gut getarnt

Europäische Gottesanbeterin

Wissenschaftlicher Name: Mantis religiosa

Die Art ist durch ihre grüne oder braune Färbung nicht immer leicht zu entdecken, aber mit keiner anderen heimischen Art zu verwechseln.  Der große, dreieckige Kopf, der durch das verlängerte Halsschild relativ weit vom Körper entfernt sitzt und die zu Fangbeinen umgebildeten Vorderbeine lassen leicht erkennen, dass es sich um eine Gottesanbeterin handeln muss.

Die weiblichen Gottesanbeterinnen können mit ca. 7,5 cm bis zu 1,5 cm größer werden als die Männchen. In Mitteleuropa ist die europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) die einzige heimische Fangschreckenart.
Die Larven der Gottesanbeterin schlüpfen im Mai oder Juni und gegen Ende Juli/ Anfang August erscheinen dann nach mehreren Häutungsstadien die ersten erwachsenen Tiere. Bei oder kurz nach der Paarung kann es vorkommen, dass das Männchen vom Weibchen gefressen wird. Ein paar Tage nach der Paarung legen die Weibchen dann die Eier in sogenannten Ootheken ab. Diese enthalten ungefähr 100-200 Eier und bestehen aus einer Schaummasse, die hart wird. So sind die Eier über den Winter gut geschützt und können auch tiefe Minustemperaturen überstehen. Die erwachsenen Tiere sterben noch im Herbst.

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin auf einer Hand, Landschaft im Hintergrund

eine Gottesanbeterin in ihrem typischen Lebensraum

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin (Fangschrecke) im Gras

Gottesanbeterin

Oothek Gottesanbeterin

Eigelege (Oothek) einer Gottesanbeterin auf einem Ast

Das Eigelege einer Gottesanbeterin wird Oothek genannt

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin auf einer Hand

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin

weibliche Gottesanbeterin

weibliche Gottesanbeterin

Gottesanbeterin

noch nicht ausgewachsene Gottesanbeterin auf einer Hand

junge Gottesanbeterin

beste Beobachtungszeit:

Am “leichtesten” findet man die erwachsenen Tiere und die lassen sich - je nach Witterung - von August bis in den Oktober finden.

Schutzstatus/ Rote Liste Status:

Im Saarland ist die Art ungefährdet. In den letzten Jahren nimmt sie hier stark zu.

Lebensraum:

Sie kommt vor allem auf den wärmebegünstigten Standorten der Muschelkalkgebiete im Saarland vor. Im Bliesgau hat man also in alten aufgelassenen Steinbrüchen und auf den Kalk-Halbtrockenrasen die größten Chancen, der Art zu begegnen.

Vorkommen im Bliesgau:

In der höchsten Dichte kommt die Art in warmen trockenen Habitaten wie den Kalk-Halbtrockenrasen vor. Durch ihre gute Tarnung ist sie dort aber nicht so einfach zu finden.

Gefunden wird sie meistens, wenn sie sich an Stellen setzt, wo ihr ihre Tarnung nichts mehr nützt. So stammen viele Meldungen von Straßen, Hauswänden, Blumentöpfen....

Wussten Sie schon?

Bereits gegen Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die Gottesanbeterin im westlichen Saarland immer wieder festgestellt. Sie tauchte zu dieser Zeit jedoch meist nur in klimatisch besonders günstigen Jahren auf und verschwand danach wieder.
2005 wurde im Bliesgau jedoch eine Oothek (ein Eipaket) gefunden und damit der Nachweis erbracht, dass sich die Gottesanbeterin im Saarland fortpflanzt.