Kleinstlebensraum mit Geschichte

Weinbergsmauer

Früher gab es im Biosphärenreservat Bliesgau noch großflächigeren Weinbau. Davon zeugen heute noch alte Mauern, die einige Hänge in die typischen Terrassen gliederten, die man aus anderen Weinregionen kennt. Außerdem gibt es noch Flurnamen und Ortsbezeichnungen wie “Rebenklamm”, die auf die frühere Nutzung hindeuten.

Heute gibt es noch eine Interessengemeinschaft, die einen Weinberg bewirtschafttet und auch Betriebe wie der Wintringer Hof bauen in kleinerem Umfang Trauben an.

Der Weinbau an sich lässt sich aus dem Bliesgau schon ab dem 13ten Jahrhundert nachweisen. Ab dem 20ten Jahrhundert ging er allerdings durch die Reblaus immer mehr zurück.

Heute zeugen neben den Flurnamen aber immer noch die alten Mauern vom ehemaligen Anbau. Dabei wurden diese ohne Mörtel oder ähnliche Bindemittel nur mit größeren Kalksteinen errichtet.

Weinbergsmauer in Gersheim

alte Weinbergsmauer im Orchideengebiet Gersheim

alte Weinbergsmauer im Orchideengebiet Gersheim

Alte Weinbergsmauer

Alte Weinbergsmauer

Alte Weinbergsmauer

Vorkommen im Bliesgau:

vor allem in den Südgemeinden im Kalkgebiet: Gersheim, Mandelbachtal

Gefährdung durch:

Nutzungsaufgabe, denn dann werden die Mauern von Pflanzen überwachsen, von Wurzeln holziger Gewächse gesprengt, fallen auseinander und verschwinden schließlich ganz

Erlebnismöglichkeit:

Im Orchideengebiet Gersheim gibt es noch alte Weinbergsmauern, aber auch am Haus Lochfeld, wo auch die Rebstöcke noch in kleinerem Rahmen noch gepflegt werden.
Aber auch z.B. bei Bliesmengen-Bolchen lassen sich noch Reste finden.

besondere oder typische Arten in diesem Lebensraum:

Weinhähnchen, Zauneidechse, besondere Flechten und Moose