Ein Meeresbewohner im Wald?

Tintenfischpilz

Wissenschaftlicher Name: Clathrus archeri

Der Tintenfischpilz gehört zu den Gitterlingen, ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und fällt direkt durch sein bizarres Aussehen auf. Im jungen Stadium bildet er aber zunächst ein sogenanntes Hexenei, in dem der spätere Fruchtkörper reift. Dieses ist eher unauffällig cremefarben. Wenn dann das Adultstadium erreicht ist und die Witterung passt, wächst aus dem Hexenei der leuchtend rosa bis rote Fruchtkörper heraus, der aus mehreren bis zu 10cm langen, tentakelartigen Armen besteht. Darauf befindet sich eine schwarze, klebrige Substanz, die die Sporen des Pilzes enthält und einen sehr unangenehmen Geruch verströmt. Aufgrund dessen gilt er auch als ungenießbar.

Tintenfischpilz

Tintenfischpilz

Tintenfischpilz

Tintenfischpilz

Tintenfischpilz

Tintenfischpilz

Beste Beobachtungszeit:

Tritt vor allem in der Zeit August bis November auf, je nach Witterung

Schutzstatus/ Rote Liste Status:

In der Roten Liste des Saarlandes als ungefährdet eingestuft, ebenso in der Bundesliste. Die Art gehört zu den Neobiota und wurde gegen 1900 in Europa eingeschleppt

Lebensraum:

vermehrt in Laub- und Mischwäldern anzutreffen, gerne auch am Waldrand

Vorkommen im Bliesgau:

Er wurde schon gesichtet im Pfänderbachtal Einöd (Kernzone Biosphärenreservat), am Elsterstein St. Ingbert oder in der Umgebung von Kirkel, aber er kann darüber hinaus auch in anderen Bereichen des Biosphärenreservats erwartet werden

Wussten Sie schon?

Der Pilz wurde um 1900 durch den Import von Produkten aus Australien nach Europa eingeschleppt. Sein intensiver Aasgeruch lockt Fliegen und andere Insekten an, die dann seine Sporen verbreiten. Übrigens wird das Verbreiten von Samen und Sporen durch Tiere in der Fachsprache als Zoochorie bezeichnet.