Bachlauf im Mandelbachtal
Pressemeldung vom 31. März 2026

Förderbescheid für Konzept zur teilmobilen Schlachtung im Biosphärenreservat Bliesgau übergeben

Kirkel-Limbach/Blieskastel. Umweltstaatssekretär Sebastian Thul hat am heutigen Dienstag auf dem Bliesberger Hof in Kirkel-Limbach dem Biosphärenzweckverband Bliesgau einen Förderbescheid in Höhe von 25.150,65 Euro überreicht. Die Mittel stammen aus dem EU-Förderprogramm LEADER und dienen der Erstellung eines Konzepts zur Einführung der teilmobilen Schlachtung im Biosphärenreservat Bliesgau.

Die Übergabe fand auf der Hofstelle von Landwirt Roland Lambert statt, der gemeinsam mit weiteren Landwirten frühzeitig nach Lösungen für die veränderte Situation in der Region gesucht hatte. Seit der Schließung des Schlachthofs in Zweibrücken stehen insbesondere kleinere und im Nebenerwerb geführte Betriebe vor großen Herausforderungen, geeignete Schlachtmöglichkeiten für ihre Tiere zu finden.

Ein Ansatz ist die Gründung einer Schlachtgenossenschaft mit dem Ziel, Tiere künftig direkt auf den Höfen zu betäuben und zu töten. Anschließend sollen sie zur weiteren Verarbeitung in nahegelegene Betriebe transportiert werden. Dadurch könnten lange Transportwege – etwa zum derzeit nächstgelegenen Schlachthof im saarländischen Perl – vermieden werden. Auch die Reaktivierung bestehender regionaler Infrastruktur wird geprüft. So könnte der ehemalige Schlachtbetrieb auf dem Geistkircher Hof, der früher von der Landwirtsfamilie Beck betrieben wurde, künftig wieder eine Rolle spielen. „Wir haben gesehen, dass die Landwirte bei ihrem Vorhaben Unterstützung benötigen“, erklärte Landrat und Verbandsvorsteher Frank John. „Mit dem LEADER-Antrag schaffen wir die Grundlage für ein tragfähiges Konzept, das sowohl wirtschaftliche als auch rechtliche Aspekte beleuchtet.“

Die teilmobile Schlachtung gilt als besonders tierwohlgerecht, da die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben und Stress durch lange Transporte vermieden wird. Gleichzeitig kann sich dies positiv auf die Fleischqualität auswirken. Auch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung bietet das Modell Vorteile für die Region. Das nun zu erarbeitende Konzept soll konkrete Anforderungen und Investitionsbedarfe aufzeigen – sowohl für mobile Schlachtlösungen, wie etwa Schlachtanhänger, als auch für mögliche stationäre Einrichtungen.

Staatssekretär Sebastian Thul betonte: „Wir begrüßen innovative Ansätze für mehr Tierwohl ausdrücklich. Für eine weitergehende Förderung ist jedoch ein belastbares Konzept mit konkreten Zahlen ebenso wichtig und notwendig wie das Engagement einer tragfähigen Gruppe aus Landwirten und Metzgern. Ein erfolgreiches Modell kann dabei als Vorbild für weitere Regionen dienen und strukturelle Verbesserungen anstoßen.“

Auch der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes, Dr. Gerhard Mörsch, sieht die Landwirte in der Verantwortung: „Wir stellen die Ergebnisse der Studie zur Verfügung. Die Umsetzung liegt dann in den Händen der Akteure vor Ort. Gleichzeitig unterstützen wir diesen Prozess weiterhin und freuen uns über Interessierte, die sich bei uns in der Geschäftsstelle melden und sich aktiv einbringen möchten.“

Die „Erstellung des Konzeptes zur Einführung der teilmobilen Schlachtung im 

Biosphärenreservat Bliesgau“ wird mit 25.150,65 € - davon 80% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 20% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz – gefördert.

offizielle Scheckübergabe mit Staatssekretär

Scheckübergabe inmitten vieler Interessierter, mit Staatssekretär Sebastian Thul (5.v.l.) und Verbandsvorsteher Frank John (6.v.l.).

Weidetiere auf einer Weide