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Mit dem Biosphärenbus auf den Spuren der Reichsgräfin von der Leyen

Längste Linie des Saarlandes erhielt Auszeichnung im Rahmen des Fahrtziel Natur-Award 2014

(Berlin, September 2014) Im Biosphärenreservat Bliesgau wird ein attraktiver, umweltfreundlicher Tourismus seit vielen Jahren konsequent gefördert. Ein ganzheitliches Mobilitätskonzept war Grundlage für den Ausbau der längsten Buslinie des Saarlandes zum Biosphärenbus 501. Heute ist sie Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs für Einheimische und Gäste. Dafür gab es jetzt eine Auszeichnung im Rahmen des Fahrtziel-Award 2014.


Sparkassen mit Automaten nicht nur für Geld, sondern auch für Milch, Eier oder Bratwurst. Wiesen, in denen 30 Orchideenarten blühen. Premium-Wander- und Radwege. Geheimnisvolle unterirdische Gänge und Höhlen. Das und dazu viele Einkaufs-, Freizeit- und Naturerlebnisse verbindet der „Biosphärenbus 501“ – sieben Tage in der Woche, im Stundentakt, von morgens kurz nach 7 Uhr bis abends nach 22 Uhr.
Zentraler Umsteigepunkt ist das Barockstädtchen Blieskastel. Dort führt die Reichsgräfin Marianne von der Leyen „persönlich“ Gäste durch ihre Residenz. Unter der aufwendigen Perücke und dem selbstgenähten Rokokokleid verbirgt sich Dagmar Schuler, Sozialpädagogin im Landesjugendamt des Saarbrücker Sozialministeriums. Sie spannt den Bogen ihrer Erzählungen von der Regierungszeit vor rund 240 Jahren bis in die Gegenwart: „Die Gräfin legte schon damals großen Wert auf Landschaftspflege und gute Ernährung der Untertanen. Sie ließ Obstplantagen anlegen, Tiere für hochwertiges – wie wir heute sagen würden – Biofleisch aufziehen und kümmerte sich auch um das soziale Wohlergehen ihrer Untertanen.“
2009 erhielt das einstige Herrschaftsgebiet der visionären Reichsgräfin von der UNESCO den Ritterschlag „Biosphärenreservat“. Es reiht sich damit ein in über 600 einzigartige Ökosysteme und bedeutende Kulturlandschaften weltweit, zu denen Touristenziele wie Ayers Rock (Australien), die Galapagos-Inseln (Ecuador), die Samaria-Schlucht (Griechenland) oder das Berchtesgadener Land zählen. Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärenzweckverband Bliesgau in Blieskastel: „Ziel dieses großen internationalen Netzwerks ist es, durch umweltverträgliche und nachhaltige Entwicklungsmaßnahmen die Einzigartigkeit jedes Gebietes zu bewahren.“
Nachhaltige Mobilität durch ein gut verknüpftes öffentliches Verkehrsangebot sei dabei ein wichtiger Bestandteil des Biosphärenkonzepts, so Kemkes. Und hier habe es vor allem seit 2012 mit der Aufnahme des Bliesgau als 20. Fahrtziel Natur-Region wichtige Anstöße gegeben. Damit Gäste wie Einheimische auch ohne Auto mobil sind, wurden öffentliche Verkehrsangebote neu geschaffen, erweitert und durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht.
So ist bereits die umweltschonende Bahnanreise mit ICE/TGV, Intercity und dem Regionalverkehr über Saarbrücken oder Homburg/Saar möglich. Vor Ort beweglich ist der Urlauber mit dem Biosphärenbus 501 sowie Regionalzug- und weiteren Buslinien, Rädern, Pedelecs (E-Bikes), Mountainbikes und Elektroautos, die an mehreren Stationen ausgeliehen werden können.
Projektleiter Markus Philipp von der Mobilitätszentrale St. Ingbert: „Nur wenn wir Einheimischen und Urlaubsgästen die Alternative Bus und Bahn immer wieder darstellen und auch gutes Informationsmaterial an die Hand geben, lassen sie das Auto stehen.“ Dazu gehören:
 Persönliche und telefonische Beratung in der eigens eingerichteten Mobilitätszentrale in St. Ingbert und natürlich auch in den Stadtbusbüros und DB Reisezentren.
 Flyer „Biosphäre erfahren“ mit klimafreundlichen Entdeckertouren und konkreten Rundfahrten-Tipps inklusive minutengenauer Fahrpläne
 Flyer „Wandern mit Bus und Bahn“ mit Tourenvorschlägen inklusive Gehzeiten, Höhenprofilen sowie Start- und Zielhaltestellen der Busse und Bahnen.
 Übersichtspläne zum gesamten Verkehrslinienangebot im Biosphärenreservat sowie Hinweise auf die Kooperation mit „Fahrtziel Natur“ an vielen Bushaltestellen und Bahnhöfen.
 Faltbare Streckenfahrpläne und regionale Fahrplanhefte.
 Aufsteller mit Flyern und Prospekten in Hotels und an Sehenswürdigkeiten, die regelmäßig aufgefüllt werden.
 Schulungen für Zimmervermieter, Mitarbeiter in Hotels und Berater in Tourismusbüros.
Auch der Ausbau der Nahversorgung diene dazu, den Autoverkehr einzudämmen, betont Walter Kemkes. So rücken Produktion und Verarbeitung regionaler und saisonaler Lebensmittel immer stärker in den Fokus der Verbraucher. „Bliesgau-Regale“ etwa, gefüllt mit rund 100 regionalen Artikeln vom Apfelsaft über Marmeladen, Wurstspezialitäten, Getreide, Honig, Kräuteröl, -essig und -senf bis hin zu Likören und Schnäpsen stehen inzwischen in 60 Einzelhandelsgeschäften.
Bliesgauer Bio-Produkte werden auch in Hofläden, auf Wochenmärkten und bei saisonalen Festen verkauft. „Regiomaten“ bieten rund um die Uhr unter anderem in Sparkassen frische Produkte aus einer eigens gegründeten Bio-Molkerei und Wurstspezialitäten an. Kemkes: „Wir wollen dieses Verkaufsnetz hochwertiger Produkte verdichten, damit Einheimische und Gäste beim Einkauf nicht immer auf das Auto angewiesen sind, sondern zu Fuß gehen, mit dem Rad oder dem ÖPNV fahren können.“

„Reichsgräfin Marianne von der Leyen hatte sich auch so ein Transportnetz für ihre Untertanen gewünscht“, ist sich ihre „Doppelgängerin“ Dagmar Schuler sicher. Und sie selbst hätte wohl von ihrer Residenzstadt Blieskastel aus Aufenthaltsorte in ihrem Herrschaftsgebiet bereist, die heute als beliebte Ausflugziele mit Bus und Bahn erreichbar sind: das Barockensemble in Niederwürzbach mit Annahof und Haus Monplaisir, die „Alte Schmelz“ in St. Ingbert, ihr Altersruhesitz in Rilchingen-Hanweiler, die von ihr gebaute Kirche in Reinheim oder einfach nur die traumhafte Hügellandschaft mit wertvollen Streuobstbeständen, artenreichen Wiesen, ausgedehnten Buchenwäldern und charakteristischen Auenlandschaften. Dagmar Schuler: „Das Biosphären-zertifikat hat den Menschen, die hier leben und ihre Freizeit genießen, die Stärken und Schönheiten unserer Jahrtausende alten Kulturlandschaft noch bewusster gemacht. Und das ist ganz im Sinne der Gräfin von der Leyen.“

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Der Biosphärenbus 501 und Vertreter des Bliesgaus bei der Preisverleihung zum Fahrtziel-Natur-Award.

Info Tickets:
Mit Pauschaltickets des Saarländischen Verkehrsverbundes haben Gäste wie Einheimische im öffentlichen Nahverkehr „gute Karten“. Bereits für 18 Euro ist eine Person mit der Tageskarte bis weit nach Mitternacht im Saarland unterwegs (30 Euro bis zu fünf Personen). Das „Rundum-sorglos-Paket“ der „FreizeitCARD/CARTE Loisirs“ bietet neben der ÖPNV-Nutzung ab neun Uhr noch freien Eintritt in rund 200 Freizeiteinrichtungen im Saarland, Rheinland-Pfalz sowie im benachbarten Lothringen (Frankreich), in Luxemburg und in der Wallonie (Belgien). Sie kostet für 24 Stunden 14 Euro/Kinder 10 Euro. Es gibt sie auch für drei Tage (41,50 Euro/Kinder 31 Euro) und sechs Tage (66 Euro/Kinder 44 Euro).
Info Fahrtziel-Natur-Award:
Der Fahrtziel Natur-Award wird seit 2009 an Projekte verliehen, die in besonderer Weise nachhaltigen Tourismus mit umweltfreundlichen Mobilitätslösungen verknüpfen und damit einen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Naturerbes leisten.
Die Kooperation Fahrtziel Natur wird getragen von den drei großen Umweltverbänden BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), NABU (Naturschutzbund Deutschland) und VCD (Verkehrsclub Deutschland) und der Deutschen Bahn. Die Partner engagieren sich seit 2001 erfolgreich dafür, das Naturerbe und die Biodiversität durch aktive Förderung desnachhaltigen Tourismus langfristig zu sichern. Ziel ist es, Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke in Deutschland, Österreich und der Schweiz als attraktive Reiseziele bekannter zu machen und gleichzeitig die Reisenden für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. Sie verbinden ökologisch verträgliches Verkehrsverhalten mit aktivem Naturerlebnis vor Ort. Ziel ist eine Verlagerung des Freizeitverkehrs auf die umweltfreundliche Schiene und den Nahverkehr in den Regionen.
Weitere Informationen unter www.fahrtziel-natur.de/award

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