Pressemeldung vom 26. April 2012

Wo gibt es im Bliesgau Zauneidechsen? – Helfen Sie mit diese Frage zu beantworten

Zu den Aufgaben eines UNESCO-Biosphärenreservats gehört unter anderem auch die Überwachung (Monitoring) der biologischen Vielfalt. Bei einigen Arten ist ein Monitoring der Bestände schon aufgrund rechtlicher Vorgaben geboten. Aber natürlich gibt es auch andere Arten, deren Verbreitung und Populationsgrößen von wissenschaftlichem Interesse sind und die über die bereits bestehenden Aktivitäten und Untersuchungen nicht abgedeckt werden können.
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Männliche Zauneidechse (Bildautor: Rainer Ulrich)


Hierzu möchten wir um die Mithilfe der Bevölkerung bitten: Es gibt Arten, die auch für Laien gut zu erkennen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln sind und die wir Ihnen im Laufe des Jahres nacheinander vorstellen.
Angefangen werden soll mit der Zauneidechse: Da für Laien hier jedoch bei den Weibchen und Jungtieren Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Eidechsenarten bestehen, möchten wir alle bitten, nach den Männchen der Zauneidechsen Ausschau zu halten und uns Beobachtungen von diesen (mit möglichst genauer Ortsangabe, Datum und Anzahl) unter unten angegebener Adresse zu melden. Die Männchen der Zauneidechse sind während der Paarungszeit (April bis Juli) an Kopf, Rumpf und Bauch leuchtend grün gefärbt und dann mit keiner anderen Eidechsenart im Saarland zu verwechseln.
Im Bliesgau findet man die Tiere vor allem auf offeneren Standorten wie den Kalkmagerrasen, alten Weinbergsmauern und alten Steinbrüchen, aber auch Bahndämme oder Industriebrachen werden besiedelt.
Ihre Meldungen bitte an: Anita Naumann in der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau (Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel; Tel: 06842-9600916, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), hier erhalten Sie auch nähere Informationen zum biologischen Monitoring im Biosphärenreservat Bliesgau.

Infokasten:
Zauneidechsen können Gesamtlängen von ca. 20 cm erreichen. Sie gehören zu den echten Eidechsen und sind von Mittel- und Osteuropa bis nach Vorderasien verbreitet. Im Saarland besiedeln sie vor allem die wärmebegünstigten Gebiete wie den Bliesgau und das Saartal. Sie fressen vor allem Insekten, aber auch Spinnen und Regenwürmer. Bei Gefahr, die ihnen z.B. durch größere Vögel, aber auch Füchse, Marder und streunende Katzen droht, können sie an mehreren Sollbruchstellen ihren Schwanz abwerfen, dieser wächst dann kürzer und schmaler wieder nach.
Die Weibchen graben an sandigen Stellen kleine Löcher und legen 5-14 Eier ab, die Dauer bis zum Schlupf der Jungen ist von der Umgebungstemperatur abhängig.
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Nur die männlichen Zauneidechsen haben während der Paarungszeit eine grüne Färbung. Bildautor:Rainer Ulrich