gefährdetes heimisches Reptil

Zauneidechse

Wissenschaftlicher Name: Lacerta agilis

Zauneidechsen können Gesamtlängen von ca. 20 cm erreichen. Sie gehören zu den echten Eidechsen und sind von Mittel- und Osteuropa bis nach Vorderasien verbreitet.

Die Männchen der Zauneidechse sind während der Paarungszeit (April bis Juli) an Kopf, Rumpf und Bauch leuchtend grün gefärbt und dann mit keiner anderen Eidechsenart im Saarland zu verwechseln.

Die Grundfarbe beider Geschlechter ist braun.
Die Zauneidechse wirkt im Vergleich zu anderen Eidechsen recht stämmig mit relativ kurzen Beinen.

Sie fressen vor allem Insekten, aber auch Spinnen und Regenwürmer. Bei Gefahr, die ihnen z.B. durch größere Vögel, aber auch Füchse, Marder und streunende Katzen droht, können sie an mehreren Sollbruchstellen ihren Schwanz abwerfen, dieser wächst dann kürzer und schmaler wieder nach.
Die Weibchen graben an sandigen Stellen kleine Löcher und legen 5-14 Eier ab, die Dauer bis zum Schlupf der Jungen ist von der Umgebungstemperatur abhängig.

Die ersten geschlüpften Jungtiere können aber manchmal schon Ende Juli beobachtet werden. Im August können sich schon die ersten Zauneidechsen für die Winterruhe zurückziehen. Es bleiben aber auch viele noch bis in den September aktiv.

Zauneidechse

männliche Zauneidechse

männliche Zauneidechse

Zauneidechse, Weibchen

weibliche Zauneidechse

weibliche Zauneidechse

beste Beobachtungszeit:

Die ersten Männchen kann man oft schon im März beobachten, wo sie sich dann in der Sonne wärmen. Die Weibchen erscheinen etwas später und ab Ende April beginnt meistens die Paarungszeit.

Schutzstatus/ Rote Liste Status:

Auf der letzten Roten Liste Deutschlands wurde die Art noch auf der Vorwarnliste geführt, im Saarland (2020) als „stark gefährdet“. Damit hat sich ihre Einstufung im Vergleich zur letzten Roten Liste des Saarlandes verschlechtert.

Die Zauneidechse gehört zu den FFH-Arten, ist also in der ganzen EU streng geschützt und auch ihre Lebensräume dürfen nicht zerstört werden.

Lebensraum:

Im Saarland besiedeln sie vor allem die wärmebegünstigten Gebiete wie den Bliesgau und das Saartal.

Zauneidechsen nutzen als Lebensräume gerne strukturreiche Flächen mit Saum- und Übergangsbereichen wie Waldränder, strukturreiche Offenlandbereiche, Biotope entlang von Straßen, Steinbrüche, Gärten und Friedhöfe.

Vorkommen im Bliesgau:

Mit etwas Glück sieht man sie vielleicht auf den ehemaligen Weinbergsmauern im Orchideengebiet in Gersheim.

Wussten Sie schon?

Die Zauneidechse wurde ursprünglich zum Reptil des Jahres 2020 gewählt. Weil wegen Corona deutschlandweit viele Vorträge zu ihr und auch eine Tagung abgesagt werden mussten, blieb sie auch 2021 Reptil des Jahres.