Meister der Tarnung

Gemeine Winterlibelle

Wissenschaftlicher Name: Sympecma fusca

Die Gemeine Winterlibelle ist eine ungewöhnliche Libelle, denn sie überwintert als ausgewachsenes Tier und nicht wie die meisten anderen Libellenarten als Larve.
Die aus den Eiablagen vom April/Mai stammenden Winterlibellen schlüpfen Mitte/Ende Juli und im August.


Die Tiere sitzen gut getarnt oft an vertikalen, bräunlichen Strukturen (hohe Grashalme) und fallen v.a. dann auf, wenn sie einem Nahrungsinsekt hinterher jagen oder durch den nahenden Naturfreund aufgescheucht werden. Wenn sie dann fliegen, sehen sie aus wie kleine fliegende Stäbchen. Sie sind nämlich sehr schlank und bräunlich oder beige gefärbt. Außerdem legen sie die Flügel beim sitzen immer eng an den Körper an, im Gegensatz zu anderen Arten der Familie der Teichjungfern zu der auch die Winterlibellen gehören. Manchmal lassen sie sich noch nicht einmal durch Annährung aufscheuchen, sondern krabbeln einfach auf die andere Blatt- oder Astseite.
Sie ist im Herbst bei Sonnenschein ab ca. 10°C aktiv und kann in den unterschiedlichsten Habitaten beobachtet werden.
 

Winterlibelle

Gemeine Winterlibelle

Gemeine Winterlibelle

Winterlibelle

Gemeine Winterlibelle bei wissenschaftlicher Untersuchung

Gemeine Winterlibelle bei wissenschaftlicher Untersuchung

Winterlibelle

Gemeine Winterlibelle, gut getarnt

Gemeine Winterlibelle, gut getarnt

Flugzeit:

ab Mitte/Ende Juli bis in den Spätherbst und dann im Frühjahr nach der Überwinterung

Schutzstatus/ Rote Liste Status:

Die letzte Rote Liste des Saarlandes (2020) listet sie als ungefährdet.

Lebensraum:

Bisher gefundene Überwinterungshabitate sind oft leicht verbrachte Kalk-Halbtrockenrasen.

Vorkommen im Bliesgau:

Die Art ist zwar im Saarland mäßig häufig und recht weit verbreitet und kann sogar an einem Gartenteich im Stadtgebiet auftauchen, ist aber sehr unauffällig.

Sie taucht auch weniger an Fließgewässern, sondern eher ein kleineren, stehenden Gewässern auf.

Wussten Sie schon?

Die Gemeine Winterlibelle ist eine der wenigen Arten, die noch im Spätherbst unterwegs ist, sie kann aber selbst im Winter an wärmeren Tagen noch beobachtet werden. Bisher ist jedoch über die Überwinterungsorte der Art nur sehr wenig bekannt, deshalb sind Beobachtungen im Herbst und Winter besonders wichtig um mehr über das Überwinterungsverhalten der Tiere herauszufinden. Die Herbst- und Winterhabitate können, soviel wurde schon herausgefunden, mehrere Kilometer vom Schlupfort entfernt liegen. Die Tiere sind also oft auch weit von Gewässern entfernt anzutreffen. Da sie im Vergleich zu anderen Libellen sehr unauffällig gefärbt sind, werden sie oft übersehen.