Regionales Entwicklungskonzept

 


Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept (REK) hat sich die LAG Biosphärenreservat Bliesgau am saarändischen LEADER-Wettbewerb beteiligt und den 1. Platz belegt. Alle künftigen LEADER-Projekte werden auf diesem Konzept aufbauen:

 

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Textfassung:

PLAN ZUR ENTWICKLUNG DES LÄNDLICHEN RAUMS IM SAARLAND 2007–2013:
Regionales Entwicklungskonzept

Bewerbung der Lokalen Aktionsgruppe für den Schwerpunkt 4 (LEADER)

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1 ABGRENZUNG UND LAGE DER REGION
2 ZUSAMMENSETZUNG, ORGANISATIONSSTRUKTUR, ARBEITSWEISE UND EIGNUNG DER LAG
3 METHODIK DER ERARBEITUNG DES REK
4 IST-ANALYSE
4.1 Naturräumliche Gliederung und Umweltsituation
4.2 Demographische Situation
4.3 Wirtschaft und Arbeit
4.4 Tourismus und Freizeit
5 SWOT-ANALYSE
6 LEITBILD UND ENTWICKLUNGSZIELE
6.1 MAB-Programm
6.2 Europäische Nachhaltigkeitsstrategie
6.3 REK Biosphärenreservat Bliesgau
7 ENTWICKLUNGSSTRATEGIE
7.1 Handlungsfeld „Leben auf dem Land“
7.2 Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“
7.3 Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“
7.4 Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“
7.5 Bezug zu spezifischen Zielen von LEADER
8 AKTIONSPROGRAMM
9 MONITORING/EVALUIERUNG


ZUSAMMENFASSUNG DES REK DER "LEADER- REGION BIOSPHÄRENRESERVAT BLIESGAU"

Zusammensetzung, Organisationsstruktur, Arbeitsweise und Eignung der LAG:
Die „LAG Biosphärenreservat Bliesgau“ hat sich als Verein gegründet. Die LAG umfasst zurzeit 31 regionale Akteure (Teilnehmer Gründungsversammlung).
Die Mitgliedschaft weiterer regionaler Akteure ist jederzeit möglich und ausdrücklich erwünscht.
9 Vorstandsmitglieder: 3 kooptierte Mitglieder (Umweltministerium, Biosphärenzweckverband Bliesgau, Arbeitsgruppe der Kommunen), 6 Mitglieder aus den Bereichen „Leben auf dem Land“, „Regionale Wertschöpfung“, „Tourismus und Freizeit“, „Kulturlandschaftsentwicklung“, „Naturschutz“, „Kunst & Kultur“, 4 Fachforen (entsprechend den 4 Handlungsfeldern) als beratende Gremien, je ein Vorstandsmitglied als Forensprecher,Entscheidungsstrukturen werden in der Satzung und der Geschäftsordnung klar geregelt, Geschäftsstelle der LAG wird beim Biosphärenzweckverband Bliesgau angesiedelt.

Methodik der Erarbeitung des REK
- Aufbauend auf dem breit angelegten Leitbildprozess für das Biosphärenreservat Bliesgau sowie dem ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept).
- Breite Information der Öffentlichkeit in mehr als 40 Einzelveranstaltungen.
- Biosphärenzweckverband Bliesgau leitet federführend die Erstellung des REK.
- Fachforen konkretisieren die Inhalte der Handlungsfelder
- Abstimmung des Grobkonzeptes in der Mitgliederversammlung.
- Verabschiedung des REK durch den Vorstand

Ist-Analyse
Als wichtigste Spezifika der LEADER-Region werden folgende Merkmale identifiziert:
– Nationale Ausweisung als Biosphärenreservat (Anerkennungsverfahren bei der UNESCO läuft seit Sept. 2006)
– Markanter Gradient der Bevölkerungsdichte vom suburbanen bis zum rein ländlich geprägten Raum
– Grenzlage zu Frankreich
Bezogen auf die ökonomischen, sozialgemeinschaftlichen, natur- und kulturräumlichen Kenndaten ergeben sich folgende Charakteristika:
– Rückläufige Bevölkerungsentwicklung
– Rückläufige Entwicklung der Landwirtschaft
– Pendlerdefizite in den ländlichen Gebieten
– Hoher Anteil ökologisch wertvoller Flächen
– Zahlreiche Kulturdenkmäler

SWOT-Analyse
Aufbauend auf der Ist-Analyse werden 4 große Themenbereiche im Hinblick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken untersucht. Erkennbar wird ein klarer Hinweis auf die regionsspezifischen Defizite und Entwicklungshemmnisse. Diesen kann aber durch eine gezielte Förderung seiner weit reichenden Stärken und Entwicklungspotentiale begegnet werden kann. Die SWOT-Analyse dient im nächsten Schritt als Grundlage zur Festlegung der Schwerpunktthemen und der Entwicklungsziele. Folgenden zentralen Schwächen bzw. Risiken stehen entsprechende aus den endogenen Entwicklungspotentialen (Stärken) abgeleitete Chancen gegenüber:

– Leerstandsproblematik und Gefährdung der flächendeckenden wohnungsnahen Grundversorgung/Ansatz für innovative Wohn- und Versorgungsmodelle
– Wenige Arbeitsplätze im ländlichen Raum/gute Basis für breiten Ausbau der Regionalvermarktung vorhanden
– Nutzungsaufgabe auf vielen Flächen/hohes Biomassepotential
– Unterdurchschnittliche Kapazität von Unterkunftsbetrieben/gut ausgebautes Radwegenetz und Attraktivität der Kulturlandschaft

Leitbild und Entwicklungsziele
Das Leitbild „Biosphäre Bliesgau – Mosaik lebendiger Vielfalt“ wurde bereits im Vorfeld der LEADER-Ausschreibung im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen mit 90 BürgerInnen erarbeitet. Es spiegelt nicht nur ein wichtiges Charakteristikum der Region wider, sondern steht auch für die künftige Entwicklung der Region.

Als einzige LEADER-Region des Saarlandes müssen hier die Entwicklungsziele des REK sowohl den Kriterien der Europäischen Nachhaltigkeitsstrategie als auch den Kriterien für Biosphärenreservate nach UNESCO genügen. Unter Berücksichtigung der SWOT-Analyse ergeben sich folgende Schwerpunktthemen der Entwicklungsstrategie: Sicherung der Lebensqualität auf dem Land, Steigerung der regionalen Wertschöpfung, Förderung des naturverträglichen Tourismus, Förderung der leistungsfähigen Kulturlandschaft.
Innerhalb dieser Schwerpunktthemen werden konkrete Entwicklungsziele formuliert

Entwicklungsstrategie
Aus dem Leitbild und den Entwicklungszielen leitet sich die Entwicklungsstrategie des REK ab.
Die Umsetzung von LEADER konzentriert sich auf folgende Handlungsfelder:
Leben auf dem Land (übergeordnetes Handlungsfeld), Regionale Wertschöpfung, Tourismus und Freizeit, Kulturlandschaftentwicklung.
Alle Handlungsfelder sind vor dem Hintergrund der Herausforderungen des demographischen Wandels und des Wertewandels zu sehen.

Aktionsprogramm
Die Festlegung der prioritär umzusetzenden Maßnahmen ergibt sich aus dem Konkretisierungsgrad der eingereichten Projektanträge bzw. dem Stand der bereits erfolgten Planungen. Für die genannten Handlungsfelder sind folgende Leitprojekte geplant: Innovativer Umgang mit den Folgen des demographischen Wandels, regionale Produkte erzeugen und vermarkten, Freizeit-Mobilität, Erhaltung, Rekultivierung und Entwicklung des Landschaftsbildes.
Die Realisierungsvorstellungen für diese Leitprojekte sind aus dem Zeit- und Meilensteinplan (Entwicklungsstrategie) zu entnehmen.

Monitoring/Evaluation
Dem Monitoring liegt folgende Systematik zugrunde:
1) Zielerreichungskontrolle,
2) Ursachenanalyse für Stärken und Schwachpunkte,
3) Steuerung.
Das Monitoring erfolgt auf 3 strukturellen Ebenen:
1) Ebene des Einzelprojekts,
2) Ebene des REK,
3) Ebene des Landesprogramms.
Weiterhin wird zwischen der inhaltlichen Ebene (Erreichung inhaltlicher Ziele) und der Prozessebene (Ebene der lokalen Partnerschaft) unterschieden.

Finanzierungskonzept
Das Finanzierungskonzept legt den Schwerpunkt auf das Querschnitts-Handlungsfeld „Leben auf dem Land“ (900.000 €), die drei übrigen werden mit dem jeweils gleichen Finanzvolumen geplant (700.000 €).
Durch die Leitprojekte sind bis 2010 zwischen etwa 50–80 Prozent der Mittel verplant.

Antragsteller
LAG Biosphärenreservat Bliesgau e. V., Vorsitzender Dr. Markus Monzel, c/o Biosphärenzweckverband Bliesgau, Zweibrücker Straße 5, 66440 Blieskastel,
Telefon (0 68 42) 9 60 09-0, Fax (0 68 42) 9 60 09-29

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1 ABGRENZUNG UND LAGE DER REGION

Die LEADER-Region Biosphärenreservat Bliesgau ist im Wesentlichen deckungsgleich mit dem Biosphärenreservat Bliesgau, im Folgenden BR Bliesgau oder LEADER-Region genannt. Im Vergleich zum Biosphärenreservat Bliesgau ist der Stadtteil St. Ingbert Mitte nicht Teil der LEADER-Region BR Bliesgau, da die Vorgaben des Landes die Integration von Orten mit mehr als 10.000 Einwohnern in eine LEADER-Gebietskulisse nicht erlauben.

Die LEADER-Region liegt im Südosten des Saarlandes und wird im Süden durch die Staatsgrenze zu Frankreich und im Osten durch die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz begrenzt. Sie umfasst die Gemeinden Gersheim, Mandelbachtal, Kirkel, Kleinblittersdorf, die Stadt Blieskastel sowie Stadtteile von St. Ingbert (Hassel, Oberwürzbach, Rentrisch, Rohrbach) und Homburg (Beeden, Einöd, Kirrberg, Schwarzenacker, Schwarzenbach, Wörschweiler). Sie vereinigt somit wesentliche Teile des Saarpfalz-Kreises (ca. 90 Prozent) sowie einen kleineren Teil des Stadtverbands Saarbrücken (8 Prozent) auf ihrer Fläche. Insgesamt leben hier etwa 79.000 Einwohner auf einer Fläche von knapp 33.000 ha.

Die LEADER-Region ist von den mittel- und oberzentralen Orten Homburg, St. Ingbert, Zweibrücken, Saarbrücken und auf französischer Seite von Saargemünd umgeben. Daraus resultieren zahlreiche gewachsene Stadt- Land-Beziehungen. So arbeiten zahlreiche Bewohner des BR Bliesgau in den umliegenden Städten, Jugendliche besuchen die weiterführenden Bildungseinrichtungen, Einkäufe werden in den Städten erledigt.

Das BR Bliesgau versorgt die Städte mit regionalen Produkten, wobei das Angebot weiter ausgebaut werden soll. Umgekehrt ist das BR Bliesgau ein beliebter Naherholungsort für die Menschen des Verdichtungsraums. Die gesamte Region repräsentiert eine einzigartige, historisch gewachsene Kulturlandschaft. Auf dem Weg zur Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat sind innerhalb dieses Gebietszuschnittes bereits viele Regionalinitiativen entstanden. Zahlreiche regionale Akteure haben in den vergangenen Jahren erfolgreich Regionalentwicklungsprojekte umgesetzt und arbeitsfähige Strukturen aufgebaut. Daher erfüllt die LEADER-Region BR Bliesgau alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verwirklichung der LEADER-Idee im Saarland.

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2 ZUSAMMENSETZUNG, ORGANISATIONSSTRUKTUR, ARBEITSWEISE UND EIGNUNG DER LAG

Träger der Entwicklungsstrategie und verantwortlich für deren Umsetzung im Sinne einer Lokalen Aktionsgruppe (LAG) ist der Verein „Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau e. V.“. Ziel des Vereins ist im Allgemeinen die Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung im Bliesgau im Sinne der UNESCO-Kriterien für Biosphärenreservate sowie die Umsetzung der vorliegenden LEADER-Entwicklungsstrategie im Speziellen.
Der Verein „Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau e. V.“ ist Antragsteller und Zuwendungsempfänger der LAG.
Die Organisationsstruktur und die Zusammensetzung der LAG ermöglicht in besonderer Weise die aktive Zusammenarbeit regionaler Akteure in einer ausgewogenen und repräsentativen Partnerschaft. Die Verbindung zum Biosphärenzweckverband Bliesgau wird durch
ein kooptiertes Vorstandsmitglied gewährleistet.
In der Mitgliederliste wird deutlich, dass die LAG ein sehr breites Spektrum an lokalen Akteuren aus unterschiedlichen ökonomischen, politischen, sozialgemeinschaftlichen und kulturellen Bereichen des Gebietes vereint.
Im Verlauf der weiteren Entwicklung des Vereins zu einer aktiven Regionalinitiative ist die Mitgliedschaft für weitere regionale Akteure möglich und ausdrücklich erwünscht. Für eine transparente und effiziente Umsetzung seiner Ziele und Aufgaben verfügt der Verein über folgende Organe:

Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist die Basis des Vereins. Sie entscheidet insbesondere über Mitgliedsanträge sowie die Besetzung des Vorstands mit Ausnahme der in §9 Abs. 1 Satz 2 genannten Vorstandsmitglieder.
Vorstand Entscheidungsorgan der LAG ist der Vorstand. Neben den Sprechern der Fachforen gehören dem Vorstand je ein Vertreter des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, des saarländischen Umweltministeriums und der Arbeitsgemeinschaft der Kommunen als kooptierte Mitglieder an. Des Weiteren sind die Bereiche „Naturschutz“ und „Kunst & Kultur“ durch jeweils ein Mitglied vertreten. Dem Vorstand obliegt die Entscheidung über die Befürwortung von LEADER-Projektanträgen und deren Weiterleitung an die LEADER- Bewilligungsstelle beim saarländischen Umweltministerium. Die Transparenz und Eindeutigkeit der Entscheidungsstrukturen wird in der Satzung und der Geschäftsordnung (in Bearbeitung) der LAG ausführlich dargestellt.

Fachforen
Entsprechend der Handlungsfelder des REK werden Fachforen etabliert. Die Fachforen dienen dem themenbezogenen Informationsaustausch, der kritischen Diskussion der Entwicklungsfortschritte, der Entwicklung von Projektideen ebenso wie der Vernetzung der regionalen Akteure eines Handlungsfeldes. Die Mitgliederversammlung entsendet je ein Mitglied des Vorstands in die jeweiligen Fachforen.

Projektteams
Zur Erarbeitung konkreter Projektanträge und deren Umsetzung kann der Vorstand Projektteams einberufen.

Geschäftsstelle
Zur Unterstützung der Vereinsarbeit wird eine Geschäftsstelle und ein Regionalmanagement eingerichtet (Regionalbüro).
Dieses Regionalbüro wird bei der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbands Bliesgau angesiedelt.

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3 METHODIK DER ERARBEITUNG DES REK

Das REK Biosphärenreservat Bliesgau knüpft an die verschiedenen Regionalentwicklungsaktivitäten an, die in den vergangenen Jahren von zahlreichen regionalen Akteuren angestoßen wurden. Zu nennen sind hier insbesondere die Initiativen zur Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat, der Leitbildprozess für das Biosphärenreservat Bliesgau, die Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) sowie die Aktivitäten des Vereins der Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e. V..
Im Rahmen des Leitbildprozesses haben in mehreren Workshops zahlreiche Akteure aus Politik, öffentlichem Leben und engagierte Bürgerinnen und Bürger teilgenommen und gemeinsam das Leitbild für die Region erarbeitet.
Der ILEK-Prozess baute auf diesen Ergebnissen auf. Am Ideenwettbewerb ILEK-Bliesgau haben sich über 140 regionale Akteure beteiligt, und es wurden insgesamt 82 Projektideen entwickelt. Weiterhin wurden regionale Akteure in 43 Einzelveranstaltungen von Seiten des Biosphärenzweckverbandes über die LEADER-Initiative informiert (s. Liste der Veranstaltungen im Anhang). Darüber hinaus wurden im Rahmen der Erarbeitung des REK alle Gemeinden im Gebiet aufgefordert, Projektideen einzureichen.
Am 26. 09. 2007 fand auf Initiative des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau eine Informationsveranstaltung zu LEADER statt.
Eingeladen waren 57 regionale Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Umweltschutz, Landwirtschaft, Forschung, Lokale Agenda 21, Kirche, Forst und Energie. Im Rahmen dieser Sitzung wurden sowohl die Organisationsstruktur der LAG, als auch die Handlungsfelder und Schwerpunktthemen vorgestellt und diskutiert. Das Ministerium für Umwelt des Saarlandes informierte über die Ausgestaltung von LEADER im Saarland. Am 23.10.2007 erfolgte die konstituierende Sitzung der LAG (s. Satzung und Mitgliederliste). Am 29. 10. 2007 fanden Workshops der vier Fachforen statt. In seiner Sitzung vom 06. 11. 2007 entschied der LAG-Vorstand über die Leitprojekte sowie das Finanzierungskonzept des REK. Alle Bausteine wurden anschließend in das REK eingearbeitet. Per fernmündlicher Abstimmung hat der LAG-Vorstand das REK angenommen. Der Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung, die sich in der Ausarbeitung befindet.

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4 IST-ANALYSE

Die nachfolgende Ist-Analyse beschreibt die natur- und strukturräumlichen sowie
sozioökonomischen Gegebenheiten in der LEADER-Region, die zur unmittelbaren Begründung von Handlungsfeldern und Leitprojekten führen.

4.1 Naturräumliche Gliederung und Umweltsituation

Das BR Bliesgau ist eine extensiv genutzte Kulturlandschaft, die sich durch eine Fülle von schutzwürdigen Lebensräumen und ein reichhaltiges kulturelles Erbe auszeichnet. Im Norden dominieren stark bewaldete Buntsandsteingebiete, im Süden landwirtschaftlich genutzte Muschelkalkgebiete. Zu diesen Naturräumen gehören der „Saar-Blies-Gau“ und der „Zweibrücker Westrich“, wohingegen der „Saarbrücken-Kirkeler-Wald“, die „St. Ingberter Senke“ und das „Homburger Becken“, das allerdings von der Region nur angeschnitten wird, zu den Buntsandsteingebieten gehören. In den für mitteleuropäische Hügellandschaften typischen Höhen von 190 m bis knapp über 400 m ü. N.N. haben sich im Laufe der Landschaftsentwicklung verschiedene Naturräume ausgebildet. Die Landschaft des BR Bliesgaus wird seit 7.000 Jahren durch das Zusammenspiel naturräumlicher Gegebenheiten und menschlicher Nutzung geformt.

Im BR Bliesgau gibt es sowohl die höchste Dichte an europa-, bundes- und landesweit bedeutsamen Lebensraumtypen und Arten im Saarland als auch die größte Dichte gemeldeter NATURA 2000-Gebiete (FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete) im Vergleich zu den übrigen saarländischen Naturräumen. Im BR Bliesgau widmen sich zahlreiche Naturschutzvorhaben dem Erhalt des wertvollen landschaftlichen Mosaiks verschiedener Lebensräume. Dazu gehört z. B. das Naturschutzgroßvorhaben „Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe“ zur Ausweisung von Flächen von gesamtstaatlicher Bedeutung für den Naturschutz der Bundesrepublik. Dabei wird auf einer Projektfläche von mittlerweile über 2.000 ha die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft gefördert. Insgesamt gibt es 28 Naturschutzgebiete sowie 29 Landschaftsschutzgebiete in der Region. Viele dieser Flächen gehören gleichzeitig zu den 32 Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebiete).
14,8 Prozent des BR Bliesgau sind als FFH-Gebiete gemeldet, 8,25 Prozent sind als Naturschutzgebiete rechtlich gesichert sein und 43 Prozent sind bisher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

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4.2 Demographische Situation

Die LEADER-Region BR Bliesgau liegt mit einer Bevölkerungsdichte von ca. 240 Einwohnern
pro km² über dem Bundesdurchschnitt, gehört innerhalb des Saarlands jedoch zu den dünnerbesiedelten Gebieten. Zwischen den verschiedenen Bliesgau-Gemeinden bestehen deutliche Unterschiede in der Bevölkerungsdichte, so dass der genannte Wert den Durchschnitt eines gradierten vom suburbanen bis zum rein ländlich geprägten Gebietes bildet.

Bevölkerungsentwicklung und demographischer Wandel

Die Bevölkerungsentwicklung ist ein Thema, das für die Zukunft der Regionen in Deutschland und Europa eine entscheidende Rolle spielt. Das Leitmotiv des Biosphärenreservates Bliesgau ist „Nachhaltige Regionalentwicklung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels“. Für den Saarpfalz-Kreis wird zwischen 2002 und 2030 ein Bevölkerungsrückgang von ca. 15 Prozent prognostiziert. Die Zahl der über 64-jährigen wird nach dieser Prognose im gleichen Zeitraum um ca. 31 Prozent steigen, die Zahl der unter 18-jährigen um 24 Prozent abnehmen. Dieser demographische Wandel führt also zu sinkenden Einwohnerzahlen sowie zur Überalterung der Gesellschaft.

Siedlungs- und Dorfentwicklung

Eines der daraus resultierenden Probleme ist der zunehmende Leerstand von Gebäuden. In den Kommunen Mandelbachtal, Gersheim, Kleinblittersdorf und St. Ingbert wurden bereits leer stehende Gebäude erfasst, Rahmen des Programms MELanIE hat die Gemeinde Mandelbachtal Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Besitzer leer stehender Bausubstanz eingerichtet und eine kommunale Gebäudebörse ins Leben gerufen. Für zahlreiche Orte liegen Dorfentwicklungspläne vor.

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4.3 Wirtschaft und Arbeit

Arbeitsplätze vor Ort sind neben einer hohen Lebensqualität die wichtigsten Voraussetzungen, um die Menschen in einer Region zu binden. Die Steigerung der regionalen Wertschöpfung kann einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort und damit zur regionalen Identität leisten.
Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2003 waren 326 landwirtschaftliche Einzelunternehmen ansässig. Davon wurden 123 Betriebe im Haupterwerb und 203 im Nebenerwerb geführt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist rückläufig. Traditionell existierten in der LEADER-Region extensive Landnutzungsformen. Durch den großen Flächenanteil mit Dauergrünland (53 Prozent) und den hohen Anteil ökologischen Landbaus (9,2 Prozent) ist der Anteil extensiver und ressourcenschonender Bewirtschaftungsweisen hoch. Prägend für das Landschaftsbild sind die zahlreichen Streuobstwiesen. Diese Streuobstbestände können langfristig nur durch eine wirtschaftliche Nutzung erhalten und weiterentwickelt werden. Dieser Aufgabe stellt sich im BR Bliesgau insbesondere der Verein Bliesgau Obst e. V. durch die Streuobstaufpreisvermarktung.
Der Verein Bliesgau Genuss e. V. ist die Regionalvermarktungsinitiative des Biosphärenreservates Bliesgau. Die Instrumente zur Regionalvermarktung (Bliesgau- Regal und Bliesgau-Kiste) bündeln über 70 regionale Produkte verschiedener Produzenten, um sie gemeinsam zu vermarkten. Auch innerhalb der Wertschöpfungskette Holz bieten sich Entwicklungspotentiale. Ein Netzwerk von Schreinereien in der LEADER-Region fertigt aus regionalen Hölzern Bliesgau-Möbel. Die Schreinerei Kempf in Gersheim verfügt über die einzige Holztrocknungsanlage im Saarland.

Erneuerbare Energien
Im Saarpfalz-Kreis gibt es sowohl private Initiativen als auch öffentliche Stellen, die die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen. Der Saarpfalz-Kreis wurde für den Biomasse- Masterplan des Ministeriums für Umwelt als Modell-Landkreis im Saarland ausgewählt. Auch bezüglich des Themas Biomasse liegen erhebliche Entwicklungschancen im BR Bliesgau, wobei verschiedene Bio-Energieträger eine unterschiedliche Bedeutung haben.
In folgender Tabelle zeigt sich das hohe Biomasse- Energiepotential der Region im Bereich Gras. Im November 2006 hat sich der Arbeitskreis „Regenerative Energien und effiziente Energienutzung in der Biosphäre Bliesgau“ gegründet.

Grundversorgung und öffentliche Einrichtungen
Die wohnungsnahe Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs ist nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Mancherorts können die Lücken durch andere Verkaufsformen, wie z. B. mobile Händler oder Direktvermarkter, teilweise gedeckt werden. Neue Nahversorgungskonzepte werden im Bliesgau u. a. durch sog. KOMM-IN Zentren realisiert.
Im Rahmen des Projektes „Mobil im Saarpfalz- Kreis“ wurden Grundlagendaten und Maßnahmenvorschläge zur Optimierung des ÖPNV erarbeitet und teilweise bereits umgesetzt.

Arbeitsmarkt
Im Vergleich von Beschäftigten am Wohnort und am Arbeitsort zeigen sich die Pendlerüberschüsse und -defizite der Gemeinden im BR Bliesgau. Den Pendlerüberschüssen der Städte St. Ingbert, Homburg und Saarbrücken stehen ausgeprägte Pendlerdefizite der übrigen Bliesgau-Gemeinden gegenüber. Die Pendlerbeziehungen verdeutlichen die Stadt-Land-Beziehungen zwischen dem BR Bliesgau und den umliegenden Städten. Viele Bewohner schätzen die Region als Wohn- und Lebensraum und die Nähe zu den umliegenden Städten mit ihren Arbeitsplätzen.

Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenquote des Saarpfalz-Kreises lag mit 7,8 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 9,5 Prozent.

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4.4 Tourismus und Freizeit

Kultur- und Freizeitangebote dienen als Angebote für die örtliche Bevölkerung sowie als Bausteine des touristischen Angebots. Besonders hervorzuheben ist die attraktive Kulturlandschaft. Zu den Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen gehören weiterhin Baudenkmäler und historische Zeugnisse. Besondere Schwerpunkte im Bereich Tourismus und Freizeitgestaltung liegen in den Sektoren Reit- und Wandertourismus, innerhalb derer auch bereits integrierte oder themenspezifische Pauschalangebote angeboten werden (u. a. „Bliesgauritt“ und „Saarland- Tafeltouren“). Die Gemeinde Mandelbachtal wurde 1994 auf Bundesebene als „Pferdefreundlichen Gemeinde“ ausgezeichnet. Das touristische Radwegenetz ist gut ausgebaut. Diesen positiven Gegebenheiten steht eine unterdurchschnittliche Kapazität von Unterkunftsbetrieben gegenüber. Enormes Entwicklungspotential liegt in einer besseren individuellen Positionierung der vorhandenen Betriebe am Markt sowie der Förderung zielgruppenorientierter Angebote. Als Schwäche ist auch das Fehlen einer zentralen Anlauf bzw. Informationsstelle zu nennen.

Regionale Entwicklungsaktivitäten und Vereinsleben
Das Vereinsleben in der LEADER-Region ist stark ausgeprägt. Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels muss Vereinsleben zukünftig auch gemeindeübergreifend stattfinden. Aktive lokale Agenda 21-Gruppen gibt es wenige, wie z. B. in St. Ingbert. Deren Aktivitäten fokussieren sich in erster Linie auf eine nachhaltige Entwicklung der Kernstadt, die sich außerhalb der durch LEADER förderfähigen Gebietskulisse befindet.
Die Spezifika der LEADER-Region lassen sich wie folgt zusammenfassen:
– Nationale Ausweisung als Biosphärenreservat
– Markanter Gradient der Bevölkerungsdichte vom suburbanen bis zum rein ländlich geprägten Raum
– Grenzlage

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5 SWOT-ANALYSE

Auf Grund der dargestellten Ist-Analyse ergibt sich für den Bliesgau ein klares Bild regionsspezifischer Defizite und Entwicklungshemmnisse, denen durch eine gezielte Förderung seiner weitreichenden Stärken und Entwicklungspotentiale begegnet werden soll. Die folgende Gegenüberstellung der Stärken und Schwächen innerhalb der aufgeführten Themen soll als konkreter Ansatzpunkt für die zu formulierenden Handlungsfelder und Entwicklungsschwerpunkte des vorliegenden REK dienen.

 

REGIONALE WERTSCHÖPFUNG - Stärken und Schwächen

STÄRKEN

  • Hoher Anteil an produzierendem Gewerbe, öffentliche und private Dienstleistungen sowie Handel und Gastgewerbe
  • gutes Angebot an Arbeitsplätzen in den nahe gelegenen Städten
  • geringe Arbeitslosenquote
  • Basis zur Regionalvermarktung durch Bliesgau Obst e.V. und Bliesgau Genuss e.V.
  • zahlreiche Initiativen mit dem Ziel der Nutzung erneuerbarer Energien
  • hohes Biomasse-Energiepotential bei Gras

SCHWÄCHEN

  • rückläufige Betriebszahlen bei landwirtschaftlichen Betrieben
  • geringes Angebot an Arbeitsplätzen im Bliesgau
  • geringe Erwerbsquote, v.a. bei Frauen
  • sehr hohes Penleraufkommen
  • geringes Energiepotiential bei Holz

KULTURLANDSCHAFTSENTWICKLUNG - Stärken und Schwächen

STÄRKEN

  • europaweit einzigartige, weil arten- und kulturlandschaft strukturreiche Kulturlandschaft
  • hohe Dichte an NSG, LSG und FFH-Gebieten
  • Fülle an kulturhistorische Besonderheiten
  • Lage an der Nahtstelle Europas
  • landschaftsprägende Streuobstgürtel

SCHWÄCHEN

  • Tendenz zur Uniformierung der Kulturlandschaft,
  • fortschreitende Verlust von Lebensraumtypen und Arten
  • geringe Inwertsetzung von Kulturlandschaft

TOURISMUS UND FREIZEIT - Stärken und Schwächen

STÄRKEN

  • attraktive Landschaft und reiches, kulturelles Erbe als Grundlage,
  • zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Region,
  • sehr gutes Netz an Rad- und Wanderwegen.

SCHWÄCHEN

  • als touristische Region weitgehend unbekannt,
  • fehlende integrierte Angebote mit entsprechender Infrastruktur,
  • mangelnde Übernachtungsmöglichkeiten,
  • fehlende Angebote für spezielle Interessengruppen.

LEBEN AUF DEM LAND - CHANCEN und RISIKEN

CHANCEN

  • Dorferneuerungskonzepte
  • Aubau von Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Besitzer leer stehender Bausubstanz und einer kommunalen Gebäudebörse in Mandelbachtal;
  • mehrere MELANIE-Projekte,
  • mobile Händler und Direktvermarkter
  • Komm-in-Zentren
  • gute Grundlagen zur ÖPNV-Entwicklung durch Modellprojekt "Mobil im Saarpfalz-Kreis
  • sehr aktives Vereinsleben

RISIKEN

  • Siedlungsflächenzuwachs trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen
  • hohes zukünftiges Leerstandsrisiko
  • fehlende gemeindeübergreifende Vernetzung von Vereinsaktivitäten.

REGIONALE WERTSCHÖPFUNG - CHANCEN und RISIKEN

CHANCEN

  • verschiedene Ansätze zur Erhöhung der Wertschöpfung durch landwirtschaftliche Produkte in der Region
  • breite Palette regionaler Produkte
  • Ansätze zum Ausbau der Wertschöpfungskette Holz
  • mehr Kompostieranlagen mit Biomasse-Potentialen zur Energiegewinnung

RISIKEN

  • sinkende Bereitschaft zur Hofübernahmen
  • Abhängigkeit des Anbaus regenerativer Energieträger vom Weltmarkt, wirtschaftliche Effizienz stark abhängig von schwankenden Getreidepreisen

KULTURLANDSCHAFTSENTWICKLUNG - CHANCEN und RISIKEN

CHANCEN

  • vergleichsweise hohe Anzahl an landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben
  • strukturreiche und grosse zusammenhängende NATURA-2000-Schutzgebiete,
  • mehrere Naturschutzgroßvorhaben
  • großes touristisches Potential

RISIKEN

  • Bedrohung bestimmter Landschaftselemente durch Nutzungsintensivierung
  • Bedrohung bestimmter Landschaftselemente durch Nutzungsaufgabe.

TOURISMUS UND FREIZEIT - CHANCEN und RISIKEN

CHANCEN

  • gute Voraussetzungen für den Ausbau des Aktivtourismus,
  • grosse Potential an Tagesauflüglern aus den Städten

RISIKEN

  • sinkende Gäste- und Übernachtungszahlen ain allen Gemeinden außer Homburg

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6 LEITBILD UND ENTWICKLUNGSZIELE

Das Leitbild der LEADER-Region heißt „Biosphäre Bliesgau – Das Mosaik lebendiger Vielfalt“. Der Begriff Mosaik betont das Verständnis der Region als Gesamtbild aus dem Zusammenspiel der Bereiche Natur und Landschaft, Wirtschaften und Arbeiten sowie Kultur und Geschichte. Hinzu kommen die Menschen des BR Bliesgaus.
Der Leitbildprozess beinhaltete sechs Workshops im Jahr 2005 mit über 90 Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen und gesellschaftlichen Repräsentanten.
Die prioritären Entwicklungsziele des REK BR Bliesgau leiten sich aus zwei Pfeilern ab, die das Grundgerüst des BR Bliesgau darstellen. Die Region bekennt sich durch das Bestreben um Anerkennung als UNESCOBiosphärenreservat zu den Zielsetzungen des „Man and Biosphere-Programms“ (MABProgramm) der UNESCO.
Zum zweiten steht die Teilnahme im Wettbewerb um die Anerkennung als europäische LEADER-Region in der Tradition der Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union.
Die folgende Abbildung zeigt schematisch die Zielstruktur des REK.
Im Folgenden werden diese beiden Grundpfeiler des REK näher erläutert und anschließend die wichtigsten Ziele für das BR Bliesgau abgeleitet.

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6.1 MAB-Programm

Mit dem Antrag auf Anerkennung zum UNESCO-Biosphärenreservat haben sich die
Akteure des Biosphärenreservates Bliesgau der Herausforderung gestellt, eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu gestalten.
„Das Konzept von MAB entspricht dem Anliegen der UNESCO, die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen“ (Deutsche UNESCO-Kommission e. V.). Auf diese Weise umfasst die angestrebte Entwicklung alle Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziokultur. Als direkte Konsequenz des ersten Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro entwickelte sich im Rahmen
des MAB-Programmes die so genannte Sevilla-Strategie mit folgenden Zielsetzungen
für UNESCO-Biosphärenreservate:
– Nutzung der Biosphärenreservate zur Erhaltung der natürlichen und kulturellen Vielfalt
– Nutzung der Biosphärenreservate als Modelle für die Landbewirtschaftung und für Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung
– Nutzung der Biosphärenreservate zur Forschung, Umweltbeobachtung, Bildung und Ausbildung
– Umsetzung des Konzeptes der Biosphärenreservate

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6.2 Europäische Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltige Entwicklung ist seit 1998 als grundlegendes Ziel europäischer Politik im EG-Vertrag verankert. Die 2001 in Göteborg verabschiedete „Europäische Nachhaltigkeitsstrategie“ stellt eine Weiterentwicklung der zuvor verabschiedeten „Lissabon- Strategie“ dar, welche eher auf Wachstum und Beschäftigung ausgerichtet war. Gemeinsam decken die Strategien alle Dimensionen der Nachhaltigkeit ab.
Im Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums im Saarland 2007–2013 sind folgende Ziele schwerpunktübergreifend festgelegt:
– Wachstum und Beschäftigung gemäß der Lissabon-Strategie
– Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele im Sinne der Göteborg-Strategie

Das Zusammenspiel beider Konzepte stellt die Ausrichtung der EU-Politik auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Im vergangenen Jahr wurde die „Europäische Nachhaltigkeitsstrategie“ überarbeitet und umfasst folgende zentrale Herausforderungen, aus denen sich Ziele und Maßnahmen ableiten:
– Klimaänderung und umweltfreundliche Energie
– Nachhaltiger Verkehr
– Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
– Erhaltung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen
– Förderung der öffentlichen Gesundheit
– Soziale Eingliederung, Demographie und Migration
– Globale Herausforderungen in Bezug auf

Armut und nachhaltige Entwicklung
In der Interventionslogik der EU dient der Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) der Umsetzung der übergeordneten Ziele der EU im ländlichen Raum. Der ELER trägt dabei laut EU-Verordnung zur Förderung nachhaltiger Entwicklung des ländlichen Raums in der gesamten Gemeinschaft bei.
Die zentralen Ziele, wie sie auch im entsprechenden Planungsdokument des Saarlandes verankert sind, sind hierbei:
– Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft durch Förderung der Umstrukturierung, der Entwicklung und der Innovation
– Verbesserung der Umwelt und der Landschaft durch Förderung der Landbewirtschaftung
– Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der Wirtschaft

Zusätzlich sind im saarländischen ELER-Programm folgende Querschnittsziele festgelegt:
– Weiterentwicklung vorhandener Stadt-Land-Beziehungen
– Stärkung der gesellschaftlichen Gleichberechtigung
– Ausbildung und Stärkung von über lokalen Netzwerken
– Qualifizierung

6.3 REK Biosphärenreservat Bliesgau

Aus den vorgenannten Rahmenkonzepten und -strategien leiten sich die zentralen Entwicklungsziele des REK Biosphärenreservat Bliesgau ab.
Die folgenden Schwerpunktthemen mit den entsprechend zugeordneten zentralen Entwicklungszielen sind als Bausteine einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu verstehen, um das Mosaik lebendiger Vielfalt zukunftsfähig zu gestalten.
Schwerpunktthemen für die nachhaltige Entwicklung im BR Bliesgau sind daher:

Sicherung der Lebensqualität auf dem Land durch
– Erhalt der dörflichen Strukturen und der Attraktivität der Kulturlandschaft
– Sicherung der Grundversorgung in den Dörfern
– Förderung einer nachhaltigen Mobilität
– Förderung der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit

Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch
– Aus- und Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten
– Förderung von Existenzgründungen
– Förderung nachhaltiger Handwerkerdienstleistungen
– Koordination von Initiativen zur Nutzung erneuerbarer Energien

Förderung eines naturverträglichen Tourismus' durch
– Entwicklung eines klaren touristischen Profils
– Gezielte touristische Vermarktung des BR Bliesgau
– Steigerung der Wertschöpfung aus der bestehenden Tourismusinfrastruktur
– Durchführung einer Qualitätsoffensive bei den Tourismusanbietern

Förderung einer leistungsfähigen Kulturlandschaft durch
– Stärkung des Prinzips „Nutzen statt Pflegen“
– Stärkung des vorhandenen landwirtschaftlichen Potentials und der Regionalvermarktungsinitiativen zur Sicherung der nachhaltigen Nutzung der Kulturlandschaft
– Touristische, aber auch ideelle Inwertsetzung der reichhaltigen Natur- und Kulturlandschaft.

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7 ENTWICKLUNGSSTRATEGIE

Auf Grundlage der SWOT-Analyse sowie des Leitbildes und der Entwicklungsziele der Region konzentriert sich das REK bezüglich der Umsetzung von LEADER auf folgende Handlungsfelder:
– Leben auf dem Land
– Regionale Wertschöpfung
– Tourismus und Freizeit
– Kulturlandschaftsentwicklung

Das Handlungsfeld „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ stellt darüber hinaus eine sinnvolle und wichtige Ergänzung dieser Handlungsfelder dar. Im Juli 2007 fand eine Klausur-Tagung zum Thema „Darstellung, Vermittlung und Vermarktung des Biosphärenreservats Bliesgau“ statt. Dabei wurde deutlich herausgearbeitet, dass die große Stärke des BR Bliesgau in der Positionierung als Bildungsstandort für nachhaltige Entwicklung liegt. BNE ist ein entscheidender Faktor, um die Wertschätzung der Landschaft zu erhöhen und eine Sensibilisierung der Bevölkerung für den Leitgedanken der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen. Kombiniert mit touristischen Angeboten können so auch neue Wertschöpfungsmöglichkeiten entstehen. Auch wenn eine Förderung der Maßnahmen dieses Handlungsfeldes durch LEADER in der aktuellen Förderperiode nicht möglich ist, wird es aufgrund seiner tragenden Rolle in der Regionalentwicklung dennoch an dieser Stelle erwähnt.
Die folgende Abbildung verdeutlicht die Grundstruktur der Entwicklungsstrategie.Schematisch werden die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Handlungsfeldern dargestellt. Zusammen bilden sie das „Haus der nachhaltigen Regionalentwicklung“ im Bliesgau, unter dessen Dach die strategisch passenden Projekte angesiedelt werden. Das Dach des Hauses bildet das Handlungsfeld „Leben auf dem Land“. Gestützt wird es durch die drei Säulen „Regionale Wertschöpfung“, „Tourismus und Freizeit“, „Kulturlandschaftsentwicklung“ und in abgeschwächter Darstellung „BNE“. Das Fundament des Hauses bilden symbolisch die Bausteine der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziokultur. Eingebettet sind die Handlungsfelder in den demographischen Wandel.

Im BR Bliesgau wird das „Haus der nachhaltigen Regionalentwicklung“, das Biosphärenhaus, entstehen. Hier werden alle fünf Handlungsfelder der Entwicklungsstrategie (anlog dem REK und der Abbildung) konkrete, sichtbare und erlebbare Formen annehmen. Eine wichtiges Merkmal des Biosphärenhauses wird seine Vernetzung mit den Akteuren der Region sein. Da das „Haus der nachhaltigen Regionalentwicklung“ alle Handlungsfelder des REK umfasst, ist das Vorhaben „Biosphärenhaus“ ein übergeordnetes Leitprojekt des REK.

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7.1 Handlungsfeld „Leben auf dem Land“

Die hohe Lebensqualität ist eine der Hauptstärken des Bliesgaus. Sie zeichnet sich aus durch eine vielfältige und attraktive Kulturlandschaft, eine ausgeprägte Stadt-Land- Beziehung sowie Menschen, die sich mit ihrer Region identifizieren und denen ein aktives Dorfleben wichtig ist. Das Leben auf dem Land soll für die Menschen weiterhin attraktiv bleiben und weiterentwickelt werden. Unter diesem Handlungsfeld sind sowohl „harte“ als auch „weiche“ Entwicklungsmaßnahmen vereint, die sich den veränderten Rahmenbedingungen, bedingt durch den demographischen Wandel, annehmen. Die Altersstruktur der Dorfgemeinschaft wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern. Die Neuorganisation des Zusammenlebens verschiedener Generationen im Dorf wird zunehmend wichtiger, da sich die traditionelle Sozialstruktur verändert. Der Bevölkerungsrückgang gefährdet die Gewährleistung einer ausreichenden Grundversorgung und wird einen zunehmenden Leerstand in den Ortskernen mit sich bringen.

Der demographische Wandel birgt auch Chancen. Die Zahl älterer Menschen wird steigen, gleichzeitig nimmt damit der Anteil an Rentnern zu, die ihre freie Zeit sinnvoll nutzen möchten. Leerstände bieten zugleich Risiken und Chancen der Dorfentwicklung. Durch gezieltes Leerstandsmanagement können Flächen und Gebäude neuen Nutzungen zugeführt werden.
Die Aufrechterhaltung der Grundversorgung erfordert eine starke Gemeinschaft, die ihre Kapazitäten und ihre Kreativität einsetzt, um innovative Modelle (KOMM-INs, mobile Versorgungseinrichtungen, etc.) voran zu treiben.
Das BR Bliesgau hat den Anspruch, in allen Lebensbereichen modellhafte Ansätze einer zukunftsfähigen Entwicklung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des Wertewandels aufzuzeigen.
Wichtige Tätigkeitsbereiche des Handlungsfeldes sind daher:
– Neuorganisation des Zusammenlebens verschiedener Generationen
– Aufrechterhaltung der Grundversorgung
– Innovative Formen im Umgang mit (zukünftigen) Leerständen
– Stärkung der innerörtlichen Sozialstrukturen

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Projekte im Handlungsfeld „Leben auf dem Land“

L e i t p r o j e k t :
„Innovativer Umgang mit den Folgen des demographischen Wandels“

Die angestrebten Ziele innerhalb des Handlungsfeldes
werden unter diesem Leitprojekt zusammengefasst. Um der Mannigfaltigkeit dieses Themas gerecht zu werden , setzt sich dieses Leitprojekt aus mehreren Bausteinen (Teilprojekten) zusammen. Im Folgenden werden die Teilprojekte vorgestellt und gegebene Bezüge zu den anderen Handlungsfeldern aufgezeigt.

Teilprojekt A :
„Generationenhof Römerturm
“ (Generationenhof Römerturm e. V.). Das Teilprojekt ist ein facettenreiches Modell zum Umgang mit dem demographischen Wandel. In jedem Lebensabschnitt der Menschen herrschen andere Lebensinhalte vor, die zu unterschiedlichen Anforderungen an den Wohn- und Lebensraum führen. Auf Grund der veränderten Sozialstruktur ist es vielen Menschen nicht mehr möglich, auf den Rückhalt der Familienmitglieder bei der Organisation ihres Tagesablaufs zurückzugreifen.
Der Demeter-Betrieb „Hof am Römerturm“ in Erfweiler-Ehlingen in der Gemeinde Mandelbachtal wird daher zu einem Generationenhof entwickelt. In dieser Hofgemeinschaft werden mehrere Generationen zusammen leben. So entsteht eine Wohn- , Sozial- und Versorgungsstruktur außerhalb von traditionellen familiären Strukturen. Ziel des Generationenhofs ist es, über seine Funktion als Lebensraum der Bewohner hinaus zum Baustein der dörflichen Versorgungsinfrastruktur zu werden. Bestandteil ist der Ausbau der landwirtschaftlichen Produktion, der mit weiteren Handwerks-, Gewerbe- und Kulturbetrieben kombiniert wird. Der Hof leistet somit gleichzeitig einen Beitrag
zum Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“ als auch zur Nahversorgung und somit zum Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“.
Das Leitprojekt „Generationenhof Römerturm“ ist bereits im ILEK-Prozess als ein Gewinnerprojekt aus dem durchgeführten Ideenwettbewerb hervorgegangen und kann bereits auf einige erreichte Ziele zurückblicken, wie z. B. Kulturveranstaltungen und Regionalvermarktungsaktivitäten. Auch ist der Verein GenerationenHof Römerturm e. V. zur Projektumsetzung gegründet worden (Projektskizze, siehe Anhang).

Teilprojekt B :
„Wohngebäudesanierung und demographischer Wandel“
(Saar-Lor-Lux Umweltzentrum/ ausgewählte Gemeinde).
Dieses Teilprojekt setzt auf die Modernisierung von vorhandener Bausubstanz. Modellhaft sollen an einem Ort im BR Bliesgau Perspektiven aufgezeigt werden, wie der Rückgang der Bevölkerung im ländlichen Raum als Chance begriffen werden kann.

Leerstand in Ortskernen bedeutet einen großen Verlust an Attraktivität und Lebensqualität
im Dorf. Wichtige Voraussetzung für die Umsetzung ist die Auswahl des Dorfes, das als Modelldorf dienen wird. Das Dorf sollte über eine noch weitgehend intakte Siedlungsstruktur verfügen (noch nicht zu viele Leerstände) und ein Mindestmaß an funktionsfähiger Infrastruktur aufweisen.

Zukunftsfähigkeit ländlicher Wohnhäuser zeichnet sich durch gute bauliche Ausstattung bei gleichzeitiger Energieeffizienz aus.
Genauso wichtig ist es, auf Barrierefreiheit und flexible Wohnraumgestaltung zu achten.
Durch die Betonung der angestrebten Energieeffizienz, die durch die Sanierung der Wohnbestände erreicht wird, ergibt sich ein weiterer Bezug der Projekte des Handlungsfeldes „Leben auf dem Land“ zum Tätigkeitsbereich Energieeinsparmaßnahmen des Handlungsfelds „Regionale Wertschöpfung“. Der innovative Ansatz des Projektes besteht demnach in der Verbindung von energetischtechnischen Gebäudesanierungsmaßnahmen mit sozialen und siedlungsplanerischen Komponenten.

Weitere Projekte (mit Benennung des Trägers- Erläuterungen im Anhang)
– „Dorfladen“ (Haus Sonne e. V.)
– Gestaltung Schulumfeld (Erweiterte Realschule Ommersheim)

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7.2 Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“

Eine funktionierende regionale Wirtschaft trägt wesentlich zur Lebensfähigkeit und Lebendigkeit einer Region bei und ist somit ein wesentliches Ziel nachhaltiger Regionalentwicklung.
Die bestehenden Wirtschaftsaktivitäten in der Region bilden eine wichtige Grundlage für das Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen.
Auch bei einer großen Bedeutung der umliegenden Verdichtungsräume als Erwerbsarbeitsorte sind alle Möglichkeiten zu nutzen, auch im BR Bliesgau Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Dazu gehört eine engagierte Bestandspflege der vorhandenen Unternehmen ebenso wie die Unterstützung von Existenzgründern und die Erschließung neuer Marktnischen.
Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung werden neue Dienstleistungen (Hausmeisterservice für ältere Menschen, Besorgungsdienstleistungen, Pflege- und Betreuungsaufgaben etc.) erforderlich. Hierbei handelt es sich in erster Linie um haushaltsnahe Dienstleistungen, die als Ansatzpunkte zur Generierung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten dienen. Darüber hinaus spielen Aktivitäten im Rahmen von regionalen Wirtschaftskreisläufen eine wichtige Rolle. Gerade die in den letzten Jahren in diesem Bereich entstandenen Initiativen zur Regionalvermarktung bedürfen weiterer Unterstützung, denn sie sind es, die neben der Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft leisten.

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Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Entwicklung, sowohl auf dem weltweiten als auch auf dem regionalen Markt erneuerbarer Energien, liegt ein weiterer Schwerpunkt dieses Handlungsfeldes in der Koordination von regionalen Aktivitäten, der Potential- und Folgenabschätzung von Aktivitäten bezüglich erneuerbarer Energien. Die direkte Förderung von Energie-Anlagen bildet keinen Schwerpunkt im LEADER-REK.
Die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Energieversorgung ist im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung wünschenswert, zudem sie auch zur Diversifizierung der Einkommen der Landwirte beitragen kann. Wichtige Aspekte der Folgenabschätzung sind hierbei, in wieweit Konkurrenz zu bestehenden Flächennutzungen (z. B. Milchviehbetrieben) entsteht, der intensive Anbau nachwachsender Rohstoffe zu einem negativen Eingriff in das Landschaftsbild führt und wie sich die zu erwartenden steigenden Pachtpreise zum Nachteil der Nahrungserzeuger und letztendlich der Verbraucher auswirkt. Wichtige Tätigkeitsbereiche des Handlungsfeldes sind daher:
– Ausbau der Regionalvermarktung
– Förderung des nachhaltigen Handwerks
– Förderung der Existenzgründungen in der Fläche (z. B. speziell für Frauen auf dem Land)
– Förderung erneuerbarer Energien
– Energieeinsparmaßnahmen

Projekte im Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“

Ein wichtiger Ansatz im Tätigkeitsbereich Ausbau der Regionalvermarktung ist das Leitprojekt „Regionale Produkte erzeugen und vermarkten“. Das Leitprojekt besteht aus mehreren Bausteinen.

Leitprojekt: „Regionale Produkte erzeugen und vermarkten“
Durch die vielfältigen, in den letzten Jahren entstandenen Regionalvermarktungsaktivitäten im BR Bliesgau liegen hier Erfolg versprechende Entwicklungschancen. Das Leitprojekt beinhaltet folgende Teilprojekte:
Teilprojekt A :
Sanierung und Inwertsetzung eines Teiles der historischen Hofanlage zur Vermarktung regionaler Produkte und kulturtouristischen Nutzung (Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e. V.): Am Wintringer Hof wird ein Teil der historischen Hofanlage restauriert und eine Schaubrennerei, ein Restaurationssaal (Nutzung bei Veranstaltungen sowie als Übernachtungsmöglichkeiten für Jakobspilger) und ein Gastronomiebetrieb aufgebaut. Es werden vorrangig regionale, nach biologischen Richtlinien erzeugte Produkte vermarktet (Projektskizze, siehe
Anhang).
Teilprojekt B :
Organisation und Durchführung einer Händlermesse für regionale Produkte (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz mbH):
Wiederverkäufer sollen bei einer Messe vom Angebot regionaler Erzeugnisse aus Landwirtschaft, Handwerk und Kunsthandwerk überzeugt werden.
Teilprojekt C :
„Kochkunst und EssKultur“ (Arbeitsgemeinschaft KochKunst und EssKultur): Vermarktung regionaler Produkte in der Gastronomie bei der Bliesgau-Lammwoche mit starker Verbindung der Themen Kunst und Kultur (Projektskizze, siehe Anhang).
Drei wichtige Wege der Regionalvermarktung im BR Bliesgau (Direktvermarktung, Vermarktung über den Einzelhandel und die Vermarktung über die Gastronomie) werden durch das Leitprojekt gestärkt.
Vor allem die Händlermesse und „Kochkunst und EssKultur“ haben eine Wirkung auf das gesamte Gebiet des BR Bliesgau und darüber hinaus. Die Beziehungen zwischen Land und Stadt werden weiterentwickelt, denn die Absatzmärkte der Erzeugnisse der Dörfer sind die angrenzenden Städte mit ihren Märkten, Supermärkten und Restaurants. Die regionalen Produkte sind ebenso Botschafter der Region in den Städten und oftmals der Erstkontakt zwischen Städtern zum BR Bliesgau.
Weitere Projekte (mit Benennung des Trägers – Erläuterung im Anhang)
– Existenzgründung in der Fläche (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz mbH)
– Biosphärenmarkthalle (Gemeinde Gersheim)

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7. 3 Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“

Die hohe Attraktivität der Region wird nicht nur von den Bewohnern geschätzt, das BR Bliesgau ist auch beliebtes Ziel für Erholungssuchende von außerhalb. Mit einer Anerkennung durch die UNESCO ist ein gesteigertes Interesse als Fremdenverkehrsdestination zu erwarten. Es werden sich neue Kundengruppen mit sehr hohen und speziellen Ansprüchen für die Region interessieren. Die Besucher erwarten bezüglich der Beherbergung, der Gastronomie, der touristischen Dienstleistungen und der Angebote zur Freizeitgestaltung Produkte, die zu der Dachmarke „UNESCO Biosphärenreservat“ passen.
Daher gilt es, das Angebot der Region als Naherholungsstandort qualitativ als auch quantitativ in behutsamer Weise weiter auszubauen (sanfter Tourismus). Im Bereich Tourismus werden hohe Potentiale für die regionale Wirtschaft gesehen. Möglichkeiten zur Einkommensdiversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe bieten Angebote im Bereich „Ferien auf dem Land“ und „Reittourismus“.
Handlungsbedarf besteht in einer vermehrten Inwertsetzung des gut ausgebauten Radwegenetzes des Bliesgaus auf der Grundlage innovativer Konzepte.
Potentiale für eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung im Tourismus liegen des Weiteren in einer verstärkten Verwendung regionaler Produkte in der Gastronomie sowie ein Ausbau qualitativ hochwertiger Angebote im
Bereich Hotellerie und Gastronomie.
Wichtige Tätigkeitsbereiche des Handlungsfeldes
sind daher:
– Entwicklung eines Profils als Natur- und Kulturerlebnis-Region
– Zielgruppenspezifische Vermarktung des BR Bliesgau
– Verknüpfung des Tourismus mit Regionalvermarktung
– Qualitätsoffensive Tourismusanbieter
– Belebung und Vernetzung bestehender Infrastruktur
– Edutainment in Verbindung mit „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ („Landschaft erleben“)

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Projekte für das Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“

Leitprojekt:
Freizeit-Mobilität Das Leitprojekt „Freizeit-Mobilität“ dient der Schaffung von attraktiven Angeboten zur sinnvollen Freizeitgestaltung und zum Erleben des Bliesgaus als kulturhistorisch wertvoller Landschaft. Dieses besteht aus mehreren Bausteinen, die eine Gesamtkonzeption zur touristischen Inwertsetzung der LEADER-Region bilden.
Eine generationenübergreifende neu zu entdeckende Mobilität durch ein innovatives Fahrradverleih-Konzept (Swiss Flyer), in Verbindung mit einem Ausbau bzw. Neuaufbau entsprechender Anlaufstationen zur Einkehr und Übernachtung (Hotellerie- und Gastronomiebetriebe), gehören zu diesem Leitprojekt wie zielgruppen- oder generationenspezifische Unterhaltungsangebote durch das in der Region etablierte Ökologische Schullandheim (Umwelt-Animateur) und die besonders reizvolle Möglichkeit, derlei Freizeitangebote auch bei den französischen Nachbarn auf der Basis einer regionenübergreifenden und sogar transnationalen Zusammenarbeit (Ausbau der touristischen Angebote auf französischer Seite) zu erfahren.

Damit berührt das Leitprojekt alle drei weiteren Handlungsfelder sowie das Querschnittsthema „Demographischer Wandel im ländlichen Raum“ und verknüpft diese sachlogisch wie räumlich. Somit können durch die Teilprojekte des Leitprojekts „Freizeit- Mobilität“ Synergieeffekte bereits bestehender touristischer Angebote genutzt werden und ein Netzwerk regionaler Partnerschaften auf allen Ebenen freizeitlicher Betätigung aufgebaut werden. Dabei ist darauf zu achten, dass dieser Prozess der Interaktion zwischen Mensch und Landschaft auf der Grundlage der UNESCO-Kriterien für Biosphärenreservate in behutsamer Weise gestaltet wird.

Teilprojekt A :
„Innovation für den Radtourismus – Swiss Flyer, ein E-Bike mit Schwung“ (Tourismus Zentrale Saarland GmbH): Mit Hilfe dieses umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels werden neue Zielgruppen im Radtourismus angesprochen (Generation 50+, Familien mit Kindern, Radtouristen) und ein Mehrwert für touristische Leistungsträger sowie auch Gäste generiert. Kern dieses Projektes ist ein individuell abgestimmtes Konzept auf der Grundlage des bereits gut ausgebauten Radwegenetzes im Bliesgau (Projektskizze, siehe Anhang).

Teilprojekt B :
„Erlebnisregion Bliesgau – Nachhaltigkeit als Edutainment“ (Ökologischens Schullandheim):
Hierbei geht es um die sanfte touristische Vermarktung von Edutainment-Anbietern untereinander mit der zusätzlichen Möglichkeit der Einkommensdiversifizierung für Landwirte und Gastronomen (Projektskizze, siehe Anhang).

Teilprojekt C :
„Freizeit für Grenzgänger“ (Saarpfalz-Kreis):
Dieser noch nicht im Detail ausformulierte Projektbaustein stellt eine grenzüberschreitende Weiterentwicklung der beiden ersten Teilprojekte dar; ihm liegt eine Kooperationsvereinbarung mit französischen Partnern zur transnationalen touristischen Inwertsetzung des gleichen Landschaftsraumes zugrunde (Projektskizze, siehe Anhang).

Weitere Projekte (mit Benennung des Trägers – Erläuterung im Anhang):
– Biosphärenskulptur mit Aussicht (Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e. V.)
– Biosphärencampingplatz und Biosphärenfreibad (Gemeinde Gersheim)
– Erlebnismühle Folz in Niedergailbach (Gemeinde Gersheim)

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7.4 Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“

Als Kulturlandschaft bezeichnet die Welterbekonvention (UNESCO, 1972) das „gemeinsame Werk von Natur und Mensch“.
Die UNESCO spricht in diesem Zusammenhang von Landschaften, die durch eine Vielfalt von Erscheinungsformen und die Wechselwirkung zwischen Mensch, Natur und Kultur gekennzeichnet sind. Sie umfasst sowohl vom Menschen entworfene und gestaltete Landschaften (wie z. B. Baukultur Gärten und Parks), als auch organisch gewachsene Landschaften.
Im Sinne dieser Definition ist die einmalige und reichhaltige Kulturlandschaft des Bliesgaus von zentraler Bedeutung für die künftige Entwicklung der Region. Sie stellt zum einen die Grundlage für die landwirtschaftliche Nutzung und zum anderen ist ihre Attraktivität ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität der Bevölkerung sowie für die Naherholung und den Tourismus.
Die Kulturlandschaft verfügt über ausgeprägte Stärken (naturräumliche Ausstattung, kulturelles Erbe, etc.), die es zu reaktivieren, zu erhalten und zu entwickeln gilt. Die Motivation hierzu kann, vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden öffentlichen Mittel, nur über eine stetige und nachhaltige Inwertsetzung der Landschaft erreicht werden. Diese Inwertsetzung kann einerseits durch eine lohnende Landbewirtschaftung und anderseits durch eine behutsame touristische Vermarktung erfolgen.
Den Stärken gegenüber stehen Negativtendenzen, die sich zum Beispiel aus dem Spannungsbogen von Intensivierung der Nutzung einerseits, und Nutzungsaufgabe andererseits ergeben. Eine Abpufferung dieser Tendenzen bedarf einer ausreichenden und sensiblen Berücksichtigung der oftmals sehr unterschiedlichen Entwicklungsinteressen (Wirtschaftlichkeit vs. Naturschutz).
Diesbezüglich sind bereits sehr gute Lösungsansätze im Rahmen der Etablierung des Biosphärenreservates entstanden. Die in der Region seit 2003 erfolgreich im Aufbau begriffene Streuobst-Aufpreisvermarktung und die Regionalvermarktungsinitiative rund um das Bliesgau-Regal sind gute Beispiele für die Vereinbarkeit von wirtschaftlichen Zielen und Naturschutzzielen. An diese tragfähigen Beispiele (mit win-win-Situationen) soll in enger Verzahnung mit den Handlungsfeldern „Regionale Wertschöpfung“ und „Tourismus und Freizeit“ angeknüpft werden.
Als wichtige Tätigkeitsbereiche des Handlungsfeldes ergeben sich daher:
– Stärkung der Land- und Forstwirtschaft (z. B. „Der Landwirt als Energiewirt“)
– Erhalt, Rekultivierung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft
– Erhalt, Rekultivierung und Entwicklung besonders schützenswerter Landschaftselemente– Touristische Inwertsetzung der einmaligen Natur- und Kulturlandschaft

Projekte im Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“

Leitprojekt: „Erhaltung, Rekultivierung und Entwicklung des Landschaftsbildes“
Die angestrebten Ziele innerhalb des Handlungsfeldes werden unter diesem Leitprojekt zusammengefasst. Um der Mannigfaltigkeit
der Kulturlandschaft gerecht zu werden, setzt sich dieses Leitprojekt aus mehreren Bausteinen (Teilprojekten) zusammen. Alle diese Bausteine unterstützen in ihren Auswirkungen gleichzeitig und unmittelbar auch die Ziele der Handlungsfelder „Regionale Wertschöpfung“, „Tourismus/Freizeit“ und „Leben auf dem Land“ Die Strategie zur Umsetzung des Leitprojektes ist eine nachhaltige Inwertsetzung der Landschaft.

Teilprojekt A :
Biomassenetzwerk Bliesgau (Saarpfalz-Kreis). Zur Stärkung der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe wird eine landschaftsverträgliche energetische Nutzung von Biomasse Bestandteil des Handlungsfeldes sein.
Durch den Aufbau eines Anbieternetzwerkes für Biomassen sowie dem Aufbau eines Logistiknetzwerkes mit einem Biomasse- Wertstoffhof werden in der Region verstärkt Biomassen geerntet und zur Gewinnung von Energie in den vorhandenen Verwertungsanlagen (in IGB, HOM und geplant in Blieskastel) verwendet. Dieses Vorhaben trägt zu einer naturverträglichen Nutzung und damit zu einer Fortentwicklung der Kulturlandschaft einschließlich der Wälder sowie zu einer zusätzlichen Wertschöpfung innerhalb der Region bei (Erläuterungen in Kapitel 8 und im Anhang). Ein zusätzlicher wichtiger Zulieferer für Material aus Pflegemaßnahmen (Grünschnitt und holzartige Abfälle) wird sich aus der Umsetzung des folgenden Teilprojektes ergeben.

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Teilprojekt B :
Inwertsetzung der historischen Gärten und Parks im Biosphärenreservat Bliesgau (Saarpfalz- Kreis):
Ziel dieses Projekts ist die Rekonstruktion, die Inwertsetzung (u.a. öffentliche Erschließung und Zugänglichkeit), die touristische Vermarktung und die Vernetzung der historischen Gärten und Parks im Biosphärenreservat Bliesgau, insbesondere die Englischen Landschaftsgärten in St. Ingbert, Niederwürzbach und Homburg sowie die Barockgärten entlang der Barockstraße und weiterer Gärten, die aus touristischer und ökologischer Sicht interessant sind. (Erläuterungen in Kapitel 8 und im Anhang).
Wenngleich die Landschaftsgärten St. Ingbert und Homburg nicht in der Förderkulisse liegen, werden sie im Rahmen der Darstellung des Gesamtkonzeptes berücksichtigt.

Weitere Projekte (mit Benennung des Trägers – Erläuterungen im Anhang):
– Rekultivierung von Tälern und Streuobstflächen des St. Ingberter-Kirkeler Waldgebietes
(Saarforst, Stadt-/Gemeinde-Forst, Privatwaldbesitzer)
– Pirminiusgarten – Hortus Pirminii (Stadt Blieskastel)
– Touristische Inwertsetzung des Orchideengebiets Gersheim (Saarpfalz-Kreis)
Einen Überblick über die geplanten Projektlaufzeiten und die zeitlichen Anordnungen der Vorgänge geben der Zeitplan und der Meilensteinplan.

Gebietsbezug
Herausragende Charakteristika der LEADER-Region sind die reich strukturierte Landschaft von besonderem naturschutzfachlichem Wert, eine intensive Stadt-Land- Beziehung zwischen den Ortschaften des Bliesgaus mit den umliegenden Verdichtungsräumen und eine hohe Lebensqualität.
Allerdings muss sich auch diese Region den Herausforderungen des demographischen Wandels stellen, der vielfältige negative Folgen für die Lebensqualität erwarten lässt.
Zu nennen ist hier insbesondere der drohende Leerstand in den Ortskernen, die Auflösung traditioneller sozialer Versorgungsnetzwerke sowie der Wegfall von Aktivitäten zur Kulturlandschaftspflege, welche heute noch vielfach von Senioren ausgeführt werden, deren Weiterführung jedoch fraglich erscheint.
Diesen regionsspezifischen Herausforderungen begegnet das vorliegende REK durch die Fokussierung auf die vier genannten Handlungsfelder.
Weiterhin stellt das REK eine gebietsbezogene Spezifikation der Anforderungen an eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung dar, denen sich die Region aufgrund der Bemühungen um die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat stellt.
Wirtschaftliche Zweckmäßigkeit Die gesamte Entwicklungsstrategie zielt auf eine wirtschaftliche Zweckmäßigkeit ab. Alle Leitprojekte leisten einen Beitrag zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung bzw. der Förderung alternativer zukunftsfähiger Unternehmensstrukturen. Im Handlungsfeld „Leben auf dem Land“ werden hier modellhaft zwei Ansätze verfolgt.
Das Teilprojekt „Generationenhof am Römerturm“ des Leitprojektes „Innovative Formen im Umgang mit den Folgen des demographischen Wandels“ zeigt modellhaft, wie die Betriebsnachfolge eines landwirtschaftlichen Betriebs in Form eines Vereins organisiert werden kann.
Die Leitprojekte sind, soweit nicht explizit anders dargestellt, grundsätzlich für die gesamte LEADER-Förderperiode ausgelegt (siehe Balken im Meilensteinplan), die Darstellung der einzelnen Planungs- und Umsetzungsschritte im Zeitplan erfolgt aber nur soweit, wie vom Projektträger zum gegenwärtigen Zeitpunkt absehbar und konkretisiert.

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7.5 Bezug zu spezifischen Zielen von LEADER

Die Umsetzung des LEADER-Konzeptes stellt folgende spezifische Anforderungen an die im REK gewählte Entwicklungsstrategie:
– Gebietsbezug
– Wirtschaftliche Zweckmäßigkeit
– Innovationscharakter
– Ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit
– Bottom-up-Ansatz
– Integrierter Ansatz
– Übertragbarkeit
– Öffentlichkeitsarbeit
– Gender Mainstreaming

Es setzt auf den Werterhalt und eventuelle Umnutzung alter Bausubstanz und zeigt Möglichkeiten zukunftsfähiger Gebäudesanierungen auf. Hiermit ist ein gezielter Ausbau von Dienstleistungen in Bausektor verknüpft, welche dem lokalen Handwerk hervorragende Profilierungsmöglichkeiten bieten, die die Konkurrenzfähigkeit der Betriebe fördern Im Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“ setzen die drei Teilprojekte im Leitprojekt „Regionale Produkte erzeugen und vermarkten“ auf drei unterschiedlichen Ebenen an.

Teilprojekt C „KochKunst und EssKultur“
zielt hauptsächlich auf eine Sensibilisierung der Endverbraucher für den Wert von regionalen, qualitativ hochwertigen und professionell zubereiteten Lebensmitteln ab. Es legt somit die Grundlage für die Bereitschaft der Endverbraucher, sich die Lebensmittel etwas „kosten zu lassen“. Teilprojekt C baut die Möglichkeiten der Vermarktung regionaler Produkte an Endverbraucher aus, wogegen Teilprojekt A „Regionale Händlermesse“ stärker auf eine Vermarktung von regionalen Produkten an Großkunden abzielt.
Alle drei Teilprojekte greifen somit entlang der Vermarktungskette lückenlos ineinander.
Im Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“ liegt der Ansatz einer wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit in der aktiven Inwertsetzung der Landschaft sowie der bestehenden Tourismus-Infrastruktur. Hier werden innovative Angebote geschaffen, welche Touristen in die Region bringen und somit zu einer Erhöhung der Wertschöpfung beitragen.
Das Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“ beinhaltet zum Einen ebenfalls einen stark touristisch orientierten Ansatz zur Inwertsetzung des kulturellen und natürlichen Erbes. Darüber hinaus werden hier Wertschöpfungspotentiale durch Nutzung regionaler Energieressourcen erschlossen und neue Wirtschaftskreisläufe generiert.

Innovationscharakter
Der Innovationscharakter der Entwicklungsstrategie zeigt sich in zweifacher Hinsicht. Zum einen besteht der Innovationscharakter in der neuartigen Vernetzung von Lösungswegen für unterschiedliche Herausforderungen. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der Generationenhof am Römerturm, der in bisher einzigartiger Weise Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen des demographischen Wandels, des Strukturwandels der Landwirtschaft sowie sozialen Aspekten eines würdevollen Alterns verknüpft. Zum anderen zeigen sich innovative Projektansätze, die in eher klassische Leitprojektideen integriert werden. Ein Beispiel hierfür sind die Swiss-Flyer im Leitprojekt „Freizeitmobilität“.
Die Nutzung dieser neuartigen Fahrräder ist bisher in ganz Deutschland noch weitgehend unbekannt und kann somit als touristisches Alleinstellungsmerkmal für den Bliesgau ausgebaut werden, wobei dieses Teilprojekt harmonisch in das touristische Gesamtkonzept eingebunden ist.

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Ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit

Die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit wurde im Abschnitt „Wirtschaftliche Zweckmäßigkeit“ bereits umfassend erläutert.
Ökologische Aspekte finden sich ebenfalls in allen Handlungsfeldern.
So fördern das Teilprojekt „Generationenhof“ und das Teilprojekt „KochKunst und Ess- Kultur“ den ökologischen Landbau. Im Teilprojekt „Gebäudesanierung und demographischer Wandel“ spielt das Aufzeigen von umweltverträglichen Möglichkeiten der Altbausanierung in Verbindung mit Energieeinsparmaßnahmen eine wichtige Rolle. Die Handlungsfelder „Regionale Wertschöpfung“ und „Kulturlandschaftsentwicklung“ leisten wichtige Beiträge zum Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft samt ihrer Lebensraumtypen und Arten. Darüber hinaus verfolgt die LEADER-Region als Biosphärenreservat ohnehin zahlreiche Ziele als Modellregion einer nachhaltigen Entwicklung.
Das Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“ ist ebenfalls nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit konzipiert, in dem es den Schutz der natürlichen Ressourcen in den Mittelpunkt stellt und dies die Prämisse aller Freizeitaktivitäten darstellt.
Die angemessene Berücksichtigung der Belange des Naturschutz und der Kultur sind überdies durch die satzungsgemäße Erweiterung des LAG-Vorstands um zwei Sitze aus diesen Bereichen gewährleistet.

Bottom-up-Ansatz
Der Bottom-up-Ansatz der Entwicklungsstrategie zeigt sich in besonderem Maße in der Zusammensetzung der Mitglieder der LAG. In der LAG sind u.a. die Bereiche Wirtschaft, Arbeit, Umweltschutz, Landwirtschaft, Forschung, Lokale Agenda 21, Kirche, Forst und Energie durch Vertreterinnen und Vertreter repräsentiert. Dadurch ist das REK tief in der Region verwurzelt, was auch die umfassende Information über die Ziele von LEADER, sowie die intensive Diskussion über deren Umsetzung in der Region zeigt. Im Rahmen der Erarbeitung des REKs ist von Seiten des Biosphärenzweckverbandes in 43 Einzelveranstaltungen über LEADER informiert worden.

Integrierter Ansatz
Der integrative Charakter des REK wird insbesondere in Kapitel 6 („Leitbild und Entwicklungsziele“) deutlich. Das REK zeigt sich dabei als konsequente Umsetzung weltweiter (UNESCO, MAB), europäischer (Strategien von Lissabon und Göteborg), bundes- und landesweiter Entwicklungsziele (Nationaler Rahmenplan und ELERProgramm für das Saarland) auf der regionalen und lokalen Ebene.
Dabei werden verschiedene Sektoren beispielhaft verbunden. Die Leitprojekte zeigen durchweg eine konsequente Verknüpfung der verschiedenen Handlungsfelder, indem sie zwar einem Handlungsfeld zugeordnet sind, dabei jedoch immer auch Zielsetzungen andererHandlungsfelder verfolgen.
Das Teilprojekt „Generationenhof am Römerturm“ ist hier besonders beispielhaft.
Daneben wird die zu erarbeitende Konzeption des Biosphärenhauses modellhaft zeigen, wie der integrierte Ansatz auf institutioneller Ebene gefördert und umgesetzt werden kann.

Übertragbarkeit
Wenngleich die Entwicklungsstrategie maßgeschneidert auf die LEADER-Region ist, so sind die einzelnen Projekte doch so konzipiert, dass sie modellhafte Lösungsansätze aufzeigen, die auch auf andere Regionen und/oder Sektoren übertragbar sind. So ist die Tourismuszentrale des Saarlandes beispielsweise an einer landesweiten Einführung des Swiss Flyers als innovatives Freizeitmobilitätskonzept interessiert. Das BR Bliesgau dient hierfür gleichsam als Experimentierstätte, ganz im Sinne der LEADER-Philosophie.
Das Beispiel des Generationenhofes zeigt zum einen eine neuartige Form eines Betriebsübergabemodells von einem einzelnen Betriebsinhaber an einen gemeinnützigen Verein. Es ist zu erwarten, dass dieses Modell nach seiner Erprobung sowohl auf andere landwirtschaftliche Betriebe als u. U. auch auf sonstige Unternehmensformen übertragbar ist (z. B. Handwerksbetriebe). Außerdem zeigen sich Lösungswege für die Frage des würdevollen Alterns in den eigenen vier Wänden – unabhängig von einer familienoder rein „Pflegepersonal“-gebundenen Versorgung.Auch hier sind übertragbare Modellansätze des Umgangs mit dem demographischen Wandel zu erwarten.
Des Weiteren endet das BR Bliesgau zwar „formal“ an der deutsch-französischen Grenze, in naturräumlicher Hinsicht setzt sich der Bliesgau jedoch jenseits dieser Grenze fort. Somit beinhaltet das REK neben der inhaltlichen Übertragbarkeit von Projektideen und Lösungsansätzen auch eine räumliche Übertragbarkeit. Hier werden in Projekten gebietsbezogene Lösungen erarbeitet, die auch für das benachbarte Lothringen von Nutzen sind. Die aktuelle Einbeziehung von Gastronomen aus dem Bitcher Land in das Teilprojekt „KochKunst und EssKultur“ stellt hier einen ersten pragmatischen Schritt dar.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit zur LEADER-Strategie erfolgt einerseits auf der Ebene der Gesamtstrategie und der LEADER-Partnerschaft und andererseits auf der Ebene der einzelnen LEADER-Projekte. Zur regelmäßigen und zeitnahen Information der breiten Bevölkerung wird eine eigene LEADER-Homepage eingerichtet. Daneben ist geplant, die Newsletter des Vereins Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e. V. sowie des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau zur Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Weiterhin dient die Präsenz der LEADER-Geschäftsstelle bei regional bedeutsamen Veranstaltungen wie dem Biosphärenfest oder dem Umwelt- und Friedenstag der Information der Bevölkerung. Parallel hierzu wird eine regelmäßige
Berichterstattung in der regionalen Tagespresse stattfinden.
Auf Projektebene spielen Marketingkonzepte eine wichtige Rolle, wie z. B. die Werbung rund um den Swiss Flyer als besonderer Beitrag zum touristischen Profil sowie ein regionaler Veranstaltungskalender zum Edutainment. Darüber hinaus ist im Rahmen von Informationsveranstaltungen die Präsentation der Projekte und des Programms geplant.

Gender Mainstreaming
Den Zielen des Gender Mainstreamings wird auf der institutionellen Ebene u. a. dadurch Rechnung getragen, dass von den neun Mitgliedern des LAG-Vorstandes drei Frauen sind. Das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises ist Mitglied der LAG. Im Bereich der Existenzgründungsförderung wird ein inhaltlicher Schwerpunkt auf die spezifischen Anforderungen und Aktivitäten von Frauen gelegt. So können z. B. Teilexistenzgründungen einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit leisten.

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8 AKTIONSPROGRAMM

Die Umsetzung der Entwicklungsstrategie in konkrete Maßnahmen erfordert eine stringente Festlegung von prioritär umzusetzenden Projekten (Leitprojekte) mit einer klaren Organisations- und Aufgabenzuweisung. Die konkreten Realisierungsvorstellungen für die Leitprojekte, d.h. die einzelnen Bausteine des Umsetzungsprozesses, sind aus dem Zeitplan, dem Meilensteinplan sowie dem Finanzierungskonzept ersichtlich.
Die Auswahl der Projekte erfolgt anhand einer Kriterienliste im Rahmen eines qualitativen Bewerbungsverfahrens, welches bereits beim ILEK-Bliesgau erfolgreich angewendet wurde.
Die Bewertungskriterien sind wie folgt gegliedert:
– Beitrag zu den allgemeinen LEADERAnforderungen
– Beitrag zu den Zielen des REK – gegliedert nach Handlungsfeldern
Die Bewertungskriterien sind so angelegt, dass die Bewertungen der befürworteten Projekte gleichzeitig als Grundlage der Selbstevaluierung und des Monitorings der LAG dienen (vgl. Kap. 9). Sie beinhalten:
Allgemeine LEADER-Anforderungen (entsprechend der Querschnittsziele von LEADER Saarland). Wie ist das Projekt zu beurteilen im Hinblick auf:
– Innovationscharakter des Projektes
– Schaffung von Arbeitsplätzen
– Weiterentwicklung vorhandener Stadt-Land-Beziehungen
– Stärkung der gesellschaftlichen Gleichberechtigung
– Ausbildung und Stärkung von überlokalen Netzwerken
Die Ziele des REK (vgl. Kap. 6.3 Schwerpunktthemen und zentrale Entwicklungsziele) Entsprechend den beschriebenen Kriterien wird ein Bewertungsbogen mit einer dreistufigen Bewertungsskala erstellt:
O = neutral (kein aktiver Beitrag)
1 = positiver Beitrag
2 = sehr positiver Beitrag

Für jedes Projekt füllt jedes Vorstandsmitglied der LAG einen Bewertungsbogen aus (siehe Anlage). Die Geschäftsstelle erstellt aus den Einzelbewertungen eine Synthese, die als Diskussions- und Entscheidungsgrundlage über das Projekt dient. Die Entscheidung über die Förderempfehlung zu dem Projekt erfolgt durch den Vorstand der LAG. Im Sinne der Transparenz werden die Bewertungsergebnisse zusammen mit der Entscheidung den LAG-Mitgliedern zugänglich gemacht.
Wird ein Projekt abgelehnt, kann ein Projektträger/ Antragsteller zur Nacharbeit aufgefordert werden und das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt erneut einreichen.

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Projekte im Handlungsfeld „Leben auf dem Land“

Leitprojekt: „Innovativer Umgang mit den Folgen des demographischen Wandels“

Teilprojekt A :
„Generationenhof Römerturm“
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.1
Projektträger:
Verein Generationenhof Römerturm e.V.
Verantwortlich für die Durchführung: VGR e. V.
Sonstige Mitwirkende: Demeter-Betrieb, Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e.V., Landesverband der Schaf- und Ziegenhalter Saar e.V.
Organisation der Umsetzung: Verläuft nach drei Modulen. Modul 1 und 2 beinhalten den Neubau von Gebäuden, die Sanierung sowie den Rückbau des Erbhofes. Modul 3 umfasst die Erweiterung mit neuen Betriebsteilen im Hofteil Steinacker.

Teilprojekt B :
„Wohngebäudesanierung und demographischer Wandel“

Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.1
Projektträger: Saar-Lor-Lux Umweltzentrum/ Ausgewählte Gemeinde
Verantwortlich für die Durchführung: Projektträger
Sonstige Mitwirkende: Handwerker, Privatpersonen
Organisation der Umsetzung: Bedarfserfassung, Entwicklung des Modelldorfs, Ausweitung auf weitere Siedlungen

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Projekte im Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“

Leitprojekt: Regionale Produkte erzeugen und vermarkten

Teilprojekt A : Sanierung und Inwertsetzung eines Teiles der historischen Hofanlage zur Vermarktung regionaler Produkte und kulturtouristischen Nutzung
Trägerschaft: Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e. V.
Verantwortlich für die Durchführung: Klaus Posselt
Organisation der Umsetzung: Untergliedert in Planungsphase und Bauphase. Sanierung des historischen Mittelgebäudes. Einrichtung der Schaubrennerei, des Restaurationssaales und des gastronomischen Betriebes

Teilprojekt B : Organisation und Durchführung einer Händlermesse für regionale Produkte
Trägerschaft: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz mbH
Verantwortlich für die Durchführung: Doris Gaa, Geschäftsführerin der WFG
Sonstige Mitwirkende: Bliesgau Genuss e. V., Bliesgau Obst e. V., Biosphärenzweckverband Bliesgau
Organisation der Umsetzung: Nach 6–8 Monaten Vorlauf zur Organisation und Öffentlichkeitsarbeit kann die Messe (mit Produzenten als Ausstellern und Wiederverkäufern als Besucher) stattfinden.

Teilprojekt C : KochKunst und EssKultur
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.2
Trägerschaft: Arbeitsgemeinschaft Koch- Kunst & EssKultur
Verantwortlich für die Durchführung: Rudolf Schwarz
Sonstige Mitwirkende: elf Restaurants, sechs Metzgereien, zwei Schäfereien, Künstler Peter Kubelka, Landesverband der Schaf- und Ziegenhalter Saar e. V., NABU Saarland, Umweltministerium des Saarlandes
Organisation der Umsetzung: Bliesgau- Lammwoche in drei Teilen: Prolog mit dem Künstler Peter Kubelka und Eröffnung in der Wintringer Kapelle; Bliesgau-Lammwoche in elf Restaurants; Epilog in Metzgereien der Region. Mit Erstellung einer kleinen Rezeptsammlung

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Projekte im Handlungsfeld „Tourismus und Freizeit“

Leitprojekt: Freizeit-Mobilität

Teilprojekt A : Swiss Flyer
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.3
Trägerschaft:Tourismus Zentrale Saarland
Verantwortlich für die Durchführung: Tourismus-Zentrale Saarland
Sonstige Mitwirkende: Saarpfalz-Touristik, Fahrradhandel Schulz & Schade (Saarbrücken),
Ökologisches Schullandheim Gersheim, Hotel Bliesbrück (Herbitzheim)
Organisation der Umsetzung: Umfangreicher Austausch zwischen Projektpartnern ist bereits erfolgt, erste Erfahrungen mit Zielgruppen liegen vor; Schaffung eines endgültigen Netzwerks von Anlaufstationen, Anschaffung einer gewissen Menge an Swiss Flyern und Aufbau einer Verleihstation, Kauf eines Transporters (anteilig durch Sponsoren), Beschäftigung einer Arbeitskraft für die logistische Organisation

Teilprojekt B :
Nachhaltigkeit als Edutainment
Trägerschaft: Ökologisches Schullandheim Gersheim, Biosphärenzweckverband Bliesgau
Verantwortlich für die Durchführung: Ökologisches Schullandheim Gersheim, Biosphärenzweckverband Bliesgau
Sonstige Mitwirkende: Verein der Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e. V.
Organisation der Umsetzung: Erfassung bestehender Edutainment-Angebote und Auswertung,
Erarbeitung einer touristischen Marketingkonzeption solcher Angebote und Durchführung von Workshops für regionale Partner, ständige Evaluierung und zielgruppengerechte Bewerbung der Angebote

Teilprojekt C :
Freizeit für Grenzgänger
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel. 7.3
Trägerschaft: Saarpfalz-Kreis
Verantwortlich für die Durchführung: Saarpfalz-Kreis
Sonstige Mitwirkende: Bliesgau-Gemeinden in Grenzlage, Biosphärenzweckverband Bliesgau, CASC (Frankreich)
Organisation der Umsetzung: Erarbeitung grenzüberschreitender Angebote des sanften Rad-Tourismus auf der Grundlage der Erfahrungen auf deutscher Seite (Teilprojekte A und B);
Einbettung eines Projektteils in eine INTERREG-Förderung; Erstellung eines gemeinsamen touristischen Angebots; Aufbau einer gemeinsamen Internetpräsenz

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Projekte im Handlungsfeld „Kulturlandschaftsentwicklung“

Leitprojekt: Erhaltung, Rekultivierung und Entwicklung des Landschaftsbildes

Teilprojekt A:
Biomassenetzwerk
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.4
Trägerschaft: Saarpfalz-Kreis oder eigene kommunale Gesellschaft (Bioenergie Bliesgau GmbH)
Verantwortlich für die Durchführung: Saarpfalz-Kreis
Sonstige Mitwirkende: Städte und Gemeinden, Land- und Forstwirte, Zweckverband „Saar-Bliesgau/Auf der Lohe“, Biomassenverwertungsanlagen
Organisation der Umsetzung: Sondierung des naturverträglichen Biomassenangebots, Information von Biomassenanbietern, Aufbau eines Anbieternetzwerkes, Anschaffung von Verarbeitungs- und Transportmaschinen, Aufbau eines Biomasse-Wertstoffhofes

Teilprojekt B:
Inwertsetzung der historischen Gärten und Parks im Biosphärenreservat Bliesgau
Beschreibung des Projektes: siehe Kapitel 7.4
Trägerschaft: Saarpfalz-Kreis
Verantwortlich für die Durchführung: Saarpfalz-Kreis
Sonstige Mitwirkende: Städte und Gemeinden, Lokale Agenda-Gruppen, Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e. V.
Organisation der Umsetzung: Aufbau eines interkommunalen Netzwerks, Bestandserfassung, Maßnahmen- und Pflegeplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Erschließung der Zugänglichkeit, Rekonstruktion und Pflege, Touristische Vermarktung, Finanzierung und Zeitplan.

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9 MONITORING/EVALUIERUNG

Monitoring und Evaluierung der Aktivitäten rund um das Entwicklungskonzept ermöglicht eine regelmäßige Überprüfung der Fortschritte des Entwicklungsprozesses. Dabei werden die im Plan zur Entwicklung des ländlichen Raumes im Saarland 2007–2013 festgelegten Modalitäten zur Begleitung und Bewertung des LEADER-Schwerpunktes im Saarland berücksichtigt. Dem Monitoring der REK-Fortschritte liegt folgende Systematik zugrunde:
1. Zielerreichungskontrolle
2. Ursachenanalyse für Stärken und Schwachpunkte
3. Steuerung
In einem ersten Schritt erfolgt die Kontrolle der Zielerreichung, d. h. ob die erwarteten Ziele erreicht worden sind. Die Zielerreichungskontrolle zeigt, wo Stärken und wo Schwachpunkte der bisherigen Umsetzung liegen. Auf Grundlage der Ergebnisse der Zielerreichungskontrolle erfolgt eine Analyse der Ursachen von Stärken und Schwachpunkten.
Diese Ursachenanalyse wiederum ermöglicht die Identifikation von Ansatzpunkten für eine aktive Steuerung des Prozesses. Nach der aktiven Prozesssteuerung erfolgt dann wieder eine Zielerreichungskontrolle u.s.w.. Grundsätzlich erfolgt diese Monitoringsystematik auf drei strukturelle Ebenen:
– Auf Ebene des Einzelprojektes
– Auf Ebene des REK
– Auf Ebene des Landesprogrammes
Weithin ist zu unterscheiden zwischen der inhaltlichen Ebene und der Prozessebene des REK. Inhaltliche Ebene bedeutet die Erreichung der inhaltlichen Ziele, z. B. ob es im geplanten Projektzeitraum gelungen ist, fünf Anlaufstationen für den Swiss Flyer zu erreichen. Die Prozessebene bedeutet im Vergleich dazu die Ebene der lokalen Partnerschaft, der Umsetzung des Bottom-up-Ansatzes sowie der Bildung sektorenübergreifender Netzwerke.

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Projektebene Zur Evaluierung auf Projektebene erstellen die Projektträger halbjährlich Projektfortschrittsberichte. In diesen Selbstevaluierungen ist von den jeweiligen Projektträgern darzustellen, in wieweit der Prozess zur Erreichung der gesteckten Ziele fortgeschritten ist und welche Erfolge bzw. Misserfolge sich bislang dabei eingestellt haben.
Die genauen inhaltlichen Vorgaben für die Fortschrittsberichte werden nach Anerkennung der LAG von der Geschäftsstelle ausgearbeitet.
Sie decken dabei sowohl die Inhalts- als auch die Prozessebene ab. Nach Abschluss des Projektes ist ein Projektabschlussbericht vorzulegen, der u.a. die im Plan zur Entwicklung des ländlichen Raumes festgelegten Monitoringindikatoren auf Projektebene enthält:
– Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze insgesamt
– Anzahl der geschaffenen Teilzeitarbeitsplätze Über die Fortschrittsberichte hinaus erfolgt eine Prozessevaluierung im Rahmen der jährlich stattfindenden Evaluierungsworkshops der LAG. Die für den Workshop konkret benötigten Unterlagen werden durch die Geschäftsstelle der LAG und vom Vorstand erarbeitet.
Regionsebene Auf Regionsebene erfolgt zu Beginn der Umsetzung des REK zunächst eine Evaluierung der erwarteten Wirkung. Als Grundlage hierfür dienen die Projektbewertungsbögen, mit Hilfe derer die Auswertungder Projekte erfolgt (siehe Anhang). Diese Aggregation zeigt die erwartete Wirkung des REK auf folgenden Ebenen:
– Allgemeine Ziele von LEADER
– Ziele des REK
– Ziele der Handlungsfelder des REK
Eine systematische Auswertung lässt erkennen, ob die Umsetzung des REK ausgewogen ist, d.h. ob alle Ziele in angemessenem Umfang berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass für jedes bewilligte Projekt der erwartete Beitrag zur Erreichung der REKZiele erfasst wird.
Die LAG hat somit die Möglichkeit, bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Umsetzung des REK ihre aktive Steuerungsrolle wahrzunehmen.
So kann sich beispielsweise zeigen, dass für ein spezifisches Ziel eines Handlungsfeldes keine Projekte eingereicht wurden. Die Steuerungsmöglichkeiten bestehen dann in zweifacher Hinsicht. Entweder muss die LAG ihre Anstrengungen zur Umsetzung von entsprechenden Projekten erhöhen, oder das entsprechende Ziel muss überdacht werden.
Nach Einreichung der Projektfortschrittsberichte erfolgt dann eine tatsächliche Zielerreichungskontrolle. Dabei werden die erwarteten Wirkungen mit den tatsächlichen Wirkungen verglichen und analysiert. Die Analyseergebnisse dienen dann wiederum der Steuerung. Über diese inhaltlichen Qualitätsindikatoren hinaus wird überprüft, ob der Finanzmittelabfluss im Einklang mit dem Finanzplan steht. Darüber hinaus findet ein jährlicher Evaluierungsworkshop statt, bei dem die Entwicklungsfortschritte unter besonderer Berücksichtigung der einzelnen Handlungsfelder überprüft und diskutiert werden. Als Methode bietet sich hier eine Engpassanalyse an, wie sie bereits in zahlreichen LEADER-Gruppen anderer Bundesländer sowie in dem Modellvorhaben „Regionen aktiv“ erfolgreich durchgeführt wurde. Die folgende Abbildung zeigt exemplarisch die Vorgehensweise der Engpassanalyse.
Im Rahmen eines Workshops wird ein Netzdiagramm auf ein großes Plakat aufgezeichnet.Die Achsen des Netzdiagramms entsprechen dabei den Entwicklungszielen des REK.
Nun können alle Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer mittels Klebepunkten bewerten, wie sie die Situation bezüglich des jeweiligen Ziels einschätzen. Dann wird ein Mittelwert gebildet und das entsprechende Diagramm gezeichnet. Führt man diese Methode in regelmäßigen Abständen durch, lassen sich die Entwicklungsfortschritte einfach und deutlich erkennen. Alternativ zu einem Workshop kann die Methode auch mittels einer Befragung durchgeführt werden.
Weiterhin erstellt die LAG-Geschäftsstelle regelmäßig Jahresberichte, die den Entwicklungsfortschritt und die Evaluierungsergebnisse dokumentieren.
Landesebene Von Seiten des Landes wird die Erhebung der folgenden Indikatoren gefordert:
– Anzahl der (geförderten) Projekte
– Anzahl der (unterschiedlichen) Zuwendungsempfänger
– Anzahl geschaffener Arbeitsplätze insgesamt
– Anzahl geschaffener Teilzeitarbeitsplätze
Diese Indikatoren werden von der LAG nach Abschluss der Projekte erfasst und als Inhalt der Jahresberichte an das Ministerium weitergeleitet.

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I M P R E S S U M

Erstellt durch die „Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau“ im Rahmen der Teilnahme am saarländischen Wettbewerb zur Auswahl lokaler Aktionsgruppen für den Schwerpunkt 4 (LEADER) des „Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums im Saarland“

Verantwortlich:
Vorstand „Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau“
1. Vorsitzender Dr. Markus Monzel
Fachliche Begleitung: TAURUS-Institut, Universitätsring 15, 54286 Trier
Katja Königstein, Sabine Ruhnke
Grafische Umsetzung: Elke Birkelbach
Blieskastel, im November 2007

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