanz neutral. Mit dem Einsatz der Hackschnitzel lassen sich gegenüber 10.000 Liter Heizöl mehrere Tonnen des Treibhausgases einsparen.
Auch ökologisch bieten die Kurzumtriebsflächen Vorteile gegenüber dem konventionellen Ackerbau. Sie dienen zugleich dem Erosionsschutz, bieten Rückzugsraum für Tierarten, reichern den Boden mit organischem Material an und erhöhen den Feuchtegehalt des Bodens. Die in Anspruch genommene Fläche muss i.d.R. nach 20 Jahren in Ackerfläche zurückverwandelt werden.
Die Maßnahme wird aus dem Programm „Klima Plus Saar“ des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr bezuschusst.

Pressemeldung vom 21. Mai 2014