Mardelle
Mardellen sind vielleicht nicht direkt jedem ein Begriff. Im Volksmund werden sie auch oft als „Pfuhl“ bezeichnet, was durch manche Ortsbezeichnungen, wie zum Beispiel „Jägerspfuhl“ deutlich wird. Hierbei handelt es sich um temporäre, flache Gewässerbiotope in Geländemulden, (oft auf Muschelkalk) die sich oft in Waldinseln auf Feldern und seltener im Offenland befinden können. Auf offenen Flächen sind sie seltener, weil sie im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung im Laufe der Jahrhunderte zugeschüttet wurden. Teils sind die Vertiefungen natürlichen Ursprungs, es gibt aber auch Mardellen, die im Weltkrieg als Bombentrichter entstanden sind. Die Mardellen haben in der Regel weder Zu- noch Ablauf und werden nur durch das Niederschlagswasser gespeist. Dadurch kommt es zu saisonal stark schwankenden Wasserständen bis hin zur kompletten Austrocknung im Sommer. Die dort lebenden, gefährdeten und teilweise auch geschützten Arten sind an diese stark schwankenden Umweltbedingungen angepasst und die Mardelle stellt für sie ein wichtiges Mikrohabitat dar.