Blühende Bäume und Sträucher in der frühlingshaften Bliesgaulandschaft
Pressemeldung vom 17. Februar 2026

Biosphäre von klein auf erleben – jetzt kommen die Biosphären-Kitas in den Bliesgau

Nach den Biosphärenschulen wächst das Bildungs-Netzwerk weiter: Künftig werden auch Kitas im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau zertifiziert. Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Naturerfahrung und ganzheitliche Entwicklung schon im frühen Kindesalter fest im Alltag zu verankern. Wie das konkret aussieht, welche Chancen sich für Kitas ergeben und was hinter dem neuen Konzept steckt, darüber sprechen wir mit Sandra Klingler, seit November 2025 Koordinatorin der Biosphären-Kitas im Bliesgau.
Drei Fragen an Sandra Klingler:
1. Was unterscheidet eine Biosphären-Kita von einer „klassischen“ Kita im pädagogischen Alltag?

Eine Biosphären-Kita versteht Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht als einzelnes Projekt, sondern als festen Bestandteil des pädagogischen Alltags. Kinder lernen spielerisch und altersgerecht, wie Natur, Mensch und Umwelt zusammenhängen – direkt vor ihrer Haustür im Biosphärenreservat Bliesgau. Regelmäßige Aufenthalte in der Natur, das Einbeziehen regionaler Themen, nachhaltiges Handeln im Kita-Alltag sowie die aktive Beteiligung der Kinder an Entscheidungen gehören selbstverständlich dazu. Bildung für nachhaltige Entwicklung zieht sich wie ein roter Faden durch den Tagesablauf und wird im Einklang mit dem saarländischen Bildungsprogramm umgesetzt.

2. Welche Rolle spielen Naturerfahrung, regionale Identität und Nachhaltigkeit für Kinder im Kita-Alter?

Gerade im frühen Kindesalter werden wichtige Grundlagen für Werte, Haltungen und Handlungskompetenzen gelegt. Naturerfahrungen fördern nicht nur die motorische und emotionale Entwicklung, sondern stärken auch Neugier, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein. Wenn Kinder ihre Region, ihre Landschaft, Kultur und Geschichte kennenlernen, entwickeln sie eine starke regionale Identität und ein Gefühl der Verbundenheit. Nachhaltigkeit wird dabei nicht abstrakt vermittelt, sondern konkret erlebt und gelebt – etwa durch gemeinsames Entdecken, achtsamen Umgang mit Ressourcen oder Gespräche über globale Themen wie Klimawandel oder Artenvielfalt auf kindgerechte Weise.

3. Was müssen Kitas mitbringen, die sich als Biosphären-Kita auf den Weg machen möchten – und welche Unterstützung gibt es?

Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, sich gemeinsam auf einen Entwicklungsprozess einzulassen. Die Kita sollte im Biosphärenreservat Bliesgau liegen, einen formellen Beschluss des Trägers und der Leitung fassen und Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im Konzept verankern. Mindestens eine pädagogische Fachkraft sollte als zertifizierte BNE-Begleitung tätig sein. Auf diesem Weg werden die Kitas jedoch nicht allein gelassen: Der Biosphärenzweckverband Bliesgau begleitet und berät die Einrichtungen, bietet Fortbildungen an, stellt Informationsmaterial zur Verfügung und unterstützt bei der Vernetzung mit Bildungspartnern, regionalen Betrieben und Initiativen. Ziel ist ein lebendiges Netzwerk, in dem voneinander gelernt und gemeinsam weiterentwickelt wird.

In der Pilotphase können fünf Kitas als Biosphären-Kita ausgezeichnet werden – interessierte Einrichtungen haben sich bereits gemeldet oder sind schon angenommen. Damit ist ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung des Projekts gelegt.

Der Aufbau des Netzwerkes „Biosphären-Kitas“ wird mit 67.807,12 € - davon 80% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 20% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz – unterstützt.

Für weitere Informationen und Rückfragen steht Ihnen die Projektkoordinatorin gerne zur Verfügung:
Sandra Klingler
Biosphärenzweckverband Bliesgau
Telefon: 06842-9600921
E-Mail: sn.klingler@biosphaere-bliesgau.eu

 

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