Wildbienen helfen kann ganz einfach sein

Der Biosphärenzweckverband informiert in seiner aktuellen Pressemitteilung über die Bedeutung von Wildbienen.
Alle Gärten in Deutschland zusammengenommen, so die Biosphärenverwaltung, nehmen eine größere Fläche ein, als alle deutschen Naturschutzgebiete zusammen. Eine große Fläche also, auf der sich Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt umsetzen lassen.

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Paarung (links) und Männchen (rechts) der Großen Wollbiene

In Deutschland sind bisher mehr als 560 Wildbienen-Arten nachgewiesen worden, viele von ihnen sind hochspezialisiert auf bestimmte Trachtpflanzen wie z.B. die Glockenblumen-Scherenbiene oder die Natternkopf-Mauerbiene, d.h. sie brauchen eine bestimmte Art oder Gattung von Pflanzen um zu überleben. Andere Arten sind nicht ganz so wählerisch. Insgesamt leisten Wildbienen neben der Honigbiene einen ganz wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.
Auch Wildbienen sind für Hilfen wie Insekten-Nisthilfen dankbar. Nicht nur im Internet gibt es zahlreiche Literatur dazu (z.B.: http://wildbienen.info/artenschutz/nisthilfen_02a.php), es werden auch bei Volkshochschulen und NABU-Gruppen oder ähnlichen Anbietern Kurse zum Bau von Nisthilfen angeboten. Ein Workshop des Zweckverbands „Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe“ beispielsweise findet am 05.08.16 am Haus Lochfeld in Wittersheim statt (nähere Infos im Bliesgau-Veranstaltungskalender).
Gärten mit Alt- oder Totholz oder auch stehen gelassene Stängel verschiedener Pflanzenarten wie Königskerzen bieten einigen Wildbienenarten wertvolle Nistmöglichkeiten.
Andere Arten graben sich Löcher in den Erdboden. Beliebt sind dabei vor allem trockene, sonnenbeschienene, sandige Plätze. Sie lassen sich einfach im eigenen Garten anlegen.
Ganz wichtig ist aber ein artenreicher Garten mit einer breiten Palette an Blühpflanzen, die auch zu unterschiedlichen Zeiten blühen, damit frühe, sowie späte Wildbienen-Arten davon profitieren können, weiß auch der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Dr. Theophil Gallo: „Im Frühjahr kann ich zu Hause an Frühblühern die Gehörnte Mauerbiene bewundern und im Spätherbst an Efeu die Efeu-Seidenbiene. Artenreiche Gärten in denen kein Gift zum Einsatz kommt, sind die beste Voraussetzung um über das ganze Jahr hinweg verschiedene Bienenarten aber natürlich auch viele andere Insekten und ihre Jäger wie Vögel und Fledermäuse zu beobachten.“

Info-Kasten:
Zu den leicht zu beobachtenden Wildbienen gehört auch die Große Wollbiene (Anthidium manicatum). Die Männchen der Art besetzen Reviere an von dieser Art bevorzugten Pflanzen wie Edelgamander, Herzgespann oder Deutschem Ziest. Die pollensammelnden Weibchen werden dann von den Männchen angeflogen und begattet. Die Männchen sind dabei (anders als bei Arten wie der Gehörnten Mauerbiene) größer als die Weibchen. Die Brutzellen werden in Erd- oder Mauerlöchern, Felsspalten oder ähnlichem angelegt. Die Art fliegt von Mitte Juni bis Mitte Oktober.

Pressemitteilung vom 02. August 2016