Bachlauf im Mandelbachtal
Pressemeldung vom 02. April 2026

Förderbescheid für Machbarkeitsstudie zum Biosphärenhaus in Blieskastel übergeben

Die saarländische Umweltministerin Petra Berg hat heute in der Kantine der Kreissparkasse in Blieskastel dem Biosphärenzweckverband Bliesgau symbolisch einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 196.784,84 Euro überreicht. Die Fördermittel stammen aus dem EU-Programm LEADER und dienen der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für den geplanten Umbau des Filialgebäudes der Kreissparkasse zu einem Biosphärenhaus. Bereits im Jahr 2016 hatte die Verbandsversammlung des Biosphärenzweckverbandes den Grundsatzbeschluss gefasst, ein Biosphärenhaus in Blieskastel zu errichten. Nach intensiver Prüfung verschiedener Standortalternativen soll nun untersucht werden, ob sich das bestehende Gebäude der Kreissparkasse am Paradeplatz für eine entsprechende Umnutzung eignet.

Die Biosphärenstadt Blieskastel gilt als attraktiver Ausgangspunkt für Besucherinnen und Besucher des UNESCO-Biosphärenreservats Bliesgau. Die Barockstadt mit hoher touristischer Anziehungskraft bildet ein wichtiges Tor in den Naturraum der Region. Viele Erkundungstouren beginnen hier, was den Standort besonders geeignet für ein zentrales Besucher-Informations- und Erlebniszentrum macht. Das geplante Biosphärenhaus soll künftig sowohl Gästen als auch Einheimischen umfassende Informationen über das Biosphärenreservat bieten und als Ausgangspunkt für Entdeckungstouren dienen. Gleichzeitig wird damit die besondere Stadt-Land-Beziehung, die ein Alleinstellungsmerkmal des Biosphärenreservats darstellt, hervorgehoben. Landrat Frank John, Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, betont: „Ich bin froh, dass wir uns nach langen Jahren der Standortprüfung in der Verbandsversammlung auf dieses Gebäude im Herzen der Stadt einigen konnten. Mit Unterstützung der LEADER-Fördermittel können wir nun die Realisierbarkeit fundiert untersuchen.“ Gleichzeitig dankte er Umweltministerin Petra Berg sowie den Verantwortlichen der LEADER-Aktionsgruppe für die Unterstützung mit EU- und Landesmitteln.

Auch Umweltministerin Petra Berg zeigte sich erfreut über den Fortschritt: „Es ist von entscheidender Bedeutung für das Biosphärenreservat Bliesgau, dass das Projekt Biosphärenhaus weiter voranschreitet. Mit Blick auf die nächste Evaluierung durch das UNESCO-Nationalkomitee im Jahr 2029 ist dies ein wichtiger Pluspunkt. Der Umbau eines Bestandsgebäudes unterstreicht zudem das Engagement des Biosphärenzweckverbandes für Nachhaltiges Bauen und Sanieren in der Region.“

Mit der Machbarkeitsstudie beauftragt sind die Innenarchitektin Anja Welle sowie der Architekt Joachim Sessinghaus aus Homburg, die gemeinsam mit einer breit aufgestellten Bietergemeinschaft aus spezialisierten Büros und Agenturen aus ganz Deutschland an dem Projekt arbeiten. Erste Zwischenergebnisse zeigen: Der Umbau des Gebäudes ist grundsätzlich realisierbar und konkrete Planungen liegen bereits vor: Vorgesehen sind unter anderem ein Seminarraum im Kellergeschoss für bis zu 55 Personen, eine Dauerausstellung im Erdgeschoss, wechselnde Ausstellungen im ersten Obergeschoss sowie Büroräume für die Saarpfalz-Touristik und die Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes in den oberen Etagen. Auch energetische Aspekte spielen eine zentrale Rolle – das Gebäude soll umfassend saniert und nachhaltig ausgerichtet werden.
"Die Umnutzung bestehender Gebäude ist ein wesentlicher Aspekt des Nachhaltigen Bauens und Kernthema unserer Arbeit. Das Biosphärenhaus soll das Thema Biosphäre Bliesgau vermitteln, Anziehungskraft entwickeln, langlebig sein und auch den Einwohnern 
der Region zum Mehrwert werden", erklärt Innenarchitektin Anja Welle. Tourismusfachleute bescheinigen dem Standort bereits jetzt ein großes Potenzial und erwarten einen starken Zuspruch aus der gesamten Großregion und darüber hinaus.

Aktuell werden im Rahmen der Studie die Kosten für Umbau, Ausstellungsgestaltung sowie den späteren Betrieb ermittelt. Ziel ist es, eine tragfähige Finanzierungsstruktur zu entwickeln, die sowohl weitere Fördermittel als auch Eigenmittel des Biosphärenzweckverbandes und seiner Mitglieder einbezieht. Mit der Übergabe des Förderbescheids ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, der den Weg für die weitere Planung und mögliche Realisierung des Biosphärenhauses in Blieskastel ebnet. Die Erstellung der „Machbarkeitsstudie zum Umbau der Kreissparkassen Filiale in Blieskastel zu einem Biosphärenhaus“ wird mit 196.784,84 € - davon 80% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 20% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz – gefördert.
 

Freude und Applaus bei der Schecküberreichung von Ministerin Petra Berg (4.v.l.) an Verbandsvorsteher Frank John (4.v.r.)

Freude und Applaus bei der Schecküberreichung von Ministerin Petra Berg (4.v.l.) an Verbandsvorsteher Frank John (4.v.r.)