Efeu-Seidenbiene
Wissenschaftlicher Name: Colletes hederae
Beim Thema Insektensterben denken viele immer direkt an die Honigbiene, dabei gibt so viel mehr Insekten, die vielfach völlig unbekannt sind. Die Honigbiene als "Haustier" des Menschen gehört übrigens nicht zu den bedrohten Arten. Viele der in Deutschland über 550 Wildbienenarten sind jedoch akut bedroht oder je nach Region sogar schon ausgestorben.
Aber es gibt auch Arten, die aktuell in Ausbreitung begriffen sind. Oft sind das wärmeliebende Arten, die vom Klimawandel profitieren. Eine davon wollen wir mit diesem Artikel vorstellen:
Während sich Honigbienenvölker langsam auf die Überwinterung vorbereiten, wird die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) erst aktiv.
Denn die Efeu-Seidenbiene nutzt als Nahrungspflanze - wie ihr Name schon sagt - hauptsächlich die Blüten des Efeus und der blüht erst sehr spät im Jahr. Der Hinterleib bei Seidenbienen ist spitz zulaufend und die Binden auf dem Hinterleib sind viel deutlicher ausgeprägt als bei Honigbienen, die Größe ist aber ungefähr die einer Honigbiene.
Die Art lebt wie die meisten anderen Wildbienen solitär, d.h. dass keine Staaten gebildet werden wie bei Honigbienen oder vielen Hummelarten. Die Art legt ihre Brutröhren in lockerer Erde oder Sand an. Die Stellen sollten besonnt und nur wenig bewachsen sein. Es kann aber sein, dass an solchen Stellen dann mehrere Weibchen ihre Röhren anlegen und so eine ganze Kolonie von Efeu-Seidenbienen entsteht. Es kann auch passieren, dass sich solch eine Kolonie in einem Sandkasten ansiedelt.
Die Efeu-Seidenbienen sind aber wie die meisten Wildbienen sehr friedlich. Sie stechen höchstens dann zu, wenn ihr Leben bedroht ist, also z.B. wenn sie in der Hand gehalten werden oder man versehentlich auf sie tritt. Ihr Stich ist aber nicht so schlimm wie der Stich einer Honigbiene.
Der Efeu ist nicht nur für die Efeu-Seidenbiene eine wichtige Nahrungspflanze. Auch für viele andere Insektenarten ist er um diese Jahreszeit eine wichtige Nahrungsquelle. Außerdem wird er, wenn er an Mauern, Garagen- oder Hauswänden wächst, auch gerne von Haussperlingen, Amseln oder auch anderen Arten als Nistgelegenheit genutzt.