Pressemitteilung vom 15. Oktober 2021

Biosphärenreservat Bliesgau gewinnt zwei Partner in Polen

Bei der Evaluierung kritisierte die UNESCO noch, dass das Biosphärenreservat Bliesgau keine einzige internationale Partnerschaft mit einem anderen Biosphärenreservat habe. Nun hat es gleich zwei! Am 18.10. bzw. 21.10. wurden Partnerschaftsvereinbarungen mit den polnischen Biosphärenreservaten Bieszczady /Ostkarpaten und Roztocze unterzeichnet.

BR PolenDie Vertragsunterzeichnung mit dem Biosphärenreservat Bieszczady
Foto: Dr. Violetta Frys.

Die Unterzeichnung fand im Rahmen einer Bereisung der polnischen Landkreise Bieszczady, Przemyśl, Lubaczów und Łańcut durch eine Delegation des Saarpfalz-Kreises und des Biosphärenzweckverbandes statt.

Ziel der Partnerschaft ist es, in den drei Gebieten nachhaltige Beziehungen zwischen Mensch und Biosphäre zu schaffen sowie eine sozioökonomische Entwicklung herbeizuführen, die der kulturellen Identität der Regionen förderlich ist,

Es geht um den Austausch bewährter Praktiken und Erfahrungen und gleichzeitig um die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und der Bekanntheit der Regionen in Europa.

„Dank der bestehenden Partnerschaften des Saarpfalz-Kreises und guter Vorarbeit konnten wir recht schnell interessante Partner für unser Biosphärenreservat Bliesgau finden - und so einen der Kritikpunkte der UNESCO beseitigen. Beide Biosphärenreservate in Ostpolen liefern uns interessante Anknüpfungspunkte für eine feste Partnerschaft.“ so der Verbandsvorsteher und Landrat Dr. Theophil Gallo. „Wir hoffen auch, unsere neuen Partner auf der SaarLorLux-Tourismusbörse und auf dem nächsten Biosphärenfest begrüßen zu können.“

Der Bieszczady Nationalpark ist seit 1992 der polnische Teil des transnationalen Biosphärenreservates Ost-Karpaten, zu dem auch Gebiete in der Slowakei und der Ukraine gehören. Er umfasst eine Fläche von 292 km². Er ist insbesondere von seinen Wäldern (Buchen, Fichten und Tannen) und der geografischen Höhenlage geprägt (montane Bedingungen), aber auch von Bachtälern, Grünlandflächen und montanen Bergwiesen bzw. montaner Strauchvegetation (u.a. Heidel- und Preiselbeere). Ebenso charakteristisch ist die bereits gut ausgeprägte touristische Nutzung des Gebietes, insbesondere für Wandertouristen und Naturliebhaber. Ferner stehen entsprechende Informationszentren zur Verfügung.

Noch recht jung ist das Biosphärenreservat Roztocze, das seit 2019 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt ist. Es umfasst eine Fläche von 2970 km². Die Landschaft ist der des Bliesgaus ähnlich: hügelig mit einem Wechsel von Waldflächen und Landwirtschaft. Die Wälder sind trocken, teilweise auf Sand, teilweise auf kalkhaltigen Böden aus dem Miozän. Dementsprechend sind die Hauptbaumarten Buche und Kiefer.

Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ähnelt der des Bliesgaus, wobei der Ackerbau flächig stärker verteilt ist als die Grünlandnutzung. Grundsätzlich findet man eher kleinstrukturierte Nutzungsflächen.

Die Partnerschaften der Biosphärenreservate waren nicht die einzigen Vereinbarungen, die bei der Bereisung unterzeichnet wurden. Mit dem Landkreis Łańcut hat Landrat Dr. Theophil Gallo für den Saarpfalz-Kreis eine Vereinbarung über eine Kreis- Partnerschaft unterzeichnet. Außerdem wurde eine Partnerschaft des Bergbaumuseums Bexbach mit dem Museum der Öl- und Gasindustrie in Bóbrka angebahnt. Nicht zuletzt hat man dem Landkreis Przemyśl noch einen Besuch abgestattet und alte Freunde besucht und vorbesprochen, wie die bereits über 10-jährige Partnerschaft würdig begangen und gefeiert werden kann. Oft hatte die Delegation den Eindruck, dass die Ideen Europas und die Völkerverständigung auf kommunaler Ebene und auf Ebene der Bürger weiter sind als auf der Ebene der großen Politik.

 

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