Kleiner Wasserdrache oder doch Molch?

Kammmolch

Wissenschaftlicher Name: Triturus cristatus

Der Kammmolch ist unsere größte heimische Molchart mit einer Länge von bis zu 18 Zentimetern. Als Schwanzlurch ist er an feuchte Lebensräume gebunden und bevorzugt einen strukturreichen Wassergrund. Zur Paarungszeit sind besonders die Männchen sehr beeindruckend mit ihrem dann hervortretenden Rückenkamm, den silbrigen Punkten an den Flanken und den silbernen Streifen am Schwanz. Der Kammmolch lebt räuberisch und ernährt sich unter anderem von Insektenlarven, Wasserschnecken und Kleinkrebsen. Amphibienlarven werden auch nicht verschont, weshalb es vorkommen kann, dass er unter anderem auch eigene Artgenossen verspeist.

Kammmolch Bauch

Bauchseite eines Kammmolches

Bauchseite eines Kammmolches

Kammmolch

Kammmolch

Kammmolch

Beobachtungsmöglichkeit:

Der Kammmolch verbringt einen großen Teil des Jahres im Wasser, wo er sehr versteckt lebt. Wenn die Tiere an Land sind, sind sie in der Regel nachtaktiv und somit ebenfalls schwer zu entdecken. Sie verstecken sich gern unter zum Beispiel Totholz, Steinhaufen oder in Kleinsäugerbauten. Deshalb sind Beobachtungen extrem selten. Das Wissen über seine Verbreitung geht meist auf gezielte Nachsuchen im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen zurück.

Schutzstatus/ Rote Liste Status:

Nach FFH-Richtlinie geschützt und auch laut Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützt“; in der Roten Liste des Saarlandes als „gefährdet“ geführt

Lebensraum:

Besonders beliebt sind bei dieser Art fischfreie Kleingewässer mit reichlich Unterwasser- und Ufervegetation und vielen strukturgebenden Elementen wie Ästen o.ä. Wichtig ist für den Kammmolch auch eine gute Besonnung des Gewässers. Diese Faktoren sind auch für andere Amphibien vorteilhaft, weshalb sich das bevorzugte Habitat des Kammmolches oft durch eine artenreiche Amphibiengesellschaft auszeichnet.

Vorkommen im Bliesgau:

dort wo es strukturreiche, fischfreie Gewässer gibt mit üppiger Vegetation und vielen Rückzugsmöglichkeiten. 

Gefährdung:

Belastung von Kleingewässern mit Dünger und Abwasser; Einschleppung von Krankheiten wie der Salamanderpest (Bsal), Klimawandel, der zur Austrocknung von Mardellen führt

Wussten Sie schon?

Kammmolche wandern schon ab einer Mindesttemperatur von 3°C zu ihren Laichgewässern (meist von Februar bis März). Außerdem halten sie sich im Vergleich zu anderen heimischen Molcharten am längsten im Gewässer auf, durchschnittlich ca. 5 Monate.

Das Bauchmuster bei Kammmolchen kann zur Identifikation einzelner Individuen genutzt werden