Mehl- und Rauchschwalben, gefährdete Mitbewohner


„Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen“, lautet eine bekannte Bauernregel, die sich auf Schwalben bezieht. Davon gibt es noch viele weitere wie „An Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“. Daran erkennt man, dass die Schwalben schon lange in der Nähe der Menschen wohnen und diese in den vergangenen Jahrhunderten das Verhalten der Schwalben beobachtet und versucht haben, daraus Regeln z.B. bezüglich des kommenden Wetters abzuleiten.

Schwalben
Die Rauchschwalbe (links) hat eine rostfarbene Kehle und lebt meist in Ställen, die Mehlschwalbe (rechts) sucht sich gerne Dachüberstände zum Nestbau.

Früher gab es in jedem Dorf Schwalbenkolonien.Heute gibt es auch im Bliesgau bereits Dörfer, in denen man suchen muss, um noch brütende Schwalben zu finden.

Grundsätzlich finden sich in unseren Dörfern zwei Schwalbenarten: die Rauchschwalbe, die man vor allem auf Bauernhöfen findet und die gerne in Ställen wohnt und die Mehlschwalbe, die meist unter Dachvorsprüngen nistet.Beide Arten haben oberseits ein dunkles, blau-schwarzes Gefieder, während die Bauchseite weiß ist. Die Rauchschwalbe kann man von der Mehlschwalbe durch ihren rost-farbenen Kehlfleck und den längeren, tiefgegabelten Schwanz unterscheiden.Leider sind beide Arten, die früher aus unseren Dörfern kaum wegzudenken waren, mittlerweile gefährdet.

Es werden immer noch Nester illegal entfernt, denn viele wissen nicht, dass die Nester auch wenn die Schwalben im Winter im Süden sind, geschützt sind. Wenn ein Haus saniert wird und die Nester deshalb entfernt werden müssen, sollten die Bauarbeiten also erst im Herbst anfangen, wenn die Schwalben schon weg sind und nach Beendigung der Arbeiten kann man dann Kunstnester anbringen.

Denn die Schwalben haben heute auch ein Problem geeignetes Baumaterial zu finden. Nester werden aus kleinen Lehmklümpchen gebaut, den sie an Pfützen sammeln. Weil heute alle Straßen und Wege in den Dörfern aber asphaltiert sind und Baumaterial so rar geworden ist, müssen wir den Schwalben etwas unter die Arme greifen.Man kann z.B. eine Lehmpfütze für Schwalben anlegen: https://niedersachsen.nabu.de/imperia/md/content/niedersachsen/schwalben/anleitung_lehmpf__tze.pdf oder Mehlschwalbennisthilfen kaufen oder selbst bauen und am Haus anbringen.

Der Grasfrosch – Lurch des Jahres 2018

Der Grasfrosch ist, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, nicht grün, sondern braun gefärbt. Damit gehört er mit den beiden ähnlichen Arten Spring- und Moorfrosch zu den sogenannten „Braunfröschen“. 
Den Namen verdankt er seiner Lebensweise in der Gras- und Krautschicht von Wiesen und lichten Wäldern. Von den drei Braunfroscharten ist der Grasfrosch in Deutschland die häufigste Art und auch im Saarland weit verbreitet.

Frosch
Auch der Glashütter Weiher wird vom Grasfrosch als Laichhabitat genutzt.

Grasfrösche können bis zu elf Zentimeter lang werden und werden vor allem im zeitigen Frühjahr (Mitte/ Ende Februar bis Ende März) auf ihren Wanderungen zu ihren Laichgewässern häufig beobachtet.  An Tümpel, Gräben, Seen, Weihern und Gartenteichen legen die Weibchen Laichballen mit 700-4 000 Eiern ab. Aus ihnen schlüpfen die Kaulquappen, die ihre Metamorphose in wenigen Wochen durchleben und als 10-15 mm kleine Frösche an Land gehen. Man findet sie meist nur während der Fortpflanzungszeit am Gewässer, danach wandern sie wieder in ihre Landlebensräume: Wiesen, Wälder, Gebüsche, Parks und Gärten.
Dort gehen sie meist nachts auf die Jagd nach Insekten, Asseln, Würmer, Schnecken und Spinnen. Tagsüber verstecken sie sich an feuchten Plätzen unter Steinen oder Totholz.In Acht nehmen muss sich der Grasfrosch vor Mardern, Füchsen, Reihern, Greifvögeln etc., die ihn zum Fressen gern haben.
Mehr Infos zum Grasfrosch gibt es auch unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/artenportraets/23803.html

Der Lurch des Jahres wird von der DGHT (der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) gewählt. Auf ihrer Kampagnenseite finden sich noch ausführlichere Materialien zum Grasfrosch, aber auch zu den bisher gewählten Reptilien und Amphibien der vergangenen Jahre.

Wandern im Frühjahr – auch für Amphibien essentiell

Sicherlich kommt Ihnen diese Situation bekannt vor: Sie fahren in der Dämmerung über eine Landstraße, die an eine Wiese oder ein Waldstück angrenzt. Plötzlich sehen Sie vor sich auf der Straße viele Kröten, fast nicht vom nassen Laub zu unterscheiden, die versuchen über die Straße auf die andere Seite zu gelangen. Doch warum tun sie das?

Kroeten
Die Männchen lassen sich oftmals auf dem Rücken der Weibchen zum Laichgewässer transportieren.

Der Star – Vogel des Jahres 2018

Der Star ist etwas kleiner als eine Amsel und sowohl im Prachtkleid (das Federkleid, dass während der Brutzeit getragen wird) als auch im Schlichtkleid ein hübsch anzusehender Vogel. Das Prachtkleid ist schwarz-glänzend. Je nach Lichteinfall schimmert das Gefieder der Vögel dann in grün oder sogar violett. Aber auch das Schlichtkleid ist mit den dunklen Federn und dem hellen Punktmuster darauf auffallend. Die gerade ausgeflogenen Jungvögel haben dagegen in den ersten Wochen mit einem braunen Gefieder noch eine sehr unauffällige Färbung. 
2886 5839

Im Flug wirken die Flügel der Stare meist dreieckig und spitz. Daran und an ihrem Auftreten in kleineren Trupps, manchmal aber auch in riesigen Schwärmen lassen sie sich gut erkennen.
Zum Vogel des Jahres hat man den Star gewählt, da er zwar noch relativ häufig ist, aber sein Bestand innerhalb von nur 20 Jahren um ca. 1 Mio Brutpaare abgenommen hat. Er wurde von der Stufe „ungefährdet“ (2007) direkt in die Kategorie „gefährdet“ (2015) der Roten Liste eingestuft ohne vorher auf der Vorwarnliste zu stehen.
Der Star ist was seinen Gesang angeht ein wahrer Imitationskünstler. Er kann den Gesang anderer Vögel nachahmen. Gerade in Städten und Dörfern hört man aber auch Stare die mit ihrem Gesang an Türklingeln oder Handy-Klingeltöne erinnern.
Der Vogel des Jahres 2018 hat sich aber auch in anderer Weise an ein Leben in der Nähe des Menschen angepasst und bewohnt neben alten Spechthöhlen und sonstigen Hohlräumen in Bäumen auch gerne Dachgauben oder Hohlräume an Gebäuden und Fassaden. Dabei haben Stare kein Revier wie andere Vogelarten, da sie gerne dort brüten, wo sich auch andere Paare in der Nähe finden und dann oft in kleinen Trupps auf Nahrungssuche gehen.
Am liebsten mögen sie Insekten und Würmer, sie fressen aber auch Früchte und Beeren. Man sieht sie deshalb gerne auf kurzen Wiesen und vor allem Weiden, wo sie am Boden oder sogar auf den Weidetieren nach Insekten und anderem Kleingetier suchen.
Bedroht ist der Star vor allem durch zu intensive Landwirtschaft, aber auch durch Wegfall von Brutstätten bei energetischen Sanierungen.
Weitere Infos zum Star finden Sie auch auf den entsprechenden Seiten des NABU zum  Vogel des Jahres: https://www.nabu.de/news/2017/10/23266.html

Der Waldkauz – Vogel des Jahres 2017

Den diesjährigen Vogel des Jahres hört man öfter, als das man ihn sieht, denn der Waldkauz ist nachtaktiv. Selbst wenn wir des Nachts unterwegs sind, wir haben eben einfach nicht die guten Augen des Waldkauzes. Im dunkeln Wald sieht er uns, aber wir ihn nicht, da er mit seinem braun oder grau gefärbten Gefieder oft nicht auffällt, obwohl er ungefähr so groß wie eine Krähe ist. Seine Zeichnung erinnert nämlich an Baumrinde. Aber gerade im Herbst und Spätwinter ist er mit seinen Rufen zur Balz oder Reviermarkierung gut zu hören. Dieser Ruf wird auch gerne in Film und Fernsehen verwendet, wenn Szenen im nächtlichen Wald gezeigt werden.
Die Paare beginnen schon im Februar oder März mit der Brut. Die Weibchen legen normalerweise zwei bis vier Eier. Die Jungtiere verlassen das Nest im Alter von ca. einem Monat, sind dann aber noch nicht flugfähig. Das dauert noch zwei bis drei Wochen länger. Von den Eltern versorgt werden sie aber noch bis zu einem Alter von knapp drei Monaten. Dann müssen sich die jungen Käuze ein eigenes Revier und einen eigenen Partner suchen.
Waldkauzpaare bleiben meist ein Leben lang zusammen, außerhalb der Brutzeit leben sie aber meist alleine in ihrem gemeinsamen Revier.
Der Waldkauz lebt fast in ganz Europa und ist in Deutschland die häufigste Eulenart. Er ist auch sehr reviertreu, viele Paare bleiben ihr ganzes Leben im selben Umfeld. Dabei ist sein Lebensraum nicht auf Laubwälder beschränkt. Er bewohnt auch Gärten, Parks und Friedhöfe. Nadelwälder aber meidet er. Wichtig für sein Vorkommen sind auch alte Bäume mit entsprechenden Höhlen, in denen er brüten kann.
Auf die Jagd geht er meist nach Kleinsäugern wie Mäusen, Maulwürfen und Ratten. Er frisst aber auch Vögel, Frösche, Kröten, Käfer und Regenwürmer.

Mehr Infos zum Waldkauz gibt es vom NABU unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/waldkauz/index.html
Außerdem kann man sich beim NABU das Verhalten von Waldkäuzen bei der Brut live in einer Webcam anschauen: https://blogs.nabu.de/category/vogel-des-jahres/

Waldkauz
Junge Waldkäuze klettern oft schon auf den Bäumen in der Umgebung des Nestes herum, wenn sie noch gar nicht fliegen können. In diesem Stadium werden sie „Ästling“ genannt. (Bildautor: Barbara Böhme)

Der Punker und die Unscheinbare

Jetzt im Spätherbst/Frühwinter beginnt für viele wieder die Zeit der Vogelfütterung.
Unter Experten wird immer wieder gestritten, ob eine Fütterung bei unseren schneearmen Wintern überhaupt nötig ist. Aber wenn man sich heute Gärten mit Kies und Schotter im Vorgarten und kaum heimischen Sträuchern, die im Winter Früchte und Beeren bieten könnten, ansieht, schadet eine Fütterung kaum. Außerdem ist es für viele an kalten Wintertagen ein schöner Zeitvertreib den Vögeln beim Streiten um die besten Körner zu zusehen. Gerade Kinder können hier auf einfache Art einen Teil der heimischen Vogelwelt kennenlernen.
Zwei besondere Vertreter möchten wir deshalb auch in diesem Artikel vorstellen.

Vgel
Heckenbraunelle und Haubenmeise sind Beispiele für nicht ganz häufige Besucher am Vogelhaus

Die frechen Meisen sind an vielen Vogelhäusern zu finden. Den meisten Beobachtern sind Kohl- und Blaumeise noch gut vertraut. Ein ebenfalls auffälliger Vertreter der Meisen ist aber nicht so bekannt: die Haubenmeise. Ihr namensgebendes schwarz-weißes Häubchen lässt sie wie einen kleinen Punker aussehen. Der Rest ihres Gefieders ist eher unscheinbar bräunlich, aber mit den abstehenden Federchen am Kopf ist sie schon ein auffälliger, allerdings nicht unbedingt häufiger Besucher am Futterhaus. Da sie bevorzugt in Nadelwäldern lebt, ist sie auch meist eher an Futterhäusern zu finden, wo Nadelwälder oder zumindest ein paar Nadelbäume in der Nähe sind.
Im Gegensatz zur auffälligen „Frisur“ der Haubenmeise, kommt die Heckenbraunelle ganz unscheinbar daher und wird häufig übersehen. Sie ist braun und grau gefärbt und ca. 15 cm lang. Sie lebt an Waldrändern, in Gebüschen, in Parks und in Gärten. Sie kommt meist nicht direkt an die Futterspender, sondern sucht eher am Boden um ein Futterhaus nach dem, was andere Vögel hinunter geworfen haben. Sie huscht bei Anzeichen von Gefahr schnell wieder in die nächste Hecke.
Der Bestand in Deutschland wird auf über eine Million Brutpaare geschätzt, aber aufgrund ihrer unauffälligen Färbung und entsprechenden Verhaltens am Futterhaus, ist sie vielen unbekannt.
Mehr Informationen zu häufigen Vögeln am Futterhaus finden Sie u.a. auf den Seiten des NABU unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/

Der Feuersalamander – Lurch des Jahres 2016

Vom Feuersalamander haben die meisten sicherlich schon gehört oder gelesen. Ein Tier tatsächlich live gesehen, haben aber wahrscheinlich die wenigsten.
Feuersalamander sind nämlich nachtaktiv und vor allem in feuchten, regnerischen Nächten zu finden. Sie leben meist in Laub- und Mischwäldern, in denen es kleinere Bäche und Quellen gibt.

feuersal
Die ausgewachsenen Feuersalamander findet man vor allem in feuchten Nächten, die Larven finden sich in kühlen Gewässern im Wald.

Feuersalamander in unseren Breiten werden ca. 15 cm lang und sind durch ihre gelb-schwarze Färbung (in seltenen Fällen können die sonst gelben Farbpartien auch orange bis rötlich gefärbt sein) unverwechselbar. Anhand der Musterung lassen sich sogar die einzelnen Individuen voneinander unterscheiden, wie beim Fingerabdruck eines Menschen.

Im Gegensatz zu anderen Amphibien setzt das Feuersalamander-Weibchen, meist im Frühjahr, weit entwickelte, kiementragende Larven in geeignete Gewässer ab. Die Larven lassen sich gut an den hellen Flecken der Beinansätze und den Außenkiemen erkennen.
Sie benötigen fischfreie, nährstoffarme und kühle Gewässer. Im Sommer bis Frühherbst sind die Jungtiere dann so weit entwickelt, dass sie an Land gehen können. Sie werden aber erst mit zwei bis vier Jahren geschlechtsreif.
Ausgewachsene Feuersalamander verstecken sich tagsüber unter Laub, Steinen oder Totholz. Nachts gehen sie dann auf Nahrungssuche und fressen Insekten, Schnecken oder Spinnen. Dabei bewegen sie sich meist sehr langsam, denn sie sondern durch spezielle Drüsen ein Hautsekret ab, das sie vor Feinden schützt.

  • einen Link zu einem Video mit einem Feuersalamander in Aktion finden Sie hier

Die Art ist in Deutschland „besonders geschützt“, gilt aber zurzeit noch als „ungefährdet“. International trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Art, da ein großer Teil der Weltpopulation hier vorkommt.

Der Lurch des Jahres wird von der DGHT (der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) gewählt. Auf ihrer Kampagnenseite finden sich noch ausführlichere Materialien zum Feuersalamander, aber auch zu den bisher gewählten Reptilien und Amphibien der vergangenen Jahre.

Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen ein paar Arten vorstellen, denen Sie im Bliesgau begegnen können. 

Die Liste wird mehrmals im Jahr erweitert. Bisher finden Sie hier:

Stieglitz - Vogel des Jahres 2016

Feuersalamander - Lurch des Jahres 2016

Vögel am Futterhaus

Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Star - Vogel des Jahres 2018

Grasfrosch - Lurch des Jahres 2018

Amphibienwanderungen

Schwalben - gefährdete Mitbewohner

tiere
Auch den Goldenen Scheckenfalter und die Zauneidechse kann man im Biosphärenreservat Bliesgau antreffen.

Der Stieglitz – Vogel des Jahres 2016

Der Stieglitz wird auch Distelfink genannt und gehört wie dieser Name schon sagt, zur Familie der Finken. Mit einer Körperlänge von 12-13 cm ist er kleiner als der bekanntere Buchfink. Sein auffallendstes Merkmal ist aber seine kräftig rote Gesichtsmaske und eine deutliche abgesetzte gelbe Binde im Flügel. Ansonsten ist sein Gefieder hellbraun mit schwarz und weiß vor allem an den Flügeln und dem Schwanz.

stieglitz
Der Stieglitz bei einer Vogelberingung und zwei Tiere bei der Nahrungssuche.

Stieglitze sind meist in kleineren Trupps anzutreffen, in denen sie die Umgebung auf der Suche nach Nahrung durchstreifen. Er ernährt sich hauptsächlich von Sämereien z.B. von Disteln, aber auch von Gräsern und Bäumen.
Zum Vogel des Jahres wurde er vom NABU gewählt, da sein Bestand in Deutschland in den letzten 20 Jahren um fast 50 % abgenommen hat. Dabei kann jeder etwas zum Erhalt dieses farbenfrohen Gesellen beitragen.
Durch seine Nahrungsvorlieben ist er auf vielfältige Lebensräume angewiesen, die ihm möglichst ganzjährig Nahrung zur Verfügung stellen. So sind für ihn bunt-blühende Wegsäume und Brachflächen geeignet, die mit ihrer Vielfalt an Arten auch zu verschiedenen Zeiten Sämereien bieten. Auch Parks und Gärten können so gestaltet werden, dass sich Stieglitze hier wohl fühlen. Wichtig ist hierbei nur, dass möglichst viele heimische Wildkrautarten für den Stieglitz, aber natürlich auch viele andere Arten zur Verfügung stehen.
Der Stieglitz steht also stellvertretend für die Arten, die durch eine immer intensivere Landwirtschaft, die Bebauung von Brachflächen, aber auch die artenarme Gestaltung vieler Gärten (mit Kies und englischem Rasen) gefährdet sind.
Mit dem Sichern oder Neuanlegen von wildkräuterreichen Blühflächen können Gartenbesitzer, Firmen, Vereine und Kommunen ganz einfach für die Artenvielfalt und den Stieglitz in ihren Heimatorten tätig werden.
Dabei können sie dann auch bei der Aktion „Bunte Meter für Deutschland“ des NABU mitmachen.
Mehr zum Stieglitz finden Sie auch auf den Seiten zum Vogel des Jahres 2016 beim NABU-Bundesverband.

Pflanzenarten im Bliesgau

  • Ackerwachtelweizen
  • Affen-Knabenkraut
  • Baerlauch 2
  • Baerlauch 3
  • Baerlauch
  • Bergaster
  • Bergklee
  • Bocksriemenzunge
  • Breitbaelttriges Wollgras
  • Esparsette
  • Feldahorn
  • Fransenenzian
  • Goldnessel
  • Herbstzeitlose
  • Hornklee
  • Kalk-Kreuzbluemchen
  • Kuckuckslichtnelke
  • Kuechenschelle
  • Maigloeckchen
  • Moschuskraut
  • Moschusmalve
  • Muecken-Haendelwurz
  • Schwalbenwurz
  • Seidelbast
  • Sumpfstendelwurz
  • Tausengueldenkraut
  • Waldbingelkraut
  • Wiesensalbei
  • Wundklee
  • gelbes Windroeschen
  • hohe Schluesselblume
  • kleines Wiesenvoegelchen
  • stengellose Kratzdistel
  • zweiblaettriger Blaustern

Simple Image Gallery Extended

Tierarten im Bliesgau

 

  • Brauner Feuerfalter 2
  • Buntspecht
  • C-Falter
  • Graureiher
  • Gruenaderweissling
  • Hornissenglasfluegler
  • Kleiner Kohlweissling
  • Magerrasen-Perlmuttfalter
  • Mauereidechse
  • Neuntoeter
  • Nierenfleck Zipfelfalter
  • Reh
  • Reiherente
  • Roesels Beissschrecke
  • Rotmilan
  • Russischer Baer
  • Schachbrett
  • Schornsteinfeger
  • Stockente
  • Storch
  • Tagpfauenauge
  • Zitronenfalter-Maennchen
  • Zwergblaeuling
  • Zwergtaucher
  • Zwergtaucher
  • brauner feuerfalter
  • eichhoernchen
  • esparsetten-widderchen
  • gebaenderte_prachtlibelle
  • goldener scheckenfalter
  • goldener_scheckenfalter
  • grosser Perlmuttfalter
  • grosser_Feuerfalter
  • junge Bachstelze
  • kleiner Feuerfalter
  • kleiner Fuchs
  • kleiner Sonnenroeschenblaeuling
  • rostfarbiger Dickkopffalter
  • roter Wuerfel-Dickkkopffalter
  • warzenbeisser
  • wespenspinne
  • wiesenknopfameisenblaeuling
  • wildkaninchen
  • wildkaninchen1

Simple Image Gallery Extended

Biologische Vielfalt im Biosphärenreservat Bliesgau

Als Biodiversität oder auch biologische Vielfalt bezeichnet man die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
Es geht dabei nicht nur um reine Artenvielfalt, sondern auch um die genetische Vielfalt innerhalb einer Art ebenso wie um die Vielfalt der Ökosysteme.
Die Nationalen Naturlandschaften, zu denen auch das Biosphärenreservat Bliesgau gehört, sollen helfen, diese Vielfalt zu bewahren. Als Nationale Naturlandschaften sind heute ca. 30 % der Fläche Deutschlands ausgewiesen. Zu den Nationalen Naturlandschaften in Deutschland gehören 14 Nationalparks, 15 Biosphärenreservate und rund 100 Naturparks.

blaeuling_klappertopf
Ameisenbläuling                                                                 Klappertopf

Diese Schutzmaßnahmen sind wichtig, denn in den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der Arten weltweit um rund 40 % zurückgegangen. Davon sind nicht nur die tropischen Regenwälder betroffen, sondern auch in Deutschland ist ein dramatischer Rückgang zu beobachten.
Hier sind nicht nur die natürlichen Ökosysteme und Arten betroffen, auch die Agrobiodiversität ist bedroht.
Unter dem Begriff Agrobiodiversität versteht man die Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztiere, denn auch einige alte Haustierrassen sind heute gefährdet. 84 % des Rinderbestandes in Deutschland gehört zu nur vier Rassen, dabei gibt es in Europa über 100 verschiedene Rinderrassen.
Aus diesem Grund wurde 2007 von der  Bundesregierung eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ beschlossen und 2010 als das Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen, um die Öffentlichkeit auf die Gefährdungen dieser Vielfalt aufmerksam zu machen.

Im Zusammenhang mit der Biodiversität spricht man auch von sogenannten Hot Spots, damit sind Gebiete oder Biotope gemeint, die über besonders hohe Artenzahlen verfügen.
Im Bliesgau besonders artenreich oder mit besonders wertvollen, seltenen Arten bestückt sind v.a. die Kalkhalbtrockenrasen und Orchideenwiesen, aber auch die Streuobstwiesen sowie die feuchten Hochstaudenfluren und die großen Buchenwälder.

Tiere im Biosphärenreservat Bliesgau

Auch für die Artenvielfalt in der Tierwelt ist der Bliesgau von großer Bedeutung. Dabei sind es weniger die bundesweit vom Aussterben bedrohten, spektakulären Arten, die den Bliesgau beschreiben, als vielmehr die vielen regionaltypischen Vertreter, die hier teilweise am Rande ihres Verbreitungsgebietes leben und als Wärme liebende Arten den Bliesgau faunistisch hervorheben. Es ist seit langem nachgewiesen, dass die Biotoptypen derentwegen der Bliesgau floristisch so bedeutend ist (Kalk-Magerrasen mit den reichen Orchideenvorkommen), auch für die Fauna bedeutende Lebensraumtypen sind. Zu nennen ist die große Gruppe der Insekten (Heuschrecken, Schmetterlinge, Zikaden), Vögel z.B. Heidelerche (Lullula arborea), Rotkopfwürger (Lanius senator), Neuntöter (Lanius collurius) oder Reptilien, die – will man die bliesgautypische Kalk-Magerrasen-Fauna nennen – schwerpunktmäßig an die Kalk-Magerrasen angepasst sind.

falter_zauneidechse
Goldener Scheckenfalter                                                    Zauneidechse

Bei den Säugetieren sind als Besonderheiten zu nennen: der Biber (der nach der erfolgreichen Wiederansiedlung an der Ill auch an der Blies wieder ausgesetzt wurde und sich von dort aus flächendeckend ausgebreitet hat) und verschiedene Fledermausarten, die z.B. in den Schlossberghöhlen bei Homburg oder im alten Kalkbergwerk in Gersheim ihre Winterquartiere haben. Zu den über 40 Säugetierarten im Biosphärenreservat Bliesgau gehören aber z.B. auch Wildkatze, Igel, Maulwurf, Fuchs, Dachs und Siebenschläfer.

Unter den Vögeln sind neben den schon genannten lebensraumtypischen Arten vor allem der Rotmilan und der Weißstorch bemerkenswert, außerdem der Steinkauz als Indikator der alten Kulturlandschaft, der für die Streuobstwiesen typisch ist.
Unter den Reptilien und Amphibien sind als Besonderheiten die Gelbbauchunke, der Kammmolch, die Mauereidechse und die Schlingnatter zu nennen.

Als einzige saarländische Region beherbergt der Bliesgau alle aktuell im Saarland nachgewiesenen FFH-Arten der Tagfalter (Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling, Thymian-Ameisenbläuling, Großer Feuerfalter, Goldener Scheckenfalter).

Nähere Informationen zu einigen interessanten Arten im Bliesgau finden Sie hier oder unter diesem Link.

Liste der Brutvogelarten im Bliesgau (Stand 2011)

Liste der Tagfalter und Widderchen im Bliesgau (Stand 2012)

Pflanzen im Biosphärenreservat Bliesgau

Die südlichen, ländlichen Bereiche beinhalten als prägende Elemente Halbtrockenrasen, ausgedehnte magere Flachlandmähwiesen (im Wesentlichen Salbei-Glatthaferwiesen), Streuobstkomplexe, Orchideen- und Waldmeister-Buchenwälder auf Muschelkalk.
25 der 50 in Deutschland heimischen Orchideenarten kommen hier vor.

p_orchidee_hummelragwurz
Knabenkraut                                                                        Hummelragwurz

Mindestens acht bundesweit stark gefährdete Orchideenarten, die in Südwest-Deutschland vielfach ihre Verbreitungsgrenze erreichen, kommen in den Halbtrockenrasen des Gebiets in mehreren, meist individuenreichen Populationen vor. Besonders bedeutend sind die Vorkommen von:

  • Ohnsporn (Aceras anthropophorum)
  • Pyramiden-Orchis (Anacamptis pyramidalis)
  • Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum)
  • Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) und
  • Affen-Knabenkraut (Orchis simia), das sich offensichtlich rezent im Saar- Bliesgau ausbreitet.

Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Fundorte des submediterran-atlantisch verbreiteten Kalk-Kreuzblümchens (Polygala calcarea) liegt im Saar-Blies-Gau. In Deutschland findet man die Pflanze sonst nur noch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Auch die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) bildet im Bliesgau einige dichte Bestände aus, so dass die zu dieser Zeit sonst noch unansehnlichen Halbtrockenrasen vom Violett ihrer Blüten bedeckt sind.
Der zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) kann zum Beispiel bei Ormesheim in großen Mengen gefunden werden. Außerhalb der Schutzgebiete ist das Sammeln von kleineren Mengen Bärlauch (Allium ursinum) für den Hausgebrauch erlaubt.

In den nördlichen, urbanen Bereichen dominieren neben den Siedlungsbiotopen die kollinen, mesophilen Buchenwälder im oberen Buntsandstein mit versumpften Sohlentälern.

Als wertgebende Arten kommen hier z.B. Prächtiger Dünnfarn (Trichomanes speciosum), Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), Frühlingsspark (Spergula morisonii), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Grau-Segge (Carex canescens) oder Silbergras (Corynephorus canescens) vor.

Farn- und Blütenpflanzen im Biosphärenreservat (Stand 2006)

Lebensraumtypen und Landschaften

Im Gegensatz zu anderen Muschelkalkgebieten Deutschlands weist der Bliesgau eine deutlich differenzierte geomorphologische Struktur auf. Sie führt insbesondere im Zusammenhang mit verschiedenartigen Landnutzungsformen an verschiedenen Standorten zu starken Unterschieden der mikroklimatischen Situation. Hieraus ergeben sich auf engem Raum vielfältig unterschiedliche Lebensbedingungen, was die kleinräumige Existenz verschiedenartiger Ökosystemtypen ermöglicht. So finden sich sowohl Arten mit mediterranem Verbreitungsschwerpunkt, als auch Arten mit kontinentalem bzw. atlantischem Verbreitungsschwerpunkt im betrachteten Gebiet.

p_reinheim_mohnfeld
Reinheim                                                                        Mohnfeld

Das Biosphärenreservat Bliesgau lässt sich grob gliedern in die vom Offenland geprägten Muschelkalkgebiete im Süden und die viel stärker bewaldeten Buntsandsteingebiete im Norden. Aber auch innerhalb der beiden Teilräume zeigen sich bemerkenswerte landschaftliche Unterschiede, die das Resultat natürlicher Prozesse und menschlicher Einwirkungen sind.

Geprägt wird das Gebiet weiterhin durch die Blies und ihr Tal mit seinen ausgedehnten Überschwemmungsflächen. Es ist gekennzeichnet durch einen Wechsel von großflächig genutzten Auenwiesen, Röhrichten, Hochstaudenfluren und naturnahen Auenwäldern.


 

„huggebleiwer“bierdeckel huggebleiwer

Als „huggebleiwer“ bezeichnet man im Saarland umgangssprachlich jemanden, der sitzen bleibt. Das kommt vor, wenn die schulischen Leistungen für eine Versetzung nicht ausreichen, oder man bleibt an Ort und Stelle, weil man sich einfach wohl fühlt. Der Bliesgau ist solch ein Ort für viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, die hier einen vergleichsweise guten Lebensraum vorfinden.

Schatztruhe für besondere Arten

Das Biosphärenreservat Bliesgau liegt in der südöstlichsten Ecke des Saarlandes, an der Grenze zu Frankreich und Rheinland-Pfalz.Das Biosphärenreservat Bliesgau auf der Deutschlandkarte Die sanfthügelige Landschaft ist geprägt durch ausgedehnte Streuobstwiesen, wertvolle Buchenwälder, artenreiche Trockenrasen und eine eindrucksvolle Auenlandschaft, die von dem namensgebenden Fluss, der Blies, durchzogen wird. Der Norden des Bliesgaus ist städtisches Einzugsgebiet - mit einer Bevölkerungsdichte über dem Bundesdurchschnitt ist der Bliesgau im Vergleich zu den anderen deutschen Biosphärenreservaten ohnehin eher städtisch geprägt. Die Stadt-Land-Beziehung mit all ihren Facetten, Einflüssen und Veränderungen ist deshalb einer der Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Forschung im Biosphärenreservat. Eine Besonderheit der Region ist die Vielfalt der Landschaft: verschiedene Lebensräume greifen auf engem Raum ineinander und sind ein Zuhause für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. So beherbergt der Bliesgau etwa 80 Prozent des saarländischen Vorkommens des vom Aussterben bedrohten Steinkauzes. Bemerkenswert sind auch die großen und stabilen Populationen des Goldenen Scheckenfalters und die ausgedehnten Kalkhalbtrockenrasen, auf denen man nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern kann. In der wildromantischen Bliesaue findet der aufmerksame Besucher auch die Spuren der Biber, die seit 1999 hier wieder heimisch sind.

Als ein sehr altes Siedlungsgebiet hält der Bliesgau darüber hinaus viele Möglichkeiten zur Spurensuche der römischen und keltischen Besiedlung bereit. Genannt seien an dieser Stelle der „Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim“ oder das Römermuseum in Schwarzenacker.

p_scheckenfalter-glatthafer
Goldener Scheckenfalter                                                  Salbeiglatthaferwiese

Der landschaftliche Liebreiz im ländlichen Süden der Region wird durch die Mittelstadt St. Ingbert mit ihren Orten der Industriekultur und dem kulturellen Angebot ergänzt.

Dass diese Region etwas ganz Besonderes ist, findet auch die UNESCO. Sie hat im Mai 2009 den Bliesgau als Biosphärenreservat geadelt und somit die Bedeutung dieser einmaligen Region auf eine globale Ebene gehoben.

Der Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft und der damit verbundenen Artenvielfalt ist das erklärte Ziel des Biosphärenreservates. Mit Projekten wie dem „Bliesgau-Regal“ und dem „Bliesgau-Apfelsaft“ möchte die Region deshalb mit den Pfunden wuchern, die sie hat. Die Bliesgau-Produkte sind bereits in zahlreichen Geschäften im Saarland zu finden und auch in der Gastronomie setzen viele Küchenchefs  auf regionale Produkte. Als Tipp am Rande sei erwähnt, dass Besucher mit einem Faible für eine gute Küche im Bliesgau voll und ganz auf ihre Kosten kommen.

p_obstbaumbluete_apfelbaum_l
Obstbaumblüte                                                               Apfelbaum

Natur - Landschaft - Kulturlandschaft

Das Biosphärenreservat (BR) Bliesgau liegt in der südöstlichen Ecke des Saarlandes, direkt an der Grenze zu Frankreich und Rheinland-Pfalz. Es umfasst auf einer Fläche von ca. 36.000 ha die Muschelkalklandschaften des Bliesgaus und des Westrichs, die Übergangszonen zwischen unterem Muschelkalk und oberem Buntsandstein und die sich nördlich anschließenden geschlossenen Waldgebiete des St. Ingbert-Kirkeler Waldes und der St. Ingberter Senke im oberen und mittleren Buntsandstein. Prägende Elemente des Gebietes sind z.B. die naturschutzfachlich besonders wertvollen Biotop- und Lebensraumtypen der Kalk-Halbtrockenrasen, der Salbei-Glatthaferwiesen, der Streuobstwiesen und der naturnahen Wälder.

p_reinheim_mohnfeld2
Reinheim                                                                       Mohnfeld

Ein besonderes Charakteristikum des BR Bliesgau stellt die Vielfalt der Landschaft mit einem Nebeneinander und Ineinandergreifen verschiedenster Groß- und Kleinstlebensräume dar, welche aus jahrtausende langer Nutzung durch den Menschen hervorgegangen sind. Es enthält das gesamte Spektrum der Kulturlandschaft, die Lebensräume des städtischen Verdichtungsraumes (und der ehemals industriell geprägten Stadt St. Ingbert) ebenso wie die Lebensräume des ländlichen Raumes im Wald und Offenland.
Im Gebiet des BR Bliesgau ist die höchste Dichte an europa-, bundes- und landesweit bedeutsamen Lebensraumtypen und Arten im Saarland vorhanden. Aufgrund der hohen Schutzwürdigkeit der Region liegen hier die – auf den Naturraum bezogen – meisten der vom Saarland gemeldeten NATURA 2000-Gebiete.