Wärmenetze und Wärmeplanung

Die Maßnahmen im Bereich Erneuerbaren Energien-Anlagen (Wärme) basieren im Wesentlichen auf Vorarbeiten von Konzepten und Studien aus anderen Arbeitsfeldern. Hierbei konnte auf Grundlage des Energetischen Quartierskonzepts für das Rathaus Mandelbachtal bereits im Oktober 2019 eine relativ große Pelletheizung mit 200 kW in Kombination mit einer Gas-Brennwertheizung mit 400 kW in Betrieb genommen werden. Diese versorgt neben dem Rathaus sechs weitere öffentliche Gebäude mit Wärme. Die Wärmeenergie stammt zu rd. 80 % aus einer Pelletheizung. Die Einsparung von CO2 liegt bei rd. 200 t pro Jahr. Die Investition betrug inklusive der Planungskosten 500.000 €. 90 % hiervon übernimmt der Bund über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz.

Auf Grundlage des Energetischen Quartierskonzepts Bliesdalheim ging im April 2021 in der Mehrzweckhalle Bliesdalheim eine Pelletheizung in Betrieb. Die Heizungsanlage in der Alten Schule arbeitete vor der Sanierung sehr ineffizient. Zum einen war die Leistung des Kessels deutlich überdimensioniert. Statt vorher 300 kW verfügt die neue Heizungsanlage nun über zusammen 128 kW, also nicht einmal die Hälfte der Ursprungsleistung. Des Weiteren konnte die alte Heizungsanlage nicht modellieren, d.h. sie musste zu jeder Jahreszeit mit der kompletten Leistung betrieben werden. Die nun realisierte Anlagenkonfiguration mit zwei kaskadierenden Anlagen stellt sicher, dass die Leistung sehr viel besser an den tatsächlichen Wärmebedarf anzupassen ist. Zudem können die beiden Heizungen auch in Teillast betrieben werden. Erfahrungsgemäß resultiert aus dieser Vorgehensweise eine Verbesserung der Energieeffizienz um bis zu 40 %. Dies schlägt sich selbstverständlich auch in einer entsprechenden Reduzierung der CO2-Emissionen nieder. Bezogen auf die Anlage bedeutet die Umstellung des Energieträgers mit einem Bedarf an Nutzwärme von 185.000 kWh nach der Heizungssanierung gegenüber 320.000 kWh eine CO2-Einsparung von 96 t oder 95 %. Damit erfüllt die Gemeinde die Vorgaben aus dem Masterplan 100% Klimaschutz. Die Investition betrug inklusive der Planungskosten rd. 162.000 €; knapp 70 % können über Förderprogramme der BAFA sowie aus ZEP kommunal dargestellt werden.

Direkt beauftragt hat der Biosphärenzweckverband eine Machbarkeitsstudie zur „Nahwärmeversorgung Umfeld Grundschule Blieskastel-Breitfurt“. Die Studie ist seit Januar 2020 abgeschlossen. Der hierbei empfohlene Bau einer Pelletheizung mit 130 kW und der Bau einer Nahwärmeleitung zur Versorgung des benachbarten Kindergartens und des Gemeindehauses wurden im September 2021 fertiggestellt. 

Eine Pelletheizung mit gleicher Leistung ging im September 2021  an der Grundschule Blieskastel-Breitfurt ans Netz. Hier versorgt die Heizungsanlage über eine Nahwärmeleitung auch die Mehrzweckhalle, einen benachbarten Kindergarten sowie ein Gemeindehaus. Die Investition inklusive der Planung beläuft sich dort auf rd. 250.000 €. Mit der nun fertig gestellten Heizungserneuerung setzt die Stadt Blieskastel erstmalig eine Heizungsanlage mit regenerativen Energieträgern um. Statt ursprünglich in etwa 280 Kilowatt Leistung mit drei Einzelanlagen kommt die neue Anlage mit nur 130 Kilowatt aus, somit ein deutlicher Effizienzgewinn. Mit der zusätzlichen Umstellung von Heizöl auf Pellets als Energieträger ergibt sich für den gesamten Gebäudekomplex eine CO2-Einsparung von rd. 50 Tonnen bzw. 90 %. Zu den Gesamtkosten von rd. 230.000 € inklusive Planungskosten steuern die BAFA knapp 100.000 € sowie das Land aus dem Programm ZEP kommunal nochmals etwas mehr als 60.000 € bei. Neben dem letztlich niedrigen Eigenanteil wird sich in den kommenden Jahren auch positiv bemerkbar machen, dass im Gegensatz zu Gas- und Ölheizungen keine CO2-Steuer auf den Brennstoff anfallen wird. 
Für den Ortsteil Hassel hat die Stadt St. Ingbert in Kooperation mit den Biosphären-Stadtwerken eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, in der verschiedene Optionen für eine gemeinsame Wärmeversorgung für drei öffentliche Gebäude (Eisenberghalle, Eisenbergschule, Alte Schule) sowie evtl. auch eine kirchliche Einrichtung untersucht werden. Die Gutachter empfehlen auch hier den Bau einer Pelletheizung und die Nutzung der bestehenden Gasheizung lediglich zur Spitzenlast. Aus Gründen der Unabhängigkeit von weiteren Preissteigerungen auch im Bereich der Pellets erachtet das Ingenieurbüro zusätzlich den Bau einer größeren Solarthermieanlage als sinnvoll. Diese ermöglicht die Sicherstellung der Wärmeversorgung von etwa Anfang Mai bis Ende September und erbringt auf den gesamten Jahresbedarf bezogen etwa 20 % der benötigten Wärmemenge. Der Stadtrat von St. Ingbert beschloss im September 2023, die Stadtwerke mit der Wärmeversorgung des besagten Quartiers zu betrauen. Die Inbetriebnahme soll zur Heizungsperiode 2025/2026 stattfinden.

Auch die Stadt und die Stadtwerke St. Ingbert haben bereits einige Initiativen zum Ausbau Erneuerbarer Energien im Wärmebereich gestartet. Hierzu zählt eine „Pre-Feasibility-Studie Wärmenetzausbau St. Ingbert“ welche der Projektleiter des IZES im Juni 2023 im zuständigen Fachausschuss der Stadt vorstellte. Erste Ergebnisse liegen auch über eine „Potentialstudie zur künftigen Versorgung der Stadt St. Ingbert mit geothermischer Energie“ der proG.E.O Ingenieurgesellschaft aus Saarbrücken vor. Da an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet von St. Ingbert, aber auch im angrenzenden Bliesgau verschiedene Arten der geothermischen Nutzung denkbar sind, hat die Stadt nun die Biosphären-Stadtwerke GmbH & Co. KG gebeten, beim Oberbergamt des Saarlandes eine gewerbliche Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme und Lithium für die Kommunen St. Ingbert, Blieskastel und Gersheim ("Erlaubnisfeld Bliesgau") zu beantragen. Weiterhin sollen beim Projektträger Jülich mit Hilfe einer Projektskizze die förderrechtlichen Voraussetzungen für eine Explorationsbohrung geschaffen werden.
Zeitgleich sind mehrere Kommunen bereits im Zuge der kommunalen Wärmeplanung aktiv. Während der Stadt Blieskastel die Wärmeplanung im April 2025 abgeschlossen hat, befindet sich St. Ingbert im Stadium der Datenbeschaffung bzw. Potenzialermittlung. Kirkel erhielt im September einen Förderbescheid, Homburg hat im Juli eine Vergabe erteilt.