Es wurden über ZENAPA zwei Energetische Quartierskonzepte unterstützt. Das Energetische Quartierskonzept „Rathaus Mandelbachtal“ lag bereits im Herbst 2018 vor. Als wesentliches Ergebnis stellte das Konzept einen dringenden Handlungsbedarf in Hinblick auf die Erneuerung der alten Heizölheizung heraus. In weiteren Schritten beauftragte die Gemeinde darauf aufbauend die weiteren Planungsschritte, die im Oktober 2019 in der Inbetriebnahme einer neuen Heizungsanlage mündete, die sieben öffentliche Gebäude mit Wärme versorgt. Die Wärmeenergie stammt zu rd. 80 % aus einer Pelletheizung mit 200 kW, als Spitzenlast dient ein Gasbrennwertkessel. Die Investition betrug inklusive der Planungskosten 500.000 €. 90 % hiervon übernimmt der Bund über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz.
Durch die Modernisierung der Anlage und die Umstellung von Heizöl auf Pellet spart die Gemeinde über 25.000 € pro Jahr an Brennstoffkosten ein. Auch läuft die Anlage wesentlich umweltfreundlicher. Gegenüber 280 Tonnen kommt die neue Heizung noch auf eine Emission von rd. 50 t C02, was eine Reduzierung der Emissionen um über 80 % mit sich bringt.
Ein weiteres Quartierskonzept gab die Gemeinde Gersheim für das „Umfeld Mehrzweckhalle Bliesdalheim“ Ende 2018 in Auftrag. Das Konzept wurde im Sommer 2020 fertig gestellt. Eine wesentliche daraus sich ableitende Investition, der Ersatz einer alten Ölheizung durch einen Pelletkessel mit rd. 130 kW wurde bereits umgesetzt. Die Heizungsanlage ging im April 2021 in Betrieb. Zu den Gesamtkosten von rd. 162.000 € schossen die BAFA 73.000 € und das Land aus dem Programm ZEP kommunal nochmals etwas mehr als 44.000 € bei.
Konzentrieren sich die Energetischen Quartierskonzepte auf die Umstellung der Heizungsanlagen auf erneuerbare Energien befassen sich die Klimaschutzteilkonzepte als Förderschwerpunkt der Kommunalrichtlinien 2015 und 2019 eher mit Querschnittsaufgaben.
Mit dem Klimaschutzteilkonzept „Klimaanpassung/klimagerechtes Flächenmanagement St. Ingbert“ verschaffte sich die Stadt St. Ingbert einen Überblick zu den kommunalen Handlungsmöglichkeiten im Zuge des Klimawandels. Die Erarbeitung unter Einbindung der Bevölkerung erstreckte sich über knapp zwei Jahre und mündete im Abschlussbericht vom Juli 2020. Die Kosten beliefen sich auf 96.000 €, hiervon übernahm der Bund knapp 44.000 €.
Ebenfalls unter breiter Beteiligung der Bevölkerung, von Verbänden und interessierten Einzelpersonen entstand das Klimaschutzteilkonzept „Zukunftsmobilität in der Stadt St. Ingbert“, das im Oktober 2020 vorlag. Die Kosten hierzu betrugen 205.000 €, die das Bundesumweltministerium mit 96.000 € bezuschusste. Aufbauend auf dem Mobilitätskonzept beauftragte die Stadt beim gleichen Planungsbüro Anfang 2020 auch ein Radverkehrskonzept, das das saarländische Wirtschaftsministerium mit 80 % - entsprechend knapp 26.000 € - unterstützte. Bislang wurden in diesem Bereich vor allem Fahrradabstellanlagen und Beschilderungen im Bereich der Fahrradverkehrs umgesetzt.
Während sich die Quartierskonzepte stärker auf mehrere Gebäudeeinheiten bis hin zu ganzen Stadtteilen beziehen, fokussieren sich die Sanierungsfahrpläne auf ein einzelnes Gebäude und bieten eine Grundlage zur kurzfristigen Sanierung sowohl der Gebäudehülle als auch der technischen Gebäudeausstattung. Vor diesem Hintergrund führte die Stadt Blieskastel zwei Sanierungsfahrpläne für die „Turnhalle Webenheim“ und die „Turnhalle Grundschule Assweiler“ durch, die im März 2020 vorlagen. Insgesamt erweisen sich die Sanierungsfahrpläne als sehr lukratives und attraktives Instrument für die beteiligten Kommunen, um Hinweise zum baulichen und energetischen Zustand ihrer Gebäude zu erhalten.