Nachbericht zur Veranstaltung

Die Biosphäre Bliesgau und die Westpfalz als Modellregion für Elektromobilität

Etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, von Energieversorgern, kommunalen Verwaltungen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie wissenschaftlichen Einrichtungen kamen Ende Januar zu einem Impulstreffen "E-Mobilität Saar-Pfalz" in Blieskastel zusammen. Organisiert wurde die Gemeinschaftsveranstaltung von der Firma Hager, dem Biosphärenzweckverband Bliesgau, der Energieagentur Rheinland-Pfalz und dem Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) aus Saarbrücken.

Wie in den meisten anderen Regionen in Deutschland steht auch im Biosphärenreservat Bliesgau und in der Westpfalz das Thema Elektromobilität noch ganz am Anfang: Ladesäulen sind noch kaum anzutreffen und Elektromobile bislang einer kleinen Gruppe von Trendsettern vorbehalten.
Hager Group Foto5 Elektromobilitaet Treffen 150129

Handlungsbedarf besteht jedoch mehr denn je: Die Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich sind bislang mehr oder minder verpufft, machte Guillem Tänzer, Mobilitätsexperte des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (IZES), deutlich. Falls es aber gelingen sollte, den Strombedarf für elektrisch betriebene Fahrzeuge regenerativ darzustellen, bietet die Elektromobilität auch umweltpolitisch Vorteile gegenüber den fossilen Antriebstechniken. Nicht zuletzt belegen der Masterplan "100% Klimaschutz" für die Biosphäre Bliesgau, aber auch etliche Untersuchungen auf Bundesebene, dass über 80 Prozent der Fahrwege sich innerhalb eines Radius von 20 Kilometer um den Wohnort abspielen. Gerade diese ließen sich somit idealerweise mit Elektrofahrzeugen zurücklegen, so die Schlussfolgerung von Matthias Orth-Heinz, Regionalreferent der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Allerdings muss der Ausbau der Elektromobilität einher gehen mit einer veränderten Mobilitätskultur, einer besseren Verknüpfung der Energieträger und einem ausreichenden Angebot des Öffentlichen Verkehrs, so die Überzeugung des Saarbrücker Verkehrsplaners Axel Thös.
Trotz der noch vorhandenen Widrigkeiten bei der Nutzung von Elektromobilen machen bereits etliche Institutionen und Personen davon Gebrauch: Dr. Victor Klein, der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Birkenfeld, stellte das Elektro-Bürgerauto der Verbandsgemeinde vor. Hans Wagner, Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert, berichtete von seinen durchweg positiven Erfahrungen mit einem Elektrodienstfahrzeug. Ulrich Reiner schilderte das Modellprojekt "Autobleue", das die Firma Hager in Nizza realisieren konnte. Einen Blick nach vorne warf Marcus Wagner von der Firma SAP in Waldorf: Auch am Standort St. Ingbert plant SAP bis 2020 seinen Fuhrpark weitgehend auf Elektromobilität umzustellen.
Eine Forderung an die Politik richtete der Klimaschutzmanager der Biosphäre Bliesgau, Hans-Henning Krämer: Ohne ein umfassendes Förderprogramm des Bundes und ohne zusätzliche Unterstützung aus Landes- und EU-Programmen für Investitionen in die entsprechende Infrastruktur sei die bis 2020 geplante Zahl an Elektrofahrzeugen und Ladesäulen kaum erreichbar.
Zusammen wollen die beteiligten Partner in den kommenden Wochen und Monaten die Sondierungen nach Fördermöglichkeiten intensivieren und ein Umsetzungskonzept für die Modellregion erarbeiten.