Schorfheide-Chorin, 06.07.2025
Das Jugendnetzwerk Biosphäre (JNB) war vier Tage lang im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zu Gast. Gemeinsam mit der Reservatsleitung und Ranger:innen tauchten die Teilnehmenden in die Vielfalt eines der artenreichsten Tieflandgebiete Deutschlands ein.
Im Mittelpunkt standen Gespräche mit der neuen BR-Leiterin Dr. Susanne Winter über Naturschutz, Klimapolitik und regionale Entwicklung. „Eine Transformation voranzutreiben ist eine wunderbare Sache“, sagte Winter und betonte die Bedeutung lokaler Umsetzung globaler Ziele. Trotz personeller Unterbesetzung setzt das BR Schorfheide-Chorin Maßstäbe – etwa mit rund 70 % ökologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsfläche.
Auf einer gemeinsamen Fahrradtour entlang des Berlin-Usedom-Radwegs erkundete die Gruppe die naturräumlichen Besonderheiten der Region: uralte Buchenwälder, Klarwasserseen mit seltener Flora, ehemalige Klosterlandschaften und renaturierte Moore. Rangerin Sarah gab dabei Einblicke in ihre vielfältige Arbeit – vom Biodiversitätsmonitoring bis zur Umweltbildung vor Ort. Beeindruckend war nicht nur die Natur, sondern auch der historische Kontext: Spuren slawischer Burgen, Zisterzienserklöster und die Landschaftsnutzung seit der DDR prägen das Gebiet bis heute.
Die Teilnehmenden zeigten sich besonders bewegt vom offenen Austausch und den realen Konflikten zwischen Naturschutz, Nutzung und sozialer Entwicklung. Wie gehen wir mit Flächen um, die wirtschaftlich schwer zu bewirtschaften, aber ökologisch wertvoll sind? Wie lassen sich junge Menschen in strukturschwache, aber naturräumlich reiche Regionen einbinden? Und wie kann echte Beteiligung gelingen? Solche Fragen standen im Raum – nicht nur als Problem, sondern auch als Einladung zum Mitgestalten.
„Gerade durch Begegnungen vor Ort wird deutlich, wie komplex und zugleich faszinierend nachhaltige Entwicklung sein kann“, so die gemeinsame Einschätzung der Teilnehmenden.
Abgerundet wurde das Wochenende durch einen gemeinsamen Landschaftspflegeeinsatz auf einem Steppentrockenrasen sowie abendliche Gespräche und gemeinsames Baden am See. Das JNB sieht in solchen Begegnungen eine wichtige Grundlage für mehr Jugendbeteiligung im Naturschutz. Der nächste Austausch ist bereits geplant – beim Netzwerktreffen im Oktober.
Hinweis
Das Projekt „Jugendnetzwerk Biosphäre“ wird unterstützt von den Nationale Naturlandschaften e.V., dem Dachverband der deutschen Nationalparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete.
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